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Stadt Peine Vom Flüchtling zum „Musterschüler“: Ahmed Y. Ibrahim macht nach Schulabschluss Lehre
Stadt Peine Vom Flüchtling zum „Musterschüler“: Ahmed Y. Ibrahim macht nach Schulabschluss Lehre
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08:00 19.09.2018
Ahmed Yakoub Ibrahim hat an der Burgschule seinen Hauptschulabschluss gemacht. Quelle: privat
Peine/Stederdorf

Während sich andere Jugendliche in seinem Alter mit Handys, Zocken, Liebeskummer, Shopping und Partys beschäftigten, begab sich Ahmed Yakoub Ibrahim (jetzt 21) auf eine lebensgefährliche Flucht ins Ungewisse. Nach fast zwei Jahren, vier Ländern und unfassbar schrecklichen Erfahrungen fand der Sudanese in Stederdorf ein neues Zuhause, legte innerhalb kürzester Zeit seinen Hauptschulabschluss an der Burgschule ab und startete im August eine Ausbildung zum Straßenbauer.

Bürgerkrieg im Sudan als Ursache für Flucht

Seine Heimat Sudan war 2013 vom Bürgerkrieg erschüttert, es gab kaum Strom, von Fernsehen ganz zu schweigen, die Schule fiel in den Kriegswirren wochenlang aus und er musste jeden Tag damit rechnen, dass er von militanten Gruppen als Soldat eingezogen wurde. „Da hatte man keine Wahl, entweder bleiben und kämpfen oder fliehen“, erklärt Ahmed Yakoub Ibrahim. Weil er sich nicht an den Gräueltaten beteiligen wollte, lieh sein Vater sich Geld für Ahmeds Flucht.

Andrea Haubenreißer und Ahmed Yakoub Ibrahim. Quelle: privat

Sein mit Grauen und Schrecken behafteten Weg führte den Sudanesen mit muslimischen Wurzeln über den Tschad und Libyen, Italien und einen kurzen Aufenthalt im Erstaufnahmelager zur Familie Haubenreißer nach Stederdorf. „Sie nahmen mich auf, halfen mir bei der Integration und sind nun meine zweite Familie“, sagt er dankbar.

Wahl zum Klassen- und Schulsprecher

Auf der Burgschule verstand Ahmed in den ersten Tagen und Wochen kein Wort. „Einige Mitschüler übersetzten für mich, auch die Lehrer waren alle sehr hilfsbereit“, erinnert sich der junge Mann zurück. Mit einer Menge Fleiß, Mut und Hartnäckigkeit lernte Ahmed schnell Deutsch und schaffte es innerhalb kürzester Zeit vom Klassen- zum Schulsprecher und Mitglied im Kreisschülerrat.

In diesem Sommer schaffte er seinen Hauptschulabschluss. „Ich habe sehr viel gelernt, in acht Jahren Schule im Sudan habe ich nicht so viel gelernt, wie in knapp drei Jahren an der Burgschule“, sagt der gebürtige Sudanese. Im August erhielt er nach kurzer Probearbeit bei der Firma Benckendorf einen Ausbildungsplatz zum Straßenbauer. „Während seiner Praktika hat Ahmed jedes Mal exzellente Rückmeldungen von den Betrieben erhalten, auch alle meine Kollegen, die ihn unterrichteten, waren begeistert“, sagt sein ehemaliger Klassenlehrer Felix Steinbock.

Sudanese hat viele Hobbys

Auch privat ist er in Deutschland angekommen, er startete seine Fußballkarriere beim VfB Peine und wechselte dann zum TSV Marathon. Er nahm an Fahrten des CVJM teil, erwarb die Jugendleitercard (Juleica), geht regelmäßig surfen am Handorfer See und ist gerade dabei, seinen Führerschein zu machen.

Ratschläge

An Deutschland schätzt er am meisten den Frieden, die Sicherheit und die Meinungsfreiheit: „In meiner Heimat durfte man nie das sagen, was man dachte.“ Allen anderen Menschen, die in Deutschland aufgenommen werden, gibt er ein paar Tipps: „Fleißig sein, Respekt vor anderen haben, sich an die Grundsätze und Regeln halten, die in Deutschland gepflegt werden, Mut haben und sich nicht scheuen, Verantwortung zu übernehmen.“

Von Monika Kröger

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