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Stadt Peine Streng geschützte Erdkröten sterben am Duttenstedter Kieswerk
Stadt Peine Streng geschützte Erdkröten sterben am Duttenstedter Kieswerk
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10:02 12.04.2018
Viele Erdkröten sind beim Kieswerk in Duttenstedt ums Leben gekommen. Quelle: Thomas Freiberg
Duttenstedt

Diplom-Biologe Matthias Fischer von der Firma Biodata erklärte dazu: „Wir sind als Spezialisten für Fachgutachten von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Peine beauftragt worden, ein Monitoring durchzuführen. Diese Aufgabe erfüllen wir seit Mitte März. Das Leeren der Eimer, in denen sich die Tiere befinden, findet einmal täglich statt – und zwar am Morgen. Das war bisher ausreichend. Von der plötzlich aufgetretenen Häufung an Kröten wurden wir überrascht, so ist das Unglück leider geschehen. Seit gestern sind wir nun zweimal täglich vor Ort.“

Ehrenamtliche Helfer retten 380 Kröten

Zur Vorgeschichte: Am Montagabend wurde durch eine zufällige Begehung des alten Kieswerkes in Duttenstedt eine akute Notsituation der Krötenpopulation festgestellt. Die „Kröteneimer“ waren quasi am Überquellen. Einige Eimer waren aus den Löchern entnommen, die Tiere saßen nun entweder in Erdlöchern fest oder befanden sich in den noch verbliebenen Eimern am Beginn der Austrocknung. In Anbetracht dessen, dass innerhalb der ehemaligen Grube große Mengen an Kröten schon ausgetrocknet am Ufer lagen, übernahmen ehrenamtliche Helfer dann schnell die Rettung der Tiere bis früh in die Morgenstunden. Die Bilanz der Nacht: 380 Erdkröten dürfen nun weiterleben.

Hans-Werner Kuklik, Vorsitzender der Biologischen Arbeitsgemeinschaft Peine, fordert ein schnelles Handeln der Verantwortlichen: „Für die restliche Zeit der Krötenwanderung sollte die anliegende Straße schnellstmöglich durch Schranken für den Verkehr geschlossen werden. Der Verkehr der Baufahrzeuge in der Grube muss genauso, bis die Krötenwanderung aufhört, sofort eingestellt werden, da dort täglich geschützte Tiere überfahren werden.“

Das sagt der Landkreis

Der Landkreis Peine nimmt Stellung zu dem Vorfall. Sprecherin Katja Schröder sagte: „Bereits im letzten Jahr konnten wir am nordwestlichen Rand des Twieholzes – südlich von Duttenstedt – im Bereich der dortigen Kieskuhle eine starke Amphibienwanderung feststellen. Die dort kurzfristig aufgestellten Zäune wurden von ehrenamtlichen Helfern betreut. Aufgrund des Verdachtes, dass hier auch streng geschützte Arten darunter befinden könnten, wurde in diesem Jahr eine Fachfirma damit beauftragt, den Zaun zu betreuen und eine fachgerechte Dokumentation durchzuführen.“

Die Untere Naturschutzbehörde sei am Montagabend darüber informiert worden, dass hier die Betreuung nicht so erfolgt sei, wie sie sein sollte. „Dies haben wir zum Anlass genommen, mit der Fachfirma die vertraglich geregelten Leistungen zu erörtern. Kreisverwaltung und Fachfirma arbeiten mit Hochdruck an einer kurzfristigen Lösung. Eine Sperrung des Verbindungsweges zwischen Essinghausen und Duttenstedt ist mit der Stadt Peine bisher nicht thematisiert worden“, so Schröder.

Von Thomas Freiberg

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