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Stadt Peine Bürgerschaffer und Polizei ziehen positive Bilanz
Stadt Peine Bürgerschaffer und Polizei ziehen positive Bilanz
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21:00 10.07.2019
Präsentierten die Freischießen-Bilanz der Peiner Polizei (v.l): Einsatzleiter Lars Falkenhain, Pressesprecherin Stephanie Schmidt und Gesamt-Einsatzleiter Jürgen Heuer. Quelle: Jan Tiemann
Peine

„Allgemein sind Thomas Weitling und ich sehr zufrieden mit dem Ablauf des Peiner Freischießens“, sagt Bürgerschaffer Hans-Peter Männer. Und auch nach dem Abschlussgespräch mit dem Chef des Protokolls Jörg Schwieger und Bürgermeister Klaus Saemann war die einhellige Meinung: „Alles ist gut gelaufen.“

Schausteller zufrieden

„Das Experiment, die Zelte des TSV Bildung und des Peiner Walzwerker Vereins auf den Schützenplatz zu holen, ist gelungen“, freut sich Männer. Die Reaktionen aus den Korporationen seien positiv. Die Rückmeldungen seitens der Schausteller seien ebenfalls durchweg positiv: „Alle waren hochzufrieden, und das ist wichtig für uns, denn ein attraktiver Festplatz gehört zum Freischießen dazu.“

Professioneller Polizeieinsatz

Zur Auseinandersetzung mit rund 50 Beteiligten in der Nacht zu Sonntag auf dem Schützenplatz sagte Männer, „die Polizei hat absolut professionell reagiert“. Die Verstärkung und die sichtbare Präsenz der Beamten hätten Wirkung gezeigt. Unter dem Strich lautet die Bilanz der Bürgerschaffer: „Es war ein schönes Freischießen, und die Peiner haben friedlich gefeiert.“

Diese Einschätzung teilt auch die Polizei in Peine weitgehend: „Es hat zehn Körperverletzungs-Delikte und drei Eigentumsdelikte – Taschendiebstähle“ – gegeben“, nannte Einsatzleiter Lars Falkenhain Zahlen. „Ferner wurden drei Verstöße gegen das Betäubungsmittel-Gesetz festgestellt und elf weitere Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet. Bei so einem Fest ist das nicht gravierend“, betonte Falkenhain.

Streit mit 50 Beteiligten

Einen größeren Zwischenfall gab es in der Nacht zu Sonntag, als auf dem Schützenplatz zwei Gruppen mit rund 50 Beteiligten aus ungeklärter Ursache in Streit geraten waren (PAZ berichtete). „Über Notruf wurde eine Schlägerei gemeldet“, sagte Falkenhain. Beim Eintreffen der Polizei hätten sich die Beteiligten allerdings nur angeschrien. Um Schlimmeres zu vermeiden, seien die Gruppen durch eine Polizeikette getrennt worden, und die Lage hatte sich weitgehend beruhigt.

„Eine Person wollte den Streit dann neu entfachen“, schildert der Einsatzleiter. Beim Versuch, die Personalien des Mannes festzustellen habe er den Arm eines Beamten weggeschlagen. Die Person wurde zu Boden gebracht, um sie festzunehmen.

Pfefferspray eingesetzt

Daraufhin hätten sich zehn Menschen solidarisiert und versucht, den Festgenommenen zu befreien. Dabei mussten die Beamten auch Pfefferspray einsetzen. „Wir hatten das Geschehen durchweg im Griff“, erklärte Falkenhain. „Um die Sicherheit auf dem Platz zu gewährleisten, mussten wir von vornherein konsequent eingreifen.“

Bislang seien fünf Strafverfahren eingeleitet worden, sagte Gesamt-Einsatzleiter Jürgen Heuer. „Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob es weitere Straftatbestände gibt.“ Einige der Beteiligten seien polizeilich bekannt. Einen weiteren Zwischenfall habe es während der Königsproklamation gegeben, als am Echternplatz zwei Böller gezündet wurden. Hier konnte allerdings nicht mehr geklärt, wer dies gewesen ist. Verletzt wurde niemand.

Polizeipräsenz positiv aufgenommen

Die verstärkte Polizeipräsenz auf dem Festplatz sei im Übrigen von den meisten Besuchern sehr positiv aufgenommen worden, haben Falkenhain und Heuer erfahren. „Viele haben gesagt, dass sie sich dadurch sicherer fühlen.“

DRK hat 58 Einsätze

Nach fünf Tagen Peiner Freischießen meldet das DRK Peine insgesamt 58 Behandlungen auf dem Schützenplatz, dem Marktplatz und in der näheren Umgebung. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr mit 64 Einsätzen.

Mitgliedder der DRK-Kreisbereitschaft vor der Unfallhilfsstelle. Quelle: DRK

„Besonders positiv hervorzuheben ist, dass es nur wenige Verletzungen aufgrund von Alkohol gab“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Oliver Kretschmer. Die Zahl der Kreislaufbeschwerden sei wegen des milden Wetters im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Überwiegend kleine Behandlungen wie Wundschnellverbände, bestimmten den Tagesablauf.

Sanitäter bedroht

„Samstagnacht kam es zu einem Polizeieinsatz, in dessen Folge auch unsere Sanitäter während der aus dem Einsatzes resultierenden Versorgungen an der Unfallhilfsstelle durch die aggressiv auftretende Gruppe bedroht wurden“, schildert Kretschmer

Sieben (im Vorjahr: 14) Patienten wurden zur weiteren Behandlung in umliegende Kliniken transportiert. Bei 19 Versorgungen waren die Patienten unter 18 Jahre alt.

Während der Veranstaltung leisteten die ehrenamtlichen Kräfte etwa 900 Einsatzstunden. Knapp 130 Sanitätsplanstellen wurden besetzt.

Von Jan Tiemann

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