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Stadt Peine Kulturen feiern gemeinsam das Fastenbrechen
Stadt Peine Kulturen feiern gemeinsam das Fastenbrechen
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19:01 02.06.2019
Gut 2000 Gäste hatten sich am Samstag im Stadtpark zum öffentlichen Fastenbrechen eingefunden. Quelle: Antje Ehlers
Peine

Für die muslimischen Gläubigen endet am Montag der Fastenmonat Ramadan, das Ende wird am Dienstag mit dem sogenannten Zuckerfest groß gefeiert. Doch schon am Samstag luden die drei Peiner Moscheegemeinden zum öffentlichen Iftar, dem Fastenbrechen nach Sonnenuntergang ein.

Die Veranstaltung fand erstmals im Peiner Stadtpark statt, dieser bot nicht nur aufgrund des herrlichen Wetters ein ideales Ambiente für das Zusammentreffen verschiedener Kulturen. „Vorher war das Fastenbrechen in der Braunschweiger Straße, doch wir wollen noch mehr auf die Bevölkerung zugehen und den für einige beängstigenden Schritt in die Südstadt vermeiden“, sagt Türkes Tosun von der Takva-Moschee und einer der Organisatoren.

Mehr als 2000 Gäste

Diese Idee scheint anzukommen, denn mehr als 2000 Bürger unterschiedlicher Herkunft waren in den Stadtpark gekommen – darunter etliche Nicht-Muslime. Sie nahmen an den langen, mit Wasserflaschen, Datteln und Fladenbrot gedeckten Tischreihen oder einfach auf dem Rasen oder auf Picknick-Decken Platz.

In ihren Reden und Grußworten gingen sowohl die Vertreter der Moscheegemeinden als auch die Vertreter von Kirche und Politik auf die Bedeutung des Miteinanders verschiedener Kulturen sowie die Rolle des Fastens beziehungsweise des gemeinsamen Fastenbrechens ein. So sei Fasten mehr als der Verzicht auf Essen, es sei eine besondere Zeit des Spendens, des Teilens und des Verzichts auf Schlechtes, so Tamer Karahan, Vorsitzender der Ditib-Moschee-Gemeinde. „Wir setzen damit ein Zeichen der Verbundenheit, das viel Positives in sich trägt. Es bringt Menschen zusammen.“

Chance zum religiösen Dialog

„Iftar war schon immer eine Plattform, die Menschen verbunden hat“, bekräftigte auch Adem Tatli als Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Mili Görüs. Diese bestätigten auch die stellvertretende Landrätin Doris Meyermann (Grüne), Stadtrat Christian Axmann und Superintendent Dr. Volker Menke in ihren Grußworten. Sie gingen – wie teilweise zuvor auch schon die muslimischen Redner – auf die Bedeutung des Grundgesetzes und der deutschen Verfassung ein, wiesen auf Gemeinsamkeiten der Glaubensrichtungen hin und riefen zum religiösen Dialog auf.

Mehr als 2000 Muslime und Nicht-Muslime trafen sich im Peiner Stadtpark, um gemeinsam nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen zu feiern.

Pünktlich zum Sonnenuntergang um 21.37 Uhr und nach einem kurzen Bittgebet durften die Anwesenden dann eine gemeinsame Mahlzeit einnehmen, Linsensuppe, Bulgur und Köfte (Hackfleischbällchen) mit Gemüse, bevor der Abend mit Gesprächen ausklang.

Hintergrund zum Fastenbrechen

Der islamische Ramadan ist allgemein als Fastenmonat bekannt. In dieser Zeit dürfen die Gläubigen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nehmen – Ausnahmen gibt es für Schwangere, alte und kranke Menschen, auch Kinder werden erst ab der Pubertät an das Fasten herangeführt.

Während des Ramadan nehmen die Gläubigen etwa 20 Minuten vor Sonnenaufgang die letzte Mahlzeit zu sich – meist mitten in der Nacht. Nach Sonnenuntergang dann treffen sich die Muslime zum Iftar, wie das Fastenbrechen auf Arabisch bezeichnet wird. Dann wird gemeinsam mit der Familie eine Mahlzeit eingenommen. Auch Freunde und Nachbarn, die nicht zwingend dem muslimischen Glauben angehören müssen, sind dazu eingeladen. Oft beginnt das Essen mit einer süßen Dattel und reichlich Wasser, um den Körper auf die Nahrungsaufnahme vorzubereiten.

In den letzten Jahren wird das Fastenbrechen zum Ende des Ramadan zunehmend öffentlich gefeiert. Dadurch soll, gerade in Deutschland, das Miteinander der unterschiedlichen Kulturen ausgebaut und gestärkt und Hemmschwellen abgebaut werden. In Peine hatten die Vertreter der Moscheegemeinden zum vierten Mal zum gemeinsamen, öffentlichen Fastenbrechen aufgerufen.

Das Fasten wird von vielen Gläubigen nicht als Verzicht empfunden, sondern als sehr intensive Zeit, in der sie sich mit dem Verhältnis zum Verzichtbaren beschäftigen. Es sei auch eine Zeit des Miteinanders und des „Sich-näher-Kommens“, eine Zeit ohne üble Nachrede, schlechten Taten und Beleidigungen. So lerne man, sich wieder auf die wahren Werte zu konzentrieren.

Von Antje Ehlers

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