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Stadt Peine Verein entsetzt: Hakenkreuz-ähnliche Symbole an Bosporus-Sporthaus in Peine geschmiert
Stadt Peine

Verein entsetzt: Hakenkreuz-ähnliche Symbole an Bosporus-Sporthaus geschmiert

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12:00 02.03.2021
Rassistische Beschmierungen und Vandalismus gab es auf dem Sportgelände des SV Bosporus Peine an der Samthude.
Rassistische Beschmierungen und Vandalismus gab es auf dem Sportgelände des SV Bosporus Peine an der Samthude. Quelle: Verein
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Peine

Lampen der Wegbeleuchtung wurden rausgerissen, ein Grillwagen kaputt getreten, doch das allerschlimmste für Klubchef Ekrem Kocak sind die rassistischen Symbole, die Unbekannte ans Vereinshaus des SV Bosporus Peine am Fußballplatz an der Samthude geschmiert haben. Keine zwei Wochen nach der Gedenkfeier für den rassistischen Anschlag vor einem Jahr in Hanau prangen am Bosporus-Sporthaus Zeichen, die klar und deutlich an ein Hakenkreuz, das Symbol der Nazis, erinnern, auch wenn es nicht exakt getroffen ist. „Ich bin zu tiefst bestürzt, voller Sorge und Enttäuschung“, betont Kocak.

Auch Lampen der Wegbeleuchtung am Sportplatz wurden rausgerissen. Quelle: Verein

Vorfall fühlt sich für den Verein wie eine Ohrfeige an

Ekrem Kocak ist der Vorsitzende des SV Bosporus. Quelle: Isabell Massel

Der SV Bosporus Peine hat bereits Anzeige bei der Peiner Polizei erstattet, nachdem der Platzwart am Sonntag den Vandalismus auf der Sportanlage entdeckt hatte. Wann genau die Täter vor Ort waren, ist unklar, Mittwoch aber waren die Schmierereien noch nicht da. Kocak ist traurig und wütend zugleich über den Vorfall. „Seit Jahren versucht der SV Bosporus Peine alles in seiner Hand Mögliche, um ein friedvolles und besinnliches Beisammen zu fördern, mit vielen sehr guten Aktivitäten – und dann diese Ohrfeige“, unterstreicht der Klubchef. Türkische Einwanderer hatten den Verein einst gegründet, inzwischen ist er ein Multi-Kulti-Verein mit Mitgliedern aus vielen Nationen.

In einer emotionalen E-Mail wandte er sich an Klub-Unterstützer und Sportfunktionäre. Kocak spürt aufgrund des Vorfalls ein unwohles Gefühl bei den Mitgliedern, betont aber zugleich: „Wir möchten der Öffentlichkeit mitteilen, dass wir uns von solchen feigen und menschenverachtenden Taten nicht unter kriegen lassen.“

Schon mehrfach Vandalismus auf dem Platz an der Samthude

Er hofft, dass womöglich Zeugen sich bei der Polizei melden, die Täter gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden, „damit mit solchen Taten, ein friedvolles und gemeinsames Miteinander nicht ins Schwanken gerät“. Der Verein wäre zudem erleichtert, wenn er die rassistischen Schmierereien nicht lange ertragen müsste. Die Stadt als Eigentümer des Geländes, habe versprochen, sich um die Sache zu kümmern, freut sich Kocak. Verärgert ist er darüber, dass die Sportplatz-Heimat des SV Bosporus in der Nähe des Peiner Klinikums bereits mehrfach Schauplatz von Vandalismus war. Auch einen Einbruch und diskriminierende Sprüche gab es schon.

Von Christian Meyer