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Stadt Peine Prostituiertenmord: Zeuge soll ein „Schaumschläger“ sein
Stadt Peine Prostituiertenmord: Zeuge soll ein „Schaumschläger“ sein
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00:17 16.12.2017
Der Angeklagte verdeckte im Gerichtssaal auch gestern sein Gesicht.  Quelle: Wiebke Barth
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Hildesheim/Peine

Seine Aussage hatte den 30-jährigen Angeklagten erst ins Visier der Ermittler gebracht.

Ein „Schaumschläger“ sei er gewesen, einer der „irgendwelche Geschichten“ erzählte, der ein „großes Mundwerk und nichts dahinter“ hatte, war von den Zeugen zu hören. Selbst eine ehemals gute Freundin, Aufsicht in einer Spielhalle, ist vor Gericht nicht mehr gut auf den Mann zu sprechen, der sie in diese Situation gebracht hat: Als Zeugin in einem Mordprozess aussagen zu müssen.

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Ihre Kollegin geht noch weiter: Sie kenne den 42-Jährigen lange, weil beide in der Nähe von Hohenhameln gewohnt hätten: „Die ganze Familie nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau.“ Der Mann sei ihr unsympathisch gewesen und habe wegen schlechten Benehmens in der Spielhalle Hausverbot gehabt.

Der 42-Jährige und der Angeklagte hätten sich gern als Halbbrüder vorgestellt, erzählen mehrere Zeugen. Beide hätten sich außerdem mit Kontakten zu den Hells Angels gebrüstet.

Während die meisten Zeugen solche Bemerkungen als haltlose Angeberei abtaten, berichtete die Spielhallen-Angestellte, es seien tatsächlich einmal drei Männer auf der Suche nach dem Zeugen recht lautstark aufgetreten, und einer von ihnen habe eine Jeansjacke mit dem Symbol der Rockerbande getragen. Sie sei den Männern nicht selbst begegnet, habe sie aber auf einer Videoaufzeichnung gesehen. Vor Gericht hatten beide Männer eine Bekanntschaft mit den Hells Angels von sich gewiesen.

Ihr sei der 42-Jährige immer unsympathisch gewesen, betonte die 24 Jahre alte Freundin des Angeklagten: „Über den kann ich nur Schlechtes sagen.“ Er habe sie auseinanderbringen wollen, habe ihren Freund sogar bedroht. Ihr selbst sei er mit Anrufen und Whatsapp-Nachrichten auf die Nerven gegangen: „Ich habe ihn gemieden.“

Die 24-Jährige erklärte, ihr Freund habe ihr schon im November 2016 den fraglichen Abend ebenso geschildert wie er es jetzt im Prozess tat: Er sei von einer Prostituierten gekratzt worden, als er sie von sich stieß. Und sein Freund habe ihn auf einer Party für etwa eine Stunde allein gelassen, sei mit seinem Auto und Handy weggefahren.

Von Wiebke Barth