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Stadt Peine Turbulente Komödie: Wie „Weihnachten im Stau“ eskalieren kann
Stadt Peine Turbulente Komödie: Wie „Weihnachten im Stau“ eskalieren kann
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16:38 19.12.2019
Auch bei einem Heiligabend im Stau darf ein Weihnachtsbaum nicht fehlen. Wenn nichts anderes zur Hand ist, lässt er sich trefflich mit Absperrband und Teebeuteln schmücken. Quelle: Kerstin Wosnitza
Peine

Stundenlang im Stau zu stehen, ist niemals besonders vergnüglich. Ganz besonders unangenehm ist es aber am Heiligabend. Wie sich diese auf den ersten Blick verlorene Zeit füllen und letztlich mit weihnachtlichem Glanz schmücken lässt, war am Mittwochabend in der Komödie „Weihnachten im Stau“ von Jan-Ferdinand Haas im ausverkauften Stadttheater Peiner Festsäle in einer Inszenierung der „Komödie am Altstadtmarkt“ aus Braunschweig zu erleben.

Ganz unterschiedliche Menschen mit ihren Geschichten

Auf der A 2 zwischen Hannover und Berlin ein gutes Stück vor Peine passiert es mal wieder, und ausgerechnet am Heiligen Abend: Ein schwerer Lkw-Unfall macht eine mehrstündige Vollsperrung nötig. Drei Fahrzeuge – auf der Bühne mit minimalen Mitteln gekonnt angedeutet – kommen nebeneinander zum Stehen. In ihnen sitzen ganz unterschiedliche Menschen mit ihren Geschichten.

Szenenbild aus „Weihnachten im Stau“. Quelle: Kerstin Wosnitza

Da sind Ulla Christa und Ulli Heise (Tanja Schumann und Thomas Gerber), ein voneinander ziemlich genervtes Ehepaar mittleren Alters, das auf dem Weg zur erwachsenen Tochter ist. Im Transporter nebenan ist der junge Vater Ralle Lehmann (Dustin Semmelrogge) unterwegs, dessen Ehe gescheitert ist und der versucht, der Einsamkeit am Weihnachtsfest zu entfliehen, indem er einen Hilfstransport in die Ukraine fährt.

Und im Taxi auf der dritten Fahrspur möchte sich eine hochschwangere Sonja Graf (Vanessa Frankenbach) vom türkisch-stämmigen Fahrer (Werner H. Schuster) als Überraschung zu ihrem Freund chauffieren lassen, der als Rettungsassistent in Peine Dienst hat.

Skurrile Gestalten auf der Autobahn

Zunächst werden launig die Geschichten dieser fünf Akteure erzählt. Bald stößt noch die lebensfrohe Britta (Annette Schneider) hinzu, die per Anhalter ein Stück bei Ralle mitfahren möchte und sich später als entlaufene Nonne entpuppt. Doch schon bald wird es recht turbulent, denn zwischen den stehenden Autos tummeln sich die skurrilsten Gestalten. Dabei übernimmt unter der Regie von Florian Battermann jeder Schauspieler neben seiner Hauptrolle noch die Darstellung von zwei Nebencharakteren.

So lässt bei diesem ungewöhnlichen Ereignis natürlich die Presse nicht lange auf sich warten, und Semmelrogge versucht als Radioreporter O-Töne der Betroffenen einzufangen, bevor er später als Zuhälter nach einer geflüchteten Prostituierten (Schneider) sucht, die natürlich von den Autofahrern vor ihrem Peiniger gerettet wird. Eine Rotkreuz-Helferin (ebenfalls Schneider) versorgt die Wartenden mit Würstchen und heißem Tee und erkennt in dem spießigen Ehemann Uli ihren heißen Flirt vom Maschseefest vor fünf Jahren.

Spielhallen-Räuber tarnt sich als Weihnachtsmann

Ein Spielhallen-Räuber (Schuster) kommt – als Weihnachtsmann getarnt – vorbei und vertauscht den Sack mit seiner Beute versehentlich mit einem ähnlichen voller Geschenke aus dem Hilfstransport und einiges mehr. Als dann auch noch bei Sonja heftige Wehen einsetzen, ist das Chaos perfekt. Doch letztlich lassen all die Turbulenzen die Menschen einander näher kommen, und so wird trotz des teilweisen Klamauks, der das Publikum immer wieder herzlich zum Lachen bringt, die Weihnachtsbotschaft transportiert. Ausgerechnet der türkische Taxifahrer weist – wenn auch ohne Führerschein – unverdrossen darauf hin: „Es ist doch Weihnachten!“

Von Kerstin Wosnitza

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