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Stadt Peine Prozess gegen mutmaßlichen Vergewaltiger beginnt
Stadt Peine Prozess gegen mutmaßlichen Vergewaltiger beginnt
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00:19 09.05.2019
Dolmetscher Daud Naso (links) im Gespräch mit dem 34-jährigen Angeklagten und seinem Verteidiger Erhard Hallmann vor Prozessbeginn. Quelle: Eckhard Bruns
Peine/Hildesheim

Stimmen die Tatvorwürfe gegen den Angeklagten oder war es ein Racheakt? Am Montag begann der Prozess gegen einen heute 34-jährigen, in Peine wohnenden, Sudanesen vor dem Landgericht in Hildesheim. Dem Angeklagten wird Vergewaltigung in drei Fällen und versuchte räuberische Erpressung mit Gewaltandrohung zur Last gelegt. Die Taten sollen von März bis Mai 2018 in Peine, in der Wohnung des vermeintlichen Opfers, eine Ärztin, erfolgt sein.

Geschlechtsverkehr war zuvor einvernehmlich

Der Sudanese soll im Tatzeitraum in mindestens drei Fällen eine Frau, die er seit 2016 kannte, bei Aufenthalten in ihrer Wohnung mehrfach zum Geschlechtsverkehr unter Gewaltandrohung gedrängt haben, nachdem es zuvor mehrfach zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen sei. Auch Bargeld habe er von ihr gefordert und soll sie dabei festgehalten haben, heißt es in der Anklageschrift. Da dies nicht zum erkennbaren Erfolg führte, habe der Beschuldigte später ihr Handy an sich genommen und mit dessen Verkauf gedroht, bis die Frau ihm schließlich rund 20 Euro gegeben haben soll. Um sich Zutritt zu der Wohnung zu verschaffen, habe er eine Scheibe eingeschlagen, wird dem Angeklagten vorgeworfen. Dabei verletzte sich der Sudanese an der Hand, aber die Ärztin hätte die Verletzung versorgt und die Polizei gerufen, die den Mann schließlich festnahm.

Angeklagter spricht von Rache

Der Sudanese bestritt alle Tatvorwürfe bis auf die zerschlagene Glasscheibe und den damit verbundenen unerlaubten Zutritt zum Haus des vermeintlichen Opfers. „Die Vorwürfe des angeblichen Opfers sind Racheakte gegen mich, weil ich ihren Drogenanbau bei der Polizei bekannt gemacht hatte“, behauptete der Angeklagte mit dem Zusatz: „Ich schwöre!“

 Hier wird verhandelt: Das Landgericht in Hildesheim. Quelle: Eckhard Bruns

„Sie wollte täglich Sex“

Der 34-Jährige gab an, dass er regelmäßig viel Alkohol und Drogen konsumiert und aufgrund von Depressionen in Behandlung sei. Die Polizei soll in seiner Wohnung 13 Gramm Marihuana sichergestellt haben, die er von seinem vermeintlichen Opfer bekommen haben will. Nach Aussage des Angeklagten soll die Frau ihm wiederholt Geld als eine Art „Darlehen“ gegeben haben. Nach dem Einschlagen der Scheibe habe es weitere, einvernehmliche sexuelle Kontakte in der Wohnung der Ärztin gegeben. „Sie wollte täglich Sex. Ich auch! Ich liebe diese Frau. Ich mache alles für sie“, beteuerte der Angeklagte vor Gericht.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

Von Eckhard Bruns

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