So funktioniert Musikschule in Corona-Zeiten
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Stadt Peine Es wird mit „Zoom“ gemacht: So lernt die Peiner Musikschule online
Stadt Peine Es wird mit „Zoom“ gemacht: So lernt die Peiner Musikschule online
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11:00 17.05.2020
Auch in Corona-Zeiten gibt es musikalische Früherziehung und Schlagzeug-Unterricht – über das Internet.
Auch in Corona-Zeiten gibt es musikalische Früherziehung und Schlagzeug-Unterricht – über das Internet. Quelle: Kreismusikschule Peine
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Kreis Peine

In Corona-Zeiten müssen auch Musikschulen neue Wege gehen, vor allem, wenn – wie in Peine – keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. So wird auch hier über das Internet unterrichtet. „Wir haben viele Programme durchprobiert“, sagt Sven Trümper, Leiter der Kreismusikschule Peine. Doch kein einziges funktioniere ohne Latenz, also ohne zeitliche Verzögerung. Entschieden habe man sich schließlich für die App „Zoom“.

Musizieren per Videokonferenz

Darüber kann per Videokonferenz gemeinsam musiziert werden. Die Teilnehmer können die Lehrkräfte sehen und hören. „Es gibt zum Beispiel montags die Chorprobe. Die Kollegin sitzt am Flügel und spielt etwas vor, die Sänger singen die Passage nach“, erläutert Trümper. Allerdings würden die Sänger von der Lehrkraft zwischendurch stumm geschaltet, denn sonst ergebe sich ein großes stimmliches Durcheinander aufgrund der Verzögerung. „Das ist dann eher Stimmbildung oder Gesangscoaching in der Gruppe“, erklärt der Leiter. „Bei Einzelpersonen geht es, bei größeren Gruppen nicht.“

Trotz Corona gibt es auch das Instrumentenkarussell –allerdings in abgewandelter Form. Elf Lehrer stellen elf Instrumente online vor, jede Woche ein anderes. „Es ist ein bisschen wie ’Die Sendung mit der Maus’“, beschreibt Trümper. Für die Flötenvorstellung wird zum Beispiel eine leere Flasche benötigt, es gibt gibt Youtube-Links und es wird vorgeführt, wie das Instrument klingt. Aber das Haptische, das Anfassen fehlt.

Gute Resonanz

„Es ist eine Notlösung“, sagt Trümper. „Wir passen uns der Situation an.“ Doch die Resonanz sei gut: „Wir haben 620 Anmeldungen, von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir haben eine 85-Jährige, die Harfenunterricht über Zoom nimmt.“

Bis zu den Sommerferien will die Musikschule ihren Unterricht überwiegend online weiterführen. Denn sie hat nur wenige eigene Räume, für den Großteil ihres Unterrichts nutzt sie Räume, die ihnen sonst die allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung stellen. „Ab dem 18. Mai werden wir unsere Zweigstellen wieder öffnen“, erklärt der Musikschulleiter. „Allerdings nur für den Einzelunterricht und für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, den digitalen Unterricht zu nutzen.“

Das ist die App Zoom

Wer sich bei der Kreismusikschule angemeldet hat, kann auf deren Homepage unter www.kms-peine.de per Mausklick einen von vier virtuellen „Übungsräumen“ betreten. Dahinter verbergen sich Links zu den Videokonferenzen. Wenn Zoom noch nicht auf dem Endgerät installiert ist, kommt eine Aufforderung dies zu tun, wenn es bereits installiert ist, startet die App und die Teilnehmer können dem Meeting mit einer für sie hinterlegten Einladung und ihren Zugangsdaten beitreten. Per Webcam können sich die Teilnehmer sehen, per Mikrofon miteinander kommunizieren und musizieren. Um das Online-Angebot der Kreismusikschule nutzen zu können, müssen Teilnehmer eine Einverständniserklärung abgeben. Datenschützer kritisieren die Konferenz-App, die ihren Unternehmenssitz in den USA hat.

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Von Mirja Polreich