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Stadt Peine Kreislandwirt Henties: „Die Lage ist äußerst angespannt!“
Stadt Peine Kreislandwirt Henties: „Die Lage ist äußerst angespannt!“
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00:17 29.07.2018
Vielerorts läuft derzeit die Getreideernte. Viele Landwirte befürchten wegen der anhaltenden Hitze Ertragseinbußen.
Vielerorts läuft derzeit die Getreideernte. Viele Landwirte befürchten wegen der anhaltenden Hitze Ertragseinbußen. Quelle: dpa
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Kreis Peine

Von 20 Prozent Ernteeinbußen bei den rund 350 landwirtschaftlichen Betrieben im Peiner Land geht Henties derzeit aus. „In Einzelfällen können es sogar 50 Prozent sein“, so der Kreislandwirt. Es fehle einfach der Regen.

„Der Jahresdurchschnittsniederschlag beträgt für Peine etwa 650 Liter pro Quadratmeter. Bis heute sind erst rund 180 Liter gefallen, davon nur etwa 30 Liter in der Hauptwachstumszeit ab Mai“, sagt der Kreislandwirt.

Die Trockenheit treffe den Landkreis dabei ganz unterschiedlich: Im Nordkreis sei man auch wegen der eher sandigen Böden besser darauf eingestellt, die Landwirte im südlichen Kreisgebiet hätten da mehr zu kämpfen.

Kühe geben weniger Milch

„Hauptleidtragende der Hitzewelle sind jedoch auch die Milchviehbetriebe“, erläutert Henties. So würden Kühe bei solch extremen Temperaturen deutlich weniger Milch geben, außerdem werde langsam das Futter knapp.

Die Ernteausfälle schlagen sich dabei natürlich auch auf die Mais- und Grassilage nieder – und das lässt die Preise steigen. So werde die Fütterung immer kostspieliger.

Getreide wird teurer

Für viele Ackerbaubetriebe ist dies jedoch gleichzeitig der einzige Lichtblick: Das wegen der Trockenheit eingeschränkte Angebot an Getreide lässt auch hier die Preise steigen, diese liegen mittlerweile zwischen elf und 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. „So kann wenigstens ein Teil des Minderertrages ausgeglichen werden“, sagt Henties.

Doch es ist nicht nur der finanzielle Aspekt – „viele Landwirte kommen psychisch und körperlich langsam an ihre Grenzen“, so der Kreislandwirt. „Seit zehn Wochen sind die Beregnungsbetriebe im Dauereinsatz, das ist einfach eine enorme Belastung.“

Von Tobias Mull