Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Stadt Peine Peiner Ärzte: Auffrischungsimpfungen gegen Corona zeitnah möglich
Stadt Peine

Peiner Ärzte: Auffrischungsimpfungen gegen Corona zeitnah möglich

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 01.11.2021
Bisher ein Erfolgsrezept: Die mobilen Impfteams des Landkreises Peine impfen auch bei Sonder-Terminen in kleinen Ortschaften. Montag gab es Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen auch im Dorfgemeinschaftshaus in Sierße.
Bisher ein Erfolgsrezept: Die mobilen Impfteams des Landkreises Peine impfen auch bei Sonder-Terminen in kleinen Ortschaften. Montag gab es Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen auch im Dorfgemeinschaftshaus in Sierße. Quelle: Ralf Büchler
Anzeige
Kreis Peine

Die Corona-Auffrischungsimpfungen in Peines Hausarztpraxen nehmen derzeit richtig Fahrt auf. Ob eine Drittimpfung für Ältere und Risiko-Gruppen oder eine Optimierung nach Johnson&Johnson – das ist inzwischen möglich. „Wir haben deutlich mehr Nachfragen – und das ist in anderen Praxen ähnlich. Darüber freue ich mich sehr, denn die Impfungen sind der einzige wirksame und sichere Schutz, den wir haben“, betonte die Groß Ilseder Allgemeinmedizinerin Dr. Marion Renneberg, die auch Vize-Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen ist. Angesichts von Forderungen aus der Bundespolitik, die Corona-Impfzentren wiederzueröffnen, spricht sich der Landkreis Peine derweil hingegen dafür aus, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass er noch mehr mobile Impfteams durch den Kreis touren lassen kann.

Optimierung nach Johnson-Impfung bereits möglich

Dr. Marion Renneberg Quelle: Ärztekammer

Es klang verführerisch: Ein Piks reichte und die Peinerinnen und Peiner, die eine Dosis „Johnson&Johnson“ bekommen hatten, galten bereits als vollständig geimpft. Doch in ihrer jüngsten Empfehlung rät auch die Ständige Impfkommission nun diesen Personen, trotzdem ihren Schutz mit einer weiteren Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wie etwa von Biontech optimieren zu lassen. „Wir haben zwar immer darauf aufmerksam gemacht, dass die Schutzwirkung etwas niedriger als bei anderen Impfstoffen ist. Doch es gab Zeiten, da hatten wir wenig Impfstoff. Um einen relativ schnellen Schutz zu erreichen, war es deshalb gut, auch auf Johnson&Johnson zu setzen. Jetzt hat sich aber gezeigt, dass es im Verhältnis zur verabreichten Anzahl der Impfungen bei diesem Impfstoff die meisten Impfdurchbrüche gab“, erläutert Dr. Marion Renneberg. Deshalb empfiehlt auch die Groß Ilseder Hausärztin eine Optimierungsimpfung. Das geht sogar schon ab vier Wochen nach dem ersten Piks – dabei ist es egal, wie alt der Patient ist oder ob er zu einer Risiko-Gruppe zählt. Nicht nur Hausärzte, auch der Landkreis Peine bietet diese Optimierungsimpfung nach einer „Johnson&Johnson“-Dosis bei den Besuchen der mobilen Impfteams in Peines Gemeinden an – mit großer Nachfrage.

Peiner Praxen können genügend Impfstoff bestellen

Gut gestartet sind auch die Auffrischungsimpfungen in Peines Hausarztpraxen. Diese dritte Impfung ist derzeit für Menschen ab 70 Jahren, Risiko-Patienten aber auch für Pflegepersonal sowie Medizin-Personal mit Patientenkontakt möglich. Dr. Marion Renneberg stellt erfreut fest, dass sie nur wenige Patienten darauf aufmerksam machen muss. „Viele sind gut informiert, haken speziell nach und melden sich an. Sie sind verantwortungsbewusst, denken an ihre eigene Gesundheit und die der anderen“, lobt die Allgemeinmedizinerin.

Bei den Booster-Impfungen in Peine wird häufig der Impfstoff von Biontech/Pfizer gespritzt. Quelle: Ralf Büchler

Während Patienten in Großstädten über lange Wartezeiten klagen, sieht die Lage in Peine derzeit offenbar etwas entspannter aus. „Wir haben genügend Impfstoff, damit zeitnah geimpft werden könnte“, unterstreicht Dr. Marion Renneberg. Mitunter hätten Impfwünsche sogar noch tagesaktuell erfüllt werden können. Wenn es doch einmal etwas länger dauere, könne das damit zusammenhängen, dass es für die Ärzte schwierig sei, die tatsächliche Nachfrage vorherzusehen. „Wir müssen Corona-Impfstoffe zwei Wochen im Voraus bestellen. Und wir achten weiterhin penibel genau darauf, möglichst die optimale Anzahl an Dosen aus einem Fläschchen zu verimpfen“, unterstreicht die Hausärztin.

Tipp: Am besten per E-Mail anmelden

Hilfreich könne es für Patienten und Ärzte sein, bei einem Terminwunsch eine E-Mail an die Praxis zu schreiben, da Telefonanschlüsse der Praxen häufig schon überlastet seien. Manche Ärzte würden sogar Online-Anmeldungen für die Corona-Impfung auf ihren Internetseiten anbieten.

Einen Nerv scheint auch der Landkreis Peine mit seinen mobilen Impfteams zu treffen, die derzeit durch die Gemeinden touren. Zuletzt gab es auch in kleineren Ortschaften wie Blumenhagen, Wense, Meerdorf, Sophiental, Bortfeld und Wedtlenstedt zusammengerechnet 199 Booster-Impfungen – und vereinzelt sogar Erstimpfungen. Auch wegen dieser Bilanz reagiert der Landkreis auf jüngste Forderungen aus der Bundespolitik nach der Wiedereröffnung von Impfzentren zurückhaltend.

Impfteam kommt auch nach Ilsede und Hohenhameln

Die Nächsten, bitte! Auf ihrer Tour durch das Peiner Land bieten die mobilen Impfteams des Landkreises in dieser und der kommenden Woche die Möglichkeit, sich in Ortschaften der Gemeinde Ilsede und der Gemeinde Hohenhameln gegen Covid-19 impfen zu lassen. Verimpft wird erneut der Impfstoff von Biontech/Pfizer. „Bei allen Terminen bieten wir Erst- und Zweitimpfungen sowie Impfungen Genesener an“, erklärt die stellvertretende Kreissprecherin Katja Schröder. Auch eine Optimierung nach einer Johnson&Johnson-Impfung ist laut Kreis möglich. Die für die Impfung notwendigen Unterlagen können auf der Internetseite des Landkreises unter landkreis-peine.de heruntergeladen und bereits ausgefüllt mitgebracht werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Unterlagen vor Ort auszufüllen. Interessierte müssen nur ihren Personalausweis sowie, wenn vorhanden, den Impfpass mitbringen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Folgende Stationen sind geplant:

Dienstag, 2. November:

Gadenstedt, Außenstelle Rathaus: 9 bis 11 Uhr.

Münstedt, Dorfgemeinschaftshaus: 12.30 bis 14.30 Uhr.

Groß Lafferde, Sporthalle: 15.30 bis 17.30 Uhr.

Donnerstag, 4. November:

Bülten, Bürgerzentrum: 9 bis 11 Uhr.

Solschen, Begegnungsstätte: 12.30 bis 14.30 Uhr.

Ölsburg, Jugendzentrum „Badehaus“: 15.30 bis 17.30 Uhr.

Freitag, 5. November:

Klein Ilsede, Mehrzweckhalle: 9 bis 11 Uhr.

Dienstag, 9. November:

Stedum, Mehrzweckgebäude: Dienstag, 9 bis 11 Uhr.

Equord, Mehrzweckgebäude: 12.30 bis 14.30 Uhr.

Mehrum, Dorfgemeinschaftshaus: 15.30 bis 17.30 Uhr.

Mittwoch, 10. November:

Ohlum, Feuerwehr-Schulungsraum: 9 bis 11 Uhr.

Clauen, Mehrzweckgebäude: 12.30 bis 14.30 Uhr.

Kreis plädiert für Ausweitung der mobilen Impfteams

Kreis-Sprecher Fabian Laaß Quelle: Ralf Büchler

Unter anderem CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatten sich dafür ausgesprochen, um mehr Tempo in die Booster-Impfungen zu bringen. Doch: „Da die Impfzentren gerade erst geschlossen worden sind, wäre eine Wiedereröffnung mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden“, merkte Kreis-Sprecher Fabian Laaß an. Mehr noch: Um Personal zu gewinnen, müssten wieder Ausschreibungen folgen. All das würde Zeit und Geld kosten. „Wir würden uns daher eher dafür aussprechen, den Einsatz der mobilen Impfteams auszuweiten“, betonte Laaß. Mit ihnen sei der Landkreis deutlich flexibler aufgestellt, zudem könnten die Menschen besser direkt vor Ort erreicht werden. „Wir haben bisher sehr gute Erfahrung damit gemacht“, betont Laaß und verwies darauf, dass Peine beim mobilen Impfen in Niedersachsen ganz vorne dabei ist.

Derzeit touren zwei mobile Impfteams durch den Kreis. Gebe es die Erlaubnis vom Land, könnte der Kreis noch ein drittes und viertes nach Bedarf aufstellen und müsste dafür aber auch mehr Impfstoff erhalten.

Von Christian Meyer