Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine SPD und CDU bedauern die Schließung der Frauenklinik
Stadt Peine SPD und CDU bedauern die Schließung der Frauenklinik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
21:20 21.02.2019
Das Peiner Klinikum steckt in der Krise. Nun wird die Fachabteilung für Frauenheilkunde geschlossen. Quelle: www.fotodesign-bierwagen.de
Anzeige
Peine

Hohe Wellen hat die angekündigte Schließung des Kreissaals und der Frauenklinik im Peiner Klinikum zum 30. Juni geschlagen. Nicht nur viele Peiner sind empört (siehe Facebook-Kommentare unten), auch die Politik bedauert diesen Schritt. Von der Schließung sind circa 20 Mitarbeiter betroffen, denen in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat andere Arbeitsplatzangebote innerhalb der AKH-Gruppe gemacht wurden.

„Es wurden zu wenig Kinder in Peine geboren“

Frank Hoffmann, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, bezeichnet die Entscheidung als bedauerlich. „Natürlich hätte man auch in Zukunft gerne Geburten in Peine, aber es braucht 1000 Neugeborene, damit sich eine solche Abteilung rechnet. In Peine waren es einfach zu wenige“, sagt er. „Viele Eltern sind in der Vergangenheit in andere Krankenhäuser gegangen. Zusätzlich gab es Schwierigkeiten Fachärzte für den Standort Peine zu gewinnen, so dass aus Braunschweig Ärzte praktisch eingeflogen werden mussten“, hieß es weiter. Veränderungen wären zu erwarten gewesen, das es nun gerade die Frauenklinik getroffen hat, sei nicht schön, sagte der Sozialdemokrat abschließend.

Anzeige

CDU will Gesamtpaket beurteilen

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Michael Kramer, bewertet die Schließung der Frauenklinik ebenfalls als bedauerlich. „Wir werden uns in der Fraktion ganz ausführlich mit diesem Thema beschäftigen. Einige Hintergrundinformationen zu den Gründen haben wir bereits erhalten. Allerdings wollen wir das Gutachten abwarten, um das Gesamtpaket beurteilen zu können.“

Die Hintergründe

Zum Hintergrund: Alle Geschäftsbereiche des Klinikums wurden und werden aufgrund der schwelenden Finanzkrise auf deren Zukunftschancen und Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung hin untersucht, bestätigte AKH-Sprecher Ralf Kuchenbuch. „Die gynäkologischen Leistungszahlen seien seit Jahren rückläufig, die geburtshilflichen Zahlen würden auf niedrigem Niveau schwanken“, sagte er. Als Gegenmaßnahmen seien mehrere Szenarien entwickelt worden, die jedoch letztendlich zu keinem tragfähigen Ergebnis geführt hätten.

Schließung der Frauenstation: Peiner äußern ihr Unverständnis auf Facebook

Nicht nur die Dramatik um die Situation des Klinikums wird im Landkreis heftig diskutiert, auch die Information über die Schließung der Frauenklinik sorgt für viel Gesprächsstoff in den sozialen Netzwerken.

So schreibt zum Beispiel Nicole S.: „Das Kreißsaalsterben geht weiter. Ich war so froh, dass ich mit Wehen nicht noch 30 Minuten mit dem Auto fahren musste. Die zehn Minuten von mir bis ins Krankenhaus haben mir vollauf gereicht. Aber so ist das, wenn Profit vor Ethik geht und wenn die Gesetzliche Krankenversicherung und die Politik es nicht auf die Reihe bekommen, Entbindungen leistungsgerecht abzurechnen. Ich für meinen Teil war sehr froh um die zwei Geburten in Kreißsaal eins im Klinikum Peine bei liebevoller eins zu eins Betreuung von Hanna und Nadja. Aber damit war ich auch zwei mal ein Verlustgeschäft.“

Marion A. ist der Ansicht, dass nicht nur Peine die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen sollte: „Ja, es ist sehr traurig das in unserem Klinikum Peine eine Station nach der anderen zugemacht wird. Erst die Kinderstation, jetzt die Frauen Station. So lange, bis es ganz geschlossen wird. Der Landkreis Peine hat insgesamt 133.862 Einwohner mit sieben Gemeinden und der Landkreis Celle hat insgesamt 176.238 Einwohner mit 25 Gemeinden. Welche Station wird denn in Celle geschlossen ??? Oder fahren sie dort nur schwarze Zahlen ein ?? Vielleicht sollte man mal in der Verwaltung Stellen abbauen da würde man so manchen Euro einsparen.

Und Axel B. hat beobachtet: „Landwirte protestieren gegen die Stromtrasse um mehr Geld als Entschädigung zu erhalten. Im Klinikum gehen die Lichter Stück für Stück aus. Keine Mitarbeiter und Landkreisbewohner demonstrieren. Findet den Fehler!“Dass die Schließung nicht nur werdende Mütter betrifft, macht Elke P. deutlich. „Traurig. War meiner Meinung nach die beste Station. Haben sich vor einigen Jahren immer sehr gut um meine Mutter gekümmert. Dies war auf anderen Stationen leider nicht der Fall“, schreibt sie in ihrem Kommentar.

Von Kathrin Bolte

Anzeige