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Stadt Peine Mann stiehlt in Supermarkt und versteckt Beute in Rollstuhl
Stadt Peine Mann stiehlt in Supermarkt und versteckt Beute in Rollstuhl
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00:15 02.01.2019
Das Amtsgericht in Peine: Hier wurde verhandelt.Archiv
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Peine

Zu sechs Monaten Freiheitsstrafe und 300 Euro Geldstrafe wurden kurz vor dem Jahreswechsel zwei Angeklagte vor dem Amtsgericht Peine wegen mehrfachen, gemeinschaftlichen Diebstahls verurteilt.

Die beiden Angeklagten hatten im Mai und Juni Ware im Wert von 45 und 36 Euro aus einem Supermarkt in Peine mitgenommen, ohne diese zu bezahlen. Es handelte sich dabei um Tabak und Lebensmittel, die die Täter im Rollstuhl zwischen Rückenlehne und Rücken des Rollstuhlfahrers gepackt hatten.

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Angeblich „vergessen zu bezahlen“

Mehr oder weniger geschickt versuchten die Täter ihre Taten als ein Versehen darzustellen. „Ich wollte die Ware doch kaufen. Ich habe nur vergessen, diese an der Kasse zu bezahlen. Ich bitte um Entschuldigung und um eine milde Bestrafung“, äußerten die Angeklagten nacheinander gegenüber dem Gericht.

Während das Bundeszentralregister des Rollstuhlfahrers ohne nachteilige Einträge war, gab es bei dem zweiten Täter elf Einträge. Unter anderem wegen mehrfachen Diebstahls und wiederholten Fahrens ohne Fahrerlaubnis in verschiedenen Städten in Niedersachsen. Zum Tatzeitpunkt befand er sich in einer Bewährungszeit.

„Habe Ware nicht bezahlt“

„Ich fühle mich schuldig. Inzwischen bin ich auch nicht mehr von Drogen abhängig. Ich bitte das Gericht um eine milde Geldstrafe“, sagte der angeklagte Rollstuhlbegleiter abschließend. „Ich räume ein, dass ich die Ware nicht bezahlt hatte. Es war jedoch kein Diebstahlsvorsatz. Ich habe es einfach vergessen“, beteuerte der Rollstuhlfahrer gegenüber dem Richter.

Laufende Bewährungsstrafe

Der Richter äußerte erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser abschließenden Worte der Angeklagten. Mit seinem Urteil folgte er dem Antrag der Staatsanwältin. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in zwei Fällen muss der Rollstuhlfahrer 300 Euro Geldstrafe bezahlen, sein Mittäter erhielt eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Dabei wurde seitens des Gerichts die noch laufende Bewährungsstrafe ins Urteil einbezogen. Aufgrund der fehlenden Einsicht und des bewussten Einsatzes des Rollstuhls war – aus Sicht des Gerichts – keine Geldstrafe möglich.

Von unserer Redaktion

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