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Stadt Peine Tödlicher Unfall: Bewährungsstrafe für 65-Jährige aus Edemissen
Stadt Peine Tödlicher Unfall: Bewährungsstrafe für 65-Jährige aus Edemissen
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19:00 16.07.2018
Amtsgericht Peine: Hier wurde verhandelt.
Amtsgericht Peine: Hier wurde verhandelt. Quelle: Archiv
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Peine/Edemissen

Was sich genau am Abend des 20. Dezember 2016 in Edemissen auf der L 320 in Höhe des Fußgängerüberweges abgespielt hatte, konnte vor Gericht nur anhand von Sachverständigenberichten halbwegs nachvollzogen werden. Die Edemisserin gab an, keinerlei Erinnerungen an den Unfallhergang zu haben. „Sie kann sich den Unfall bis heute nicht erklären“, sagte ihr Verteidiger mehrfach.

Laut Anklage sei die Autofahrerin mit ihrem Fahrzeug auf der Straße „Zum Osterberge“ in Richtung Blumenhagen unterwegs gewesen, als sie in Höhe des Fußgängerüberweges einen 69-Jährigen vermutlich aus Unachtsamkeit mit ihrem Fahrzeug erfasste.

Dieser hatte den gut ausgeleuchteten Fußgängerüberweg überquert und wurde durch den Aufprall lebensgefährlich am Kopf und Oberkörper verletzt. Infolge der schweren Verletzungen verstarb der Rentner etwa ein halbes Jahr nach dem Unfall.

Erhebliche Verletzung der Sorgfaltspflicht

Tatzeugen gab es für den Abend des Unfalls keine, zwei verkehrsanalytische Gutachten belegten jedoch, dass die Autofahrerin sich dem Fußgängerüberweg mit einer Geschwindigkeit von etwa 45 bis 50 Stundenkilometern genähert haben muss. Darin sah der Staatsanwalt eine erhebliche Verletzung der Sorgfaltspflicht, wenn auch eine unbewusste.

Die Angeklagte habe auf der geraden Strecke uneingeschränkte Sicht gehabt und hätte einen Fußgänger erkennen oder sich zumindest mit angepasster Geschwindigkeit und Bremsbereitschaft dem Überweg nähern müssen, hießt es bei der Urteilsverkündung. Bei Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht hätte der Unfall vermieden werden können.

Von Antje Ehlers