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Stadt Peine Richard Vetter: Gedenken an den Erfinder und Tüftler
Stadt Peine Richard Vetter: Gedenken an den Erfinder und Tüftler
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16:03 12.09.2019
Viele interessierte Gäste trafen sich in der ehemaligen Sparkasse Dungelbeck im Gedenken an Richard Vetter. Quelle: Eckhard Bruns
Dungelbeck

100 Jahre alt wäre der erfolgreiche Unternehmer sowie vielseitige Erfinder und Tüftler Richard Vetter am 11. September geworden. Ihm zu Ehren haben Walter Kühne, Heimatverein Dungelbeck, und Klaus-Dieter Balke, Geschäftsführer der Firma Balke, am Mittwochabend zum gemeinsamen Abend in die Räume der alten Sparkasse in Dungelbeck eingeladen.

Über 30 interessierte Gäste trafen sich zur Feierstunde. Ortsbürgermeister Rainer Hülzenbecher begrüßte unter anderem Ursula Kopitzki-Schröder, die von 1980 bis 1998 als Pastorin in Dungelbeck tätig war, und Thomas Kreisel, 2. Vorsitzender des Industrie- und Wirtschaftsvereins Peine.

Vielseitiger Unternehmer mit starkem Umweltbewusstsein

In seinem kurzen Rückblick auf das Wirken von Vetter hob Hülzenbecher hervor: „Richard Vetter war ein vielseitiger Unternehmer mit starkem Umweltbewusstsein. Dabei hat er schon immer weitergedacht als andere Menschen und entsprechend aktiv gehandelt.“ Kreisel verglich die unternehmerischen Verdienste und zahlreichen Erfindungen von Vetter mit den heutigen Start-Up-Unternehmen, die sich mit neuen Ideen den Märkten öffnen.

Vetter war ein Erfinder und Forscher, sowie ein streitbarer und manchmal aufbrausender Unternehmer mit Ideen sowie einer starken Umsetzungskraft“, so Kreisel und weiter: „Unser Industrieverein feiert in diesem Jahr ebenfalls sein 100-jähriges Bestehen, daher gab es über viele Jahre hinweg gute Verbindungen zum vielseitigen Wirken von Vetter.“

Ein Blick auf das Leben von Richard Vetter

Vetter und sein Einzelkämpfer-Leben

Die ehemalige Dungelbecker Pastorin Kopitzki beleuchtete das Einzelkämpfer-Leben von Vetter für die Zeit von 1980 und bis 1998 – ihrer Dienstzeit in Dungelbeck – und darüber hinaus. In zahlreichen persönlichen Gesprächen unterstützte sie das Wirken von Vetter aus Sicht der Kirche. „Sein ausgeprägtes Umweltbewusstsein wurde von vielen Seiten aus Blindheit nicht ausreichend unterstützt. Das Verhalten von Politik, Lobby und Wirtschaft bremste Vetter immer wieder unnötig aus“, machte sie deutlich und erwähnte weiter: „Vielleicht wäre damals – vor rund 40 Jahren – eine ,Greta’ wichtig gewesen. Eventuell auch eine mit Talar.“

241 Patente stammen von Vetter

Diesen Aussagen schloss sich Balke an: „Vetter revolutionierte die fossile Menschheit mit seinen Ideen und Forschungsergebnissen.“ Für seine Leistungen erhielt Vetter unter anderem 1986 die renommierte „Diesel-Medaille in Silber“ sowie den „Vital-Preis für praktischen Umweltschutz“. 241 Patente, davon 129 für Verbrennung und 39 für Backwesen, wurden laut der Recherche von Balke für Vetter eingetragen.

Der Vetter-Ofen

Der gelernte Müllermeister und spätere Brot-Bäcker kümmerte sich nach dem Brand seiner Brotfabrik im Jahr 1977 vorrangig um die Forschung und Entwicklung von modernen Brennwert-Heiztechniken. Wie den berühmten Vetter-Ofen, der mit seiner neuen Technik die gesamte Branche auf den Kopf stellte. Doch immer wieder war der geniale Erfinder mit andauernden und zermürbenden Kämpfen mit den Behörden sowie unterschiedlichen Interessen aus Politik, Verbänden und Wirtschaft konfrontiert.

Der Panorama-Bericht vom 19. Februar 1985 über Vetter und seinen Ofen ist bis heute noch in der ARD-Mediathek abrufbar. Richard Vetter wurde am 11. September 1919 in Leonberg (Baden-Württemberg) geboren. Er starb am 19. April 2000 im Alter von 80 Jahren in seinem Haus in Dungelbeck.

Von Eckhard Bruns

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