Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Peiner Klinik-Krise: Stellenkürzungen in der Notaufnahme
Stadt Peine Peiner Klinik-Krise: Stellenkürzungen in der Notaufnahme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 29.06.2019
Das Peiner Klinikum an der Virchowstraße steckt in der Krise. Jetzt wird der geplante Stellenabbau konkreter.
Das Peiner Klinikum an der Virchowstraße steckt in der Krise. Jetzt wird der geplante Stellenabbau konkreter. Quelle: AKH/Christian Bierwagen
Anzeige
Peine

Der Stellenabbau im kriselnden Peiner Klinikum – er wird langsam konkreter. Nach PAZ-Informationen sollen die Reinigungskräfte zum 1. Juli in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert werden, zudem steht ein Jobabbau in der Notaufnahme an. Insgesamt 60 Stellen sollen wegfallen.

So wurde kürzlich die AKH Facility GmbH gegründet – diese Tochtergesellschaft des Krankenhaus-Betreibers AKH soll zum 1. Juli die Reinigung des Krankenhauses in Peine übernehmen. Die bisherigen Mitarbeiter sollen im Rahmen einer sogenannten Personalgestellung bis zum 31. Dezember 2020 innerhalb dieser neuen Firma tätig werden – bei gleichem Lohn und Urlaubsanspruch, wie AKH-Sprecher Ralf Kuchenbuch auf Anfrage unterstrich.

Keine Neueinstellungen

„Ab sofort werden im Klinikum in diesem Bereich auch keine Neueinstellungen mehr erfolgen, sondern ausschließlich in der Tochtergesellschaft. Derzeit wird eine Ausschreibung vorbereitet mit dem Ziel der externen Vergabe der Reinigung ab dem 1. Januar 2021. Die Arbeitsplätze im Klinikum Peine werden – da keine eigene Reinigung mehr vorgehalten wird – ab diesem Zeitpunkt dann entfallen“, so Kuchenbuch weiter.

Heißt: Für eineinhalb Jahre gibt es Bestandsschutz, danach drohen betriebsbedingte Kündigungen. Die Reinigungskräfte können sich dann natürlich auch bei dem neuen Anbieter bewerben – vermutlich zu deutlich schlechteren Konditionen. Diese hatte Anfang des Jahres bereits Axel Reichinger von der Gewerkschaft Verdi in der PAZ kritisiert: „Ziel sind Einsparungen beim Personal. Das hat immer auch massive Auswirkungen auf die Arbeits- und Einkommensbedingungen bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes.“

Abbau in Notaufnahme

Nicht nur die Reinigungskräfte sind von den aktuellen Entwicklungen betroffen, nach PAZ-Informationen sollen zudem in der Notaufnahme des Peiner Klinikums 2,5 Stellen abgebaut werden. Auch das bestätigte der AKH-Sprecher auf Anfrage. „Diese Entscheidung geht auf das vorliegende Personalgutachten zurück, das einen Personalüberhang in Celle und Peine zeigt. Vergangene Woche wurde mit den Mitarbeitern gesprochen, Ziel ist – wenn möglich – eine Umsetzung im Haus. Diesbezüglich folgen jedoch noch weitere Gespräche.“

Und wie passt dieser Schritt mit der bisherigen Aussage von AKH zusammen, dass im pflegerischen Bereich keine Stellen abgebaut werden sollen? „Diese Stellen stammen aus dem ambulanten Funktionsdienst, konkret ist also nicht der stationäre Pflegedienst betroffen“, so Kuchenbuch abschließend.

Krankenhaus: Wie geht es weiter?

Nachdem eine mögliche Insolvenz der Kliniken in Celle und Peine durch ein Millionendarlehen des Landkreises Celle abgewendet werden konnte, stellt sich nun die Frage, wie es in der Krankenhaus-Krise weitergeht. Ein zentraler Punkt dabei: Die Fertigstellung des Gesamt-Sanierungsgutachtens, das die weiteren Schritte im Sanierungsprozess der kriselnden Krankenhäuser der Celler AKH-Gruppe festlegen soll.

„Das Gutachten wird wahrscheinlich im September fertiggestellt sein“, sagte AKH-Sprecher Ralf Kuchenbuch auf PAZ-Anfrage. Ein ungewöhnlich langer Zeitraum, sollte über das Gutachten doch bereits in der AKH-Aufsichtsratssitzung am 12. Juni abgestimmt werden, damals konnten sich Peine und Celle jedoch nicht auf finanzielle Zusagen für die Klinikrettung einigen. Eine Erklärung wollte Kuchenbuch jedoch nicht liefern. „Mehr Details sind derzeit nicht bekannt“, sagte er auf Nachfrage. Auch zu dem weiteren Vorgehen des Aufsichtsrats würden bei AKH noch keine Informationen vorliegen.

Lesen Sie auch:

Klinikum Peine – Weg für Gespräche mit Braunschweig ist frei

Von Tobias Mull