Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Peiner mit Fleischklopfer attackiert: Sechs Jahre Haft gefordert
Stadt Peine Peiner mit Fleischklopfer attackiert: Sechs Jahre Haft gefordert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:02 19.12.2018
Verhandlung im Peiner Inkasso-Fall vor dem Landgericht Hildesheim (von links): Dolmetscherin Danuta Kowalska-Jaschek, der 37-jährige Angeklagte sowie sein Verteidiger Dr. Rainer Küster. Quelle: ebr
Peine/Hildesheim

„Ich habe keinen Zweifel an der beschriebenen Tatbeteiligung des Angeklagten,“ sagte der Staatsanwalt. Er stufte die Tat als besonders schweren Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung unter Einsatz eines gefährlichen Werkzeugs (Fleischklopfer) ein.

Und das war angeblich passiert: Weil das spätere Opfer ihm noch 5000 Euro für eine erfolgte Renovierung schuldete, habe sich der 37-jährige Angeklagte aus Hannover mit weiteren Männern Zutritt zur Wohnung des Peiner verschafft und ihn bedroht. Während der gewalttätigen Auseinandersetzung sei neben Faustschlägen eben auch ein Fleischklopfer zum Einsatz gekommen, der Geschädigte erlitt erhebliche Verletzungen im Kopfbereich.

War es gefährliche Körperverletzung?

Während seines Plädoyers führte der Staatsanwalt weiter aus, dass es besonders erschwerend sei, dass die Tat in der Wohnung des Opfers und vor den Augen der Partnerin und der kleinen Tochter des Opfers stattfand. Als angemessenes Strafmaß forderte er sechs Jahre Freiheitsstrafe für den Schläger. „So ein Verhalten gehört nicht in einen Rechtsstaat“, so der Staatsanwalt abschließend.

Erwartungsgemäß sah es der Verteidiger in seinem Plädoyer etwas anders. „Mein Mandant räumt ein, dass er sein Opfer geschlagen hat und weist dabei auf eine entsprechende Gegenwehr des Geschädigten hin. Aus meiner Sicht gibt es keinen Nachweis zum Einsatz eines Fleischklopfers bei der Tat. Damit entfällt der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung“, betonte er.

Bewährungsstraße gefordert

Auch für eine Wertsachenentwendung gebe es keine Beweise. Zu der angeblichen Flucht der Angreifer mit dem Auto der Partnerin des Opfers sagte der Verteidiger: „Wurde der Seat wirklich gestohlen oder steckt da etwas ganz anderes dahinter? Auch hierfür gibt es keine Nachweise.“ Er stellte wegen Körperverletzung den Antrag auf eine Strafe von 18 Monaten. Diese sollte zur Bewährung ausgesetzt und die bereits erfolgte Haftdauer von vier Monaten angerechnet werden.

Vor den Plädoyers hatte ein Sachverständiger den Notaufnahmebericht aus dem Klinikum Peine analysiert, in dem das Opfer nach dem brutalen Überfall untersucht und behandelt worden war. Außerdem sagten eine Richter und ein Polizist als Zeugen aus, die beiden bereits im ersten Prozess mit dem Fall befasst waren. Diese Verhandlung endete damals mit einem Freispruch für einen damals angeklagten 55-Jährigen (PAZ berichtete).

Von unserer Redaktion

Die Maler- und Lackierer-Innung Peine hat bei der aktuellen Innungsversammlung einen neuen Obermeister gewählt: Dino Münchenberg hat das Amt von seinem Vorgänger Ulf Glagow übernommen.

19.12.2018

Am Mittwoch gibt es im Kreis Peine wieder Tempokontrollen. Der Landkreis hat die zu erwartenden Einsatzorte allerdings schon vorab bekanntgegeben.

19.12.2018

„Der Aufruf der AfD zur Denunziation unserer Lehrkräfte ist widerwärtig und wird von uns verurteilt“, so der Vorsitzende des Schulleitungsverbands Niedersachsen (SLVN), Frank Stöber aus Peine, zur Einrichtung des AfD-Meldeportals in Niedersachsen.

18.12.2018