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Stadt Peine „Wir schenken uns nichts“
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Peiner Seitenblick: „Wir schenken uns nichts“

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09:00 18.12.2020
Ein Mann mit Weihnachtspräsent unter dem Arm. In seiner Familie schenkt man sich eigentlich nichts. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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„Wir schenken uns diesmal nichts!“ Das ist ein toxischer Satz, der die gesamte Weihnachtsstimmung vermiesen und im Extremfall sogar Beziehungen zerstören kann. Meistens sind es Männer, die sich nach einer solchen Aussage tatsächlich um kein Geschenk gekümmert haben und am Ende als einzige mit leeren Händen dastehen.

Männer haben eben nicht die Sensibilität, auf die Betonung – oder auch Nichtbetonung – dieser Worte zu achten. „Nichts“ ist zwar physikalisch ein klarer Begriff, aber zwischenmenschlich kann dieses Nichts durchaus materiell sein.

Wer den Corona-Lockdown für ein Geschenk hält, weil er die Ausrede hat, dass die Geschäfte geschlossen waren, liegt daneben. Zwar könnte man noch Lebensmittel kaufen, aber Weihnachten eine Dose Bohnen zu überreichen, ist nicht sehr charmant. Doch was entgegnet man dem Argument: „Du hättest Dich ja rechtzeitig drum kümmern können!“

Wie Mann‘s macht, macht Mann‘s verkehrt. Wenn wir eines aus der Corona-Zeit lernen: Weihnachtsgeschenke muss man schon im Frühjahr kaufen – für den Fall, dass die Geschäfte vor dem Fest plötzlich geschlossen werden, gerade wenn man sich sowieso nichts schenkt.

Von Matthias Preß