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Stadt Peine Walzwerker-König: „Ich fühle mich wie ein Glücksritter“
Stadt Peine Walzwerker-König: „Ich fühle mich wie ein Glücksritter“
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08:00 29.08.2018
Konnte es nicht fassen: Frank Schridde bei der Proklamation. Quelle: Tobias Mull
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Peine

Es waren die vielleicht emotionalsten Momente während der diesjährigen Proklamation: Als Frank Schridde zum neuen Walzwerker-König ausgerufen wurde, schossen dem 61-Jährigen die Tränen in die Augen. Immer wieder schlug er die Hände vor sein Gesicht, als könne er es nicht glauben, was da gerade passiert.

Dabei hatte er zu Beginn der feierlichen Proklamationsveranstaltung eine ganz andere Aufgabe von seinen Kameraden zugewiesen bekommen. „Ich sollte Fotos vom alten König machen“, erzählt Schridde. Deshalb verfolgte er die Rede des Bürgermeisters fast nur so nebenbei.

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„Da wusste ich: Ich bin König!“

„Als ich dann jedoch das Wort ,Turnabteilung’ gehört habe, zuckte ich kurz zusammen“, sagt der 61-Jährige. „Und als der Bürgermeister dann ,Postbeamter’ sagte, wusste ich: Er meint mich, ich bin König. Ich war wie vom Hammer getroffen. Das war nur noch Zittern.“

Ein überglücklicher Walzwerker-König. Quelle: Michael Lieb

Und auch Wochen danach wirkt Schridde noch angefasst, wenn er über diese ganz speziellen Augenblicke spricht. „Ich war dann schnell in einem Tunnel, an den Rest der Proklamation habe ich deshalb eigentlich gar keine Erinnerung mehr“, so der Walzwerker-König.

Beginn im Jugendspielmannszug

Erinnern kann sich Schridde aber noch gut an seine Freischießen-Anfänge. Anfang der 1970er-Jahre war er im Jugendspielmannszug aktiv, in den 80er-Jahren dann im Corps der Bürgersöhne. „Und schon damals habe ich so gedacht: Einmal König sein – das wäre eine tolle Sache“, sagt der 61-Jährige mit einem Lachen.

Und nun hat es also geklappt. Dabei hatte er beim Schießen gar nicht so ein gutes Gefühl. „Drei Schuss, drei Treffer – das war in Ordnung. Ich hätte aber nie damit gerechnet, König zu werden“, so Schridde.

Zum Peiner Walzwerker Verein kam er über die Turnabteilung, dort war er jahrelang als Handballer aktiv. Momentan ist er Kassenwart seines Vereins, hatte sich in den Jahren zuvor aber auch schon engagiert – etwa als Fahnenträger.

„Freischießen ist besonderes Fest“

Freischießen ist für den 61-Jährigen ein ganz besonderes Fest. „Es ist einfach schön, alte Bekannte zu treffen“, sagt Schridde. „Zum Freischießen sind die Peiner alle wieder im Lande.“ Wichtig sei ihm auch die „gelebte Kameradschaft“ im Verein.

Und so eine Königswürde ist zwar schwer zu toppen, für Schridde gab es jedoch bereits ein weiteres Highlight in diesem Jahr: Am 30. April hat er geheiratet. „ Ich fühle mich derzeit wie ein Glücksritter. So viel Glück in einem Moment des Lebens – das kann ich manchmal alles gar nicht fassen“, sagt Schridde und wischt sich wieder eine Träne aus dem Augenwinkel.

Von Tobias Mull

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