Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Peiner Grüne beklagen „Ausverkauf der Gynäkologie“
Stadt Peine Peiner Grüne beklagen „Ausverkauf der Gynäkologie“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:04 15.05.2019
Das Klinikum Peine steckt in der Krise. Quelle: Antje Ehlers
Peine

Die Peiner Grünen schlagen Alarm: „Nach neuen Informationen werden bereits Instrumente und Einrichtungsgegenstände der kürzlich geschlossenen Gynäkologie im Klinikum Peine verkauft, beziehungsweise abgegeben“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion der Grünen. Von dieser Entwicklung sei man außerordentlich enttäuscht, man fordere einen „Stopp des Ausverkaufs der Gynäkologie“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Das angekündigte Sanierungsgutachten für das finanziell angeschlagene Krankenhaus sei noch nicht vorgestellt worden – doch es würden schon Tatsachen geschaffen. „Eine wohnortnahe gynäkologische Versorgung der Frauen ist zwingend notwendig in unserem Landkreis. Lange Fahrtzeiten nach Braunschweig, Hildesheim oder Salzgitter sind nicht hinnehmbar und für viele Frauen ohne eigenes Auto in notfallähnlichen Situationen nicht leistbar“, so Stefanie Weigand, Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes.

„Handstreichartige Schließung“

„Erst die handstreichartige Schließung der Gynäkologie, dann die Ankündigung der Klinikleitung, man prüfe zwar Büros in der Gynäkologie einzurichten, noch sei aber nichts entschieden und man bleibe offen für alternative Lösungen. Jetzt werden Tatsachen geschaffen. Mein Vertrauen in die Klinikleitung, transparent und gemeinsam an Lösungen für eine gute Gesundheitsversorgung im Landkreis zu arbeiten, ist massiv gestört“, kritisiert Doris Meyermann, Mitglied im Kreistag und im Ausschuss für Gleichstellung, Arbeit und Soziales.

„Wie sollen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten, wenn bereits jetzt, ohne das gemeinsam ein Konzept zum Erhalt des Klinikums Peine erstellt wurde, so über unsere Köpfe hinweg zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden?“, fragt Heiko Sachtleben, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Peiner Kreistag.

Keine Gegenstände verkauft

Die PAZ fragte bei der AKH-Gruppe nach, zu der auch das Peiner Klinikum gehört, was sie zu den Vorwürfen sagt. Sprecher Ralf Kuchenbuch: „Zum derzeitigen Zeitpunkt wurden noch keine Gegenstände verkauft. Es liegen aber Anfragen vor – und es haben Gespräche stattgefunden. Ein Teil der Gegenstände wird zum AKH Celle gehen“, so der AKH-Sprecher.

Die Gründe für das Vorgehen: „Zum derzeitigen Zeitpunkt können die Sachen, die verkauft werden sollen, in Peine nicht mehr verwendet werden – und sind zudem alle mindestens sieben Jahre oder älter“, erklärt Kuchenbuch, der seinerseits Vorwürfe gegenüber den Grünen erhebt.

Verwunderung über Aussagen

Er wirft der Partei „markige Worte“ aus Wahlkampfzwecken vor. Er fragt sich, warum die Grünen keine sachliche Anfrage an die AKH-Gruppe zu der Thematik gestellt haben. „Vermutlich weil die für die Grünen erforderliche öffentliche Wahrnehmung dann wegfällt“, so Kuchenbuch.

Verwundert sei er auch über die Aussage der Grünen, dass für viele Peiner Frauen die Wege in andere Kliniken zu weit seien. „Bekanntlich haben die Schwangeren in der Vergangenheit mehrheitlich in anderen Kliniken entbunden. Die Mehrheit der Mütter sah dies offensichtlich anders als die Grünen“, so der AKH-Sprecher. „Nochmal: Die Schließung der Abteilung ist unabhängig von dem Sanierungsgutachten. Die jährlichen Verluste der Abteilung von etwa 850 000 Euro haben diese Maßnahme alternativlos erforderlich gemacht. Jetzt hier eine Verbindung zwischen Gutachten und dieser Maßnahme herzustellen, ist unredlich.“

Zu den weiteren Plänen sagt Kuchenbuch: „In den Bereich der Kreißsäle sollen später – nach Geldbestand – Büros eingepasst werden, um mindestens einen der Verwaltungsblöcke freizuziehen, um an anderer Stelle Geld zu sparen. Die Stationszimmer sind noch in der Prüfung einer zukünftigen Nutzung.“

Von Tobias Mull

Der Stahlhersteller Salzgitter AG, zu dem Peiner Träger gehört, blickt nach Aussage des Vorstands auf das beste Auftaktquartal seit 2008 zurück. Es gibt einen hohen Gewinn vor Steuern.

15.05.2019

Mit einem Freispruch endete ein Prozess gegen einen Sudanesen aus Peine. Er soll im Frühjahr 2018 eine Peinerin mehrfach vergewaltigt und Geld von ihr erpresst haben. Beweise gibt es jedoch keine.

15.05.2019

Nach dem Stau auf der A2 zwischen Peine und Braunschweig am Dienstag kommt es auch am Mittwoch zu Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn in Richtung Braunschweig.

15.05.2019