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Stadt Peine Peine: „Women“-Geschäft schließt, doch es gibt Hoffnung auf einen Nachfolger
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Peine: „Women“-Geschäft schließt, doch es gibt Hoffnung auf einen Nachfolger

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13:00 22.11.2021
Hans-Joachim Hammer schließt sein „Women“-Geschäft in der Peiner Fußgängerzone zum 31. Dezember. Viele Kundinnen sind darüber traurig.
Hans-Joachim Hammer schließt sein „Women“-Geschäft in der Peiner Fußgängerzone zum 31. Dezember. Viele Kundinnen sind darüber traurig. Quelle: Privat
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Eines der beliebtesten Peiner Geschäfte für Frauen-Mode in der Fußgängerzone schließt. Nach elf Jahren unter der Adresse Gröpern 16 gibt Geschäftsführer Hans-Joachim Hammer den „Women“-Laden ab. „Klar ist da auch Wehmut dabei. Aber es ist der erste Schritt, um mal ein bisschen kürzer zu treten“, sagt der Einzelhändler. Er werde schließlich 63 Jahre alt – in diesem Alter würden andere bereits in Rente gehen. Soweit ist es bei Hans-Joachim Hammer allerdings noch lange nicht, schließlich führt er noch weitere Bekleidungsgeschäfte. Und für den Cecil-Store in Peine, das Modehaus Decker in Groß Ilsede und seine Geschäfte in Gifhorn und in den Braunschweiger Schloss-Arkaden gehe es weiter. Genug zu tun, gibt es also noch.

Hans-Joachim Hammer in seinem „Women“-Geschäft. Kundinnen schätzten die Auswahl, die verschiedenen Altersklassen anspricht. Quelle: Privat

Kreativität half im Corona-Lockdown

Hauptgrund für die „Women“-Schließung ist der zum 31. Dezember auslaufende Mietvertrag. „Die anderen Verträge laufen noch länger, und irgendwann muss ich ja mal anfangen, zu reduzieren“, sagt Hammer. Die Corona-Krise, betont er, habe bei seinen Überlegungen gar keine Rolle gespielt. „Mit dem Geschäft waren wir immer zufrieden.“ Und dabei zahlte sich auch aus, dass das „Women“-Team sich kreativ zeigte. Als wegen der Lockdowns nicht geöffnet werden durfte, stellte das Team kurzerhand Kombinationen für das Schaufenster zusammen oder machte mit Fotos von Produkten via Handy im Whats-App-Status Appetit. Das fruchtete in Peine, das Angebot kam gut an, Kundinnen ließen sich Auswahl-Tüten zusammenstellen, die sie zu Hause anprobierten. „Es hat geholfen, und wir praktizieren das deshalb weiter.“

Lob für Angebot und Beratung

Mit Tränen-Smileys reagierten Stammkundinnen im Internet auf der „Women“-Facebook-Seite auf die Nachricht der Schließung. Und das ist ein Lob. „Wirklich ein Verlust für Peine“ oder „Wirklich schade“ heißt es da. Der Räumungsverkauf läuft inzwischen auf Hochtouren – mit kräftigen Rabatten. Die Ilsederin Ilse Schwark hat auch vorher immer schon gerne an den Kleiderständern und Regalen gestöbert – und wurde oft fündig. „Es ist schade, die Auswahl war schön, es gab attraktive Marken, und die Beratung war immer gut“, betont sie. Nicht nur die Ilsederin hofft nun, dass ein Nachfolger einen ähnlich guten Geschmack beweist. „Für Peine wäre es wirklich gut, wenn es hier weitergeht.“ Und die Chancen stehen gar nicht schlecht.

Gespräche mit Nachfolge-Kandidat laufen

„Es ist eine Anfrage da“, bestätigt Hans-Joachim Hammer. Wenn alles gut läuft, kann das Geschäft nach einem Betreiberwechsel im Frühjahr 2022 neu eröffnen. Das würde Noch-Inhaber Hammer riesig freuen. „Vor allem für mein Personal, das dann vielleicht übernommen werden könnte“, sagt er. Vier Mitarbeiterinnen in Teilzeit sind derzeit bei „Women“ beschäftigt. Für einen potenziellen Nachfolger sei es gut, dass das neue Lindenquartier in unmittelbarer Nachbarschaft gebaut wird. „Das ist ganz wichtig, um Frequenz für die Innenstadt zu schaffen“, sagt der Einzelhandel-Experte. Kollegen mit Mut und Ideen hätten auch in Peine Erfolg. „Es ist doch zum Beispiel eine schöne Sache, dass sich das Eulies-Spielwaren-Geschäft jetzt noch erweitert“, stellt Hammer fest.

Inhabergeführt, Vielfalt bei der Mode, gute Beratung des Teams: Das war für Hans-Joachim Hammer das Erfolgsrezept des „Women“-Geschäfts. Für eine Stammkundin kommt noch etwas dazu: „Ich hoffe, der Nachfolger hat einen ebenso guten Geschmack beim Ordern“, schreibt Andrea Lietz bei Facebook.

Von Christian Meyer