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Stadt Peine Stederdorfer Burg: Neue Ergebnisse von Budde
Stadt Peine Stederdorfer Burg: Neue Ergebnisse von Budde
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20:00 20.04.2019
Die Stederdorfer Pfarrkirche mit dem sehr kleinteiligen Bruchsteinmauerwerk von Südosten. Besteht sie aus dem Abbruchmaterial des Wehrturmes? Quelle: Thomas Budde
Stederdorf

Im vergangenen Jahr gelang dem Peiner Archäologen Thomas Budde die Entdeckung der Stederdorfer Burg (PAZ berichtete). Dies gelang ihm während des Schulneubaus am Südrand des alten Teils von Stederdorf. Jetzt konnte nachgewiesen werden, dass der leicht aufgehügelte Wallhof an der Straße Am Wehrturm mit dem Fachwerkhaus tatsächlich mit der Burg in Verbindung zu bringen ist.

Turm der Herren von Oberg

Diese Verbindung besteht mit dem Turm der Herren von Oberg, den diese 1306 nach einer verlorenen Fehde als Sühneleistung schleifen lassen mussten. Bei Erdarbeiten im Bereich des neuen Stederdorfer Schulhofs trat ein doppelter, wasserführender Wallgraben zutage. 1,60 Meter tief unter der Grundschwelle des Fachwerkgebäudes konnte auch die Ausbruchgrube der Außenmauer des Oberger Turmes nachgewiesen werden.

Die eingemauerte Henkelscherbe eines Steinzeuggefäßes in der östlichen Stirnwand des kleinen Gewölbekellers. Quelle: Thomas Budde

Turmhügelburg entdeckt

Spätmittelalterliche Keramikscherben in der Erdschicht über der Ausbruchgrube ließen keinen Zweifel daran, dass es sich tatsächlich um die Gründung des 1306 geschleiften Bauwerks handeln muss. Noch ältere Scherben aus dem 12. Jahrhundert könnten seine Erbauungszeit andeuten. Dem Typ nach handelt es sich offenbar um eine Turmhügelburg. Handbohrungen mit einem Bohrstab ließen ferner nach 1,20 Meter zum Gebäudeinnern einen harten Widerstand erkennen, „zweifellos ein Mauerwerk“, sagt Budde.

Fachwerkgebäude zu einem Drittel unterkellert

Weiterhin zeigte sich, dass das Fachwerkgebäude nur zu etwa einem Drittel unterkellert ist – und zwar nur im südlichen Teil. An zwei Stellen steigt der Kellerfußboden deutlich an. Dies deutet vermutlich auf darunter liegende, ältere Fundamentreste der Burg hin.

Eine im Gewölbescheitel eingelassene massive Eisenöse, an der eine Kette gehangen haben dürfte. Quelle: Thomas Budde

Wallhof als Amts- und Gerichtshaus

Das Kellermauerwerk ist insgesamt aus drei Epochen. „Das meiste stammt aus der Zeit um 1900, wie an den genormten Backsteinen im Reichsformat zu erkennen ist“, so Budde. Nur in den beiden kleinen Gewölbekellern im Südosteck verbirgt sich älteres Mauerwerk. Die beiden Tonnengewölbe bestehen aus älteren Backsteinen mit Grundmauern aus Natursteinen, der Fußboden aus denselben Backsteinen. Das Steinformat ist älter, lässt aber einen großen Spielraum etwa vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Eine im Gewölbescheitel mit eingemauerte massive Eisenöse könnte als Aufhängung für eine Kette gedient haben. Da der Wallhof von den Obergern als Amts- und Gerichtshaus genutzt worden ist, könnte das spärlich beleuchtete Gewölbe ein Kerker gewesen sein.

Großer und kleiner Gewölbekeller. Quelle: Thomas Budde

Stirnmauer aus anderen Natursteinen

Erkennbar älter und baulich abgesetzt sind jedoch die beiden aus anderen Natursteinen bestehenden Stirnmauern des Gewölbes. „Die Mauern setzen sich offenbar hinter dem Gewölbe noch weiter in den nicht unterkellerten Bereich fort“, sagt Budde. Die westliche Stirnmauer enthält zwei eingelassene Nischen zum Abstellen von Gegenständen, wie beispielsweise Öllampen. „Zur Burg passen die beiden Mauern aufgrund der Lage und Ausrichtung jedoch überhaupt nicht“, ist sich Budde sicher. „Sie gehören vielmehr wohl zum ersten Nachfolgebau, der auch schon ein Gerichtshaus gewesen ist.“ Als Fazit bleibe festzuhalten, dass weder die geheimnisvollen Wallhof-Gewölbe noch andere Teile des Kellers aufgehende Bausubstanz der Burg aufweisen

Die westliche Stirnwand des Gewölbekellers mit zwei eingefügten Nischen. Quelle: Thomas Budde

Pfarrkirche aus dem Material des Oberger Turms?

Der mündlichen Überlieferung im Dorf zufolge soll – wie Heimatpfleger Jürgen Sonnenberg berichtet – die Stederdorfer Pfarrkirche St. Petrus aus dem Abbruchmaterial des Oberger Turmes erbaut worden sein. Das kleinteilige und bunte Bruchsteinmauerwerk der Kirche lässt Vermutungen zu, dass es aus Abbruchtrümmern stammen mag. „Die Schriftquellen lassen uns hier jedoch wie so oft im Stich“, sagt Budde abschließend.

Von Michaela Gebauer

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