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Stadt Peine Werner Kirschner ist gestorben
Stadt Peine Werner Kirschner ist gestorben
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00:18 03.05.2019
Werner Kirschner brachte sich über Jahrzehnte hinweg engagiert für das Peiner Land ein. Jetzt ist er im Alter von 81 Jahren gestorben. Quelle: Archiv
Kreis Peine

Werner Kirschner hat sich um das Peiner Land über Jahrzehnte hinweg in vielfältiger Weise verdient gemacht. Am Morgen des 23. April ist er nach längerer Krankheit kurz nach seinem 81. Geburtstag in Bad Schandau (Sachsen) gestorben.

Von Haus aus war Kirschner Maschinenbauer der Fachrichtung Verfahrenstechnik. Die längste Zeit in seinem Leben arbeitete er aber mit und für die Menschen. Einer seiner größten Verdienste in der Region und ihm nach eigenen Worten „eine Herzensangelegenheit“ war die Umgestaltung des Ilseder Hüttengeländes zum Veranstaltungszentrum und Gewerbepark.

Vechelder Bürgermeister

Aber nicht nur in Ilsede war der Sozialdemokrat, der 1945 als Kind mit seiner Familie aus der Heimat Böhmen vertrieben wurde, aktiv. Von 1968 bis 1983 gehörte er dem Rat der Gemeinde Vechelde an, davon elf Jahre als Bürgermeister. Ab 1974 war er zudem Kreistagsabgeordneter in Peine, teilweise als Fraktionsvorsitzender der SPD. Von 1972 vertrat Kirschner die Peiner im Niedersächsischen Landtag. Auch dort übernahm er führende Positionen. Für sein Engagement erhielt er 2003 den Niedersächsischen Verdienstorden am Band.

Peiner Land vor acht Jahren verlassen

Im Alter von 73 Jahren entschied er sich mit seiner Frau Elisabeth, den Landkreis Peine zu verlassen und den Lebensmittelpunkt in die Kurstadt Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz zu verlegen. Das sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagte er damals gegenüber der PAZ. Schließlich hatte er sich im Peiner Land zu einer bekannten und geschätzten Persönlichkeit entwickelt. Doch auch in Bad Schandau tat er sich hervor – so sehr, dass er 2013 zum Ehrenbürger ernannt wurde.

Erfolgreicher Unternehmer

In der Sächsischen Schweiz lagen die Aktivitäten von Kirschner hauptsächlich in der Tourismusbranche. Er war Geschäftsführer der Bau- und Betreibergesellschaft der Elbresidenz Bad Schandau, zu der zwei Hotels gehören. Weiterhin war Kirschner auch Chef der Weka-Touristik. Das Unternehmen, das er Anfang der 1990er-Jahre gegründet hatte, kaufte alte Ferienheime, ließ sie sanieren und eröffnete sie als Hotels wieder. Jahre später – als Kirschner sich aus dem Betrieb herausgezogen hatte – meldete Weka-Touristik Insolvenz an.

Eigene Kinder hatten die Eheleute Kirschner nicht, setzten sich aber für den Nachwuchs ein. Die „Elisabeth-und-Werner-Kirschner-Stiftung“ unterstützt einen Kindergarten, der geschlossen werden sollte und von einem Verein übernommen wurde.

Herausragende Persönlichkeit der letzten 50 Jahre

Werner Kirschner war eine der herausragenden Persönlichkeiten der letzten 50 Jahre im Peiner Land“, sagt Erster Kreisrat Henning Heiss über den verstorbenen Politiker. Er sei ein echter „Macher“ gewesen – einer, der sich etwas getraut und insbesondere für die Entwicklung des Ilseder Hüttengeländes, die er als Vorsitzender des dafür gegründeten Planungsverbandes über 14 Jahre erfolgreich gestaltete, sehr verdient gemacht habe. „Er hatte eine Vision, und die hat er hartnäckig verfolgt“, bringt Heiss es auf den Punkt.

Für Sozialdemokratie verdient gemacht

Bei der Peiner SPD sei man tief betroffen vom Tod des verdienten Genossen. „Er hat sich in vielerlei Weise in ganz besonderem Maße um die Sozialdemokratie vor Ort verdient gemacht und war ein echtes politisches Schwergewicht“, sagt Matthias Möhle, der Peine – wie es einst Werner Kirschner tat – als Abgeordneter im niedersächsischen Landtag vertritt.

Ein „Macher-Typ“

Werner Kirschner war unbestritten ein ,Macher-Typ’“, erinnert sich Otto-Heinz Fründt, Bürgermeister der Gemeinde Ilsede. Mit großer Kreativität, Ideenreichtum und Überzeugungskraft habe Kirschner die von ihm als richtig erkannten Ziele verfolgt. „Diese Eigenschaften zeichneten ihn sowohl in seiner privaten Tätigkeit als Hotelunternehmer als auch in seinen vielfältigen politischen Ämtern als Landes- und Kommunalpolitiker aus“, so Fründt. In Ilsede werde vor allem die Sanierung des ehemaligen Betriebsgeländes der „Ilseder Hütte“ für immer untrennbar mit seinem Namen verknüpft sein.

Maßgebliche Weichen gestellt

Auch in der Gemeinde Vechelde hat man betroffen vom Tod des ehemaligen Bürgermeisters Kenntnis genommen, denn auch dort hat Kirschner vieles bewegt. „Er hat in den ersten Jahren der 1974 neu gebildeten Gemeinde viele maßgebliche Weichen gestellt“, sagt Bürgermeister Ralf Werner. So fiel unter anderem die städtebauliche Sanierung mit der Umgestaltung des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes zum Bürgerzentrum in seine Amtszeit.

Von Kerstin Wosnitza

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