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Stadt Peine Ausbildungsstellen passen oft nicht zu den Vorstellungen der Jugendlichen
Stadt Peine Ausbildungsstellen passen oft nicht zu den Vorstellungen der Jugendlichen
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19:01 04.11.2019
Zogen die Bilanz zum Ausbildungsmarkt (v.l.): Hartmut Brunke, Stefan Othmer (beide Agentur für Arbeit), Fabian Laaß (Kreissprecher) und Frank König (Jobcenter). Quelle: Jan Tiemann
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Kreis Peine

„Die Situation auf dem Peiner Ausbildungsmarkt sieht gar nicht so schlecht aus“, sagte Stefan Othmer, Pressesprecher der für Peine zuständigen Agentur für Arbeit in Hildesheim. „Ein Problem besteht jedoch darin, dass die Ausbildungsstellen oft nicht zu den Vorstellungen der Jugendlichen passen“, erklärte er am Montag in Peine.

Von Oktober 2018 bis September 2019 haben sich insgesamt 972 junge Menschen bei der Agentur für Arbeit und beim Jobcenter des Landkreises Peine als Bewerber um eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet. Das sind 130 weniger (-11,8 Prozent) als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

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Rückläufige Schülerzahlen

Der Rückgang beruhe auf aufgrund der Demografie. „Es gibt aber auch einen politischen Effekt“, ergänzte Hartmut Brunke, stellvertretender Teamleiter der Berufsberatung der Peiner Arbeitsagentur. Es hieß früher Akademiker brauche das Land, und so gebe es immer noch einen Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Dabei biete auch die duale Ausbildung sehr gute Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten für die berufliche Zukunft.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 465 um 54 Stellen (-10,4 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Hier könne es Schwankungen geben, weil es im Landkreis Peine viele kleinere Betriebe gebe, die nur einen Azubi einstellen, erklärte Othmer. Dann dauere es drei Jahre, bis wieder ein Ausbildungsplatz angeboten werde. Ferner komme es vor, dass Arbeitgeber nicht ausbilden, weil es nicht genügend geeignete Bewerber für die Stelle gebe.

Nicht nur auf einen Beruf konzentrieren

Dennoch: Lediglich 23 Ausbildungsplatz-Bewerber blieben Ende September als unversorgt registriert. Dem gegenüber standen noch 24 Ausbildungsstellen, die nicht besetzt werden konnten. „Rein rechnerisch kommt damit etwa ein Ausbildungsplatz auf einen unvermittelten Jugendlichen“, erläuterte Othmer. Zu schaffen macht hier die erwähnte Schere zwischen Vorstellungen und Ausbildungsangebot. „Hier sei es wichtig für die Jugendlichen, sich nicht nur auf einen Beruf zu konzentrieren, sondern sich durch die Berufsberatung über weitere Alternativen beraten zu lassen.

Dies sieht auch Frank König, Abteilungsleiter Zentrale Aufgaben beim Jobcenter des Landkreises Peine. Er appelliert an die Eigeninitiative der Jugendlichen: „Die jungen Erwachsenen müssen ihre eigenen Stärken erkennen und ihren Weg danach planen.“ Die Agentur für Arbeit, der Landkreis Peine und die Schulen würden unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche an gemeinsamen Zielsetzungen arbeiten.

Ausbildungsanstrengungen verstärken

An die Betriebe richten die Ausbildungsmarktpartner die Bitte: „Verstärken Sie Ihre bisherigen Ausbildungsanstrengungen und bieten Sie auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance, durch ein Praktikum ihre Fähigkeiten und ungeahnten Talente unter Beweis stellen zu können.“ Außerdem sollten Betriebe für das kommende Ausbildungsjahr frühzeitig mit der Suche beginnen. Durch Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren werde ein Abi-Jahrgang ausfallen, dass führe zu hoher Konkurrenz und Engpässen bei der Bewerberauswahl.

Von Jan Tiemann

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