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Stadt Peine Start der Kinderimpfungen in Peine: Wo gibt es Termine und müssen Kinder geboostert werden?
Stadt Peine

Start der Kinderimpfungen in Peine: Wo gibt es Termine und müssen Kinder geboostert werden? 

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18:47 15.12.2021
Ein Arzt impft in seiner Praxis ein Mädchen. Im Kreis Peine wurden heute die ersten Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren geimpft.
Ein Arzt impft in seiner Praxis ein Mädchen. Im Kreis Peine wurden heute die ersten Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren geimpft. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Peine

Die Corona-Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren sind in Peine gestartet. Der Ilseder Kinderarzt Arno Grote hat am Mittwoch die ersten elf Kinder in seiner Praxis geimpft. Dafür benötigte er eine Ampulle des Impfstoffes, der am Dienstag geliefert wurde. Zusätzlich bietet der Kreis ab 4. Januar Impfaktionen für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren an. Wie funktioniert die Anmeldung? Auf was sollten Eltern nach der Impfung achten? Und wie groß ist das Interesse der Eltern an den Impfungen?

Wo wird geimpft und wie funktioniert die Terminvergabe?

In der Arztpraxis von Arno Grote rufen derzeit viele Eltern an, sie möchten einen Impftermin für ihre Kinder vereinbaren. „Wir setzen die Patienten auf eine Liste“, sagt Grote, aktuell seien es 50. „Termine vergeben wir erst, wenn „auch genügend Impfstoff ’sicher’ im Kühlschrank liegt“, berichtet der Mediziner. Kinderarzt Arno Grote rät Eltern, auch Impfangebote außerhalb der Praxen zu nutzen. Der Grund: Es ist Wintersaison und Infektzeit. Die Kapazitäten der Praxen seien damit bereits erschöpft.

Corona-Impfungen für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren bieten auch die mobilen Impfteams des Kreises an. Ab Dienstag, 4. Januar starten die Impfungen (siehe Infobox zu den Zeiten). Terminvereinbarung sind ab sofort unter www.impfportal-niedersachsen.de möglich.

Das sind die Termine für Kinderimpfungen

Corona-Impfungen mit Kinderimpfstoff gibt es am Freitag, 17. Dezember, und Sonntag, 19. Dezember, große Impfaktion bei der Impfstation am Peiner Klinikum. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Am Freitag, 17. Dezember, gibt es von 15 bis 20 Uhr ein offenes Impfen ausschließlich für Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren (ohne Termin). Am Sonntag, 19. Dezember, ist das offene Impfen für Kinder von 5 bis 11 Jahren und Erwachsene von 10 bis 19 Uhr (ohne Termin).

Eine weitere Impfaktion findet am Samstag. 18. Dezember in der Turnhalle Essinghausen statt. Kinderärztin Dr. Brigitte Ridder impft Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren in der Zeit von 8 bis 13 Uhr. Termine können unter www.doctena.de vereinbart werden. 

Auch der Kreis Peine bietet ab dem 4. Januar Impfaktionen von mobilen Impfteams an. Das sind die Termine: 4. bis 7. Januar: von 9 bis 15.45 Uhr sowie  8., 15., 22. und 29. Januar: von 9 bis 15 Uhr beim Corps der Bürgersöhne, Kantstraße 2 (südlicher Schützenplatz) in Peine. Die Zweitimpfungen sind wie folgt geplant: Erstimpfungen vom 4. und 5. Januar am 31. Januar von 9 Uhr bis 17.30 Uhr (Corps der Bürgersöhne), Erstimpfungen vom 6. und 7. Januar am 1. Februar von 9 bis 17.30 (Corps der Bürgersöhne), Erstimpfungen vom 8. Januar am 5. Februar von 9 bis 15 Uhr (Impfstützpunkt Woltorfer Straße 77 A, Peine), Erstimpfungen vom 15. Januar am 12. Februar von 9 bis 15 Uhr (Impfstützpunkt Woltorfer Straße 77A, Peine), Erstimpfungen vom 22. Januar am 19. Februar von 9 bis 15 Uhr (Impfstützpunkt Woltorfer Straße 77A, Peine), Erstimpfungen vom 29. Januar am 26. Februar von 9 bis 15 Uhr (Impfstützpunkt Woltorfer Straße 77A, Peine).

Für die Zweitimpfungen am 31. Januar und 1. Februar werden bei der Erstimpfung individuelle Termine mitgeteilt. Die anderen Zweitimpfungen finden zu den gleichen Zeiten wie die gebuchten Erstimpfungen statt.

Für eine Kinderimpfung ist die Anwesenheit einer erziehungsberechtigten Person zwingend erforderlich, wie der Landkreis mitteilt. Darüber hinaus sind ein Ausweisdokument der erziehungsberechtigten Person sowie, sofern vorhanden, der Impfpass des Kindes mitzubringen“, erklärt Kreissprecher Fabian Laaß. Sollte kein Impfpass vorhanden sein, kann selbstverständlich eine Ersatzbescheinigung ausgestellt werden.

Kinderarzt Arno Grote macht darauf aufmerksam, dass der Aufklärungs- und der Anamnesebogen und die Einwilligung vor einem Termin schon gelesen und unterschrieben sein sollten. Zum Impftermin können dann noch Fragen besprochen werden. Am Tag der Impfung gilt: kein Sport. An den folgenden drei Tagen sollten sportliche Aktivitäten nur mit „halbem Einsatz“ betrieben werden. Und für die Kinder sollte ein Ibuprofen-Schmerzsaft zu Hause sein.

Der Kinderarzt Arno Grote. Quelle: privat

Wie viele Termine gibt es?

Insgesamt stehen bei den mobilen Impfteams des Kreises zunächst 1600 Termine zur Verfügung. „Sollten darüber hinaus weitere Termine notwendig werden, kann der Kreis weitere Kontingente an Impfdosen bestellen“, so Laaß. Berechnungen der Impfdosen fanden anhand der Schülerstatistik statt. Rund 6600 Kinder im Landkreis Peine im Alter zwischen fünf und elf Jahren könnten geimpft werden, so der Kreissprecher – allerdings auch in den Kinderarztpraxen. Mit einer Lieferung des Impfstoffes rechnet der Landkreis bis spätestens Ende dieser Woche.

Die gewünschte Menge an Impfdosen hat Arno Grote bei der ersten Bestellung erhalten. Ob die Impfdosen reichen werden, „wird sich zeigen“, so der Kinderarzt. Die nächste Bestellung erfolge am 4. Januar. Dr. Friedrich Scheibe, Kreisvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Peine und praktizierender Arzt in Groß Bülten, berichtet, dass neun Millionen Kinder in Deutschland geimpft werden könnten, für 2,5 Millionen sei Impfstoff bestellt worden. Ob der Impfstoff ausreiche, sei derzeit noch nicht absehbar. „Allerdings“, betont Scheibe, „benötigen Kinder eine geringere Dosierung.“

Dr. Friedrich Scheibe. Quelle: Archiv

Wie sicher ist der Impfstoff für Kinder?

Das Impfen von Kindern ist ein sensibles Thema. Weshalb brauchen Ärzte viel Fingerspitzengefühl? „Der Impfstoff ist einfach neu“, sagt der Kinderarzt, „aber schon millionenfach erprobt – auch der Kinderimpfstoff ist schon millionenfach in Israel, USA und Kanada verimpft worden.“ Und er habe ein sehr gutes Sicherheitsprofil und biete einen Schutz von über 90 Prozent.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang: Es werde in dieser Altersstufe keine „allgemeine“ Impfempfehlung der Stiko geben. „Die ’Empfehlung’ gilt für Kinder mit Vorerkrankungen, dann kämen andere Indikationen, beispielsweise krebskranke Haushaltsangehörige dazu. „Alle anderen ’dürfen’ geimpft werden. Entsprechendes kennen wir schon bei der Grippe-Impfung. In Deutschland gibt es keine allgemeine Empfehlung zur Grippe-Impfung bei Kindern, in anderen Ländern schon, weil Kinder alte Menschen anstecken“, so Grote.

Wie wichtig ist die Impfung für die Jüngsten?

Mit den Kinderimpfungen steige die Chance das Pandemiegeschehen in den Griff zu bekommen, ist sich Scheibe sicher – und für Kinder mit Vorerkrankungen erhöhe sich zudem der Schutz. Wichtig, ergänzt Grote, seien weitere (Booster-) Impfungen bei den Erwachsenen. „Die Omikron-Welle wird noch kommen“, ist sich der Kinderarzt sicher.

Und wie sieht es bei den Booster-Impfungen für Kinder aus? Wird eine Auffrischungsimpfung notwendig? Scheibe erklärt dazu: „Diese Frage ist derzeit noch offen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass auch Kinder geboostert werden müssen, um einen Langzeiteffekt zu erzielen.“ Das betrifft die fünf- bis elfjährigen Kinder, aber auch Jugendliche bis 18 Jahre.

Von Nina Schacht