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Stadt Peine Stadt appelliert: „Kranke Kinder nicht in die Kita bringen“
Stadt Peine Stadt appelliert: „Kranke Kinder nicht in die Kita bringen“
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13:46 23.12.2019
Symbolbild: Kinder mit Fieber gehören nicht in die Kita. Doch auch bei anderen Symptomen sollten sie Zuhause bleiben. Quelle: dpa
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Peine

Die Stadt Peine appelliert an Eltern, kranke Kinder und solche mit anhaltenden Beschwerden nicht oder zu früh wieder in die Kindertagesstätten zu schicken. Für berufstätige Eltern aber kann das schnell zum Problem werden. „Doch nicht nur für sie, sondern auch für den Betrieb der Einrichtungen“, sagt Stephanie Axmann, Sprecherin der Stadt Peine.

Risiko für andere steigt

Von der Stadt Peine und durch sie beauftragte Institutionen wie Kirchen und Lebenshilfe werden rund 2000 Kindern betreut, die es immer wieder mit den klassischen Erkältungserkrankungen und Magen-Darm-Infekten zu tun bekommen. Gerade zu dieser Zeit mischen sich dazu auch gern mal Scharlach oder der Norovirus.

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„Leider stellen unsere Mitarbeiter mitunter fest, dass für die zum Teil sehr rasche Ausbreitung manchmal auch die Eltern mitverantwortlich sind“, sagt Henrik Kühn, städtischer Amtsleiter für Bildung und Kultur, „denn schicken Eltern ihr Kind krank in die Kita, steigt damit natürlich auch das Risiko für andere Kinder und die Kollegen, selbst zu erkranken.“

Kitas mussten schon schließen

Weil die Anzahl der zur Verfügung stehenden Springerkräfte begrenzt ist, mussten aufgrund des Ausfalls zahlreicher Mitarbeiter in jüngerer Vergangenheit sogar schon Gruppen in städtischen Einrichtungen geschlossen werden.

Berufstätige Eltern führen die häufigen Infekte oft in ein Dilemma: Der kranke Nachwuchs braucht Betreuung und Pflege, die Mütter und Väter haben aber keine unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung. Zwar stehen Eltern Krankheitstage für die Kinder zu, diese können aber vor allem bei kleinen Kindern schnell erschöpft sein.

„Im Sinne des Kindes entscheiden“

„Eltern argumentieren häufig gegenüber unseren Einrichtungsleitungen, dass es ihnen schlichtweg nicht möglich sei, ihr Kind ,bei jedem Schnupfen’ zu Hause zu betreuen“, bestätigt Kühn, „und auch nicht immer teilen alle Eltern die gleichen Ansichten darüber, wann ihr Kind eigentlich zu krank für den Besuch in der Kita ist.“ Die Entscheidung darüber aber sei stets ein Abwägungsprozess, bei dem es vor allem gelte, immer im Sinne des Kindes zu entscheiden.

Entscheidungstipp für Eltern

Eine Hilfe zur guten Entscheidungsfindung bietet Eltern die Medizin: „Ein Kind, das sich offensichtlich schlecht fühlt, fiebert, erbricht oder Durchfall hat, gehört nicht in die Gemeinschaftseinrichtung, sondern muss durch eine vertraute Person betreut und gepflegt werden“, betont Dr. Sabine Meltzow vom kinder- und jugendärztlichen Dienst des Kreis-Gesundheitsamtes. Auch der Besuch des Haus-oder Kinderarztes ist dann wichtig.

Abschließend hat die Medizinerin noch einen Tipp für Eltern zur Einschätzung parat, ob und wann das Kind wieder gesund genug ist, um die Kita zu besuchen: „So, wie mein Kind heute war, hätte es in die Kita gehen können -also darf es morgen wieder hin.“

So darf man nicht in die Kita

Kinder mit folgenden Symptomen sollten Zuhause betreut werden:

• Kinder mit Fieber oder erhöhter Temperatur (ab 38 Grad bei rektaler Messung ist die Temperatur erhöht, ab 38,5 Grad liegt Fieber vor).

• Kinder mit Fieber am Tag oder in der Nacht zuvor.

• Kinder, die sich übergeben oder Durchfall haben (diese dürfen frühestens 48 Stunden nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen).

• Kinder, die offensichtlich stark unter ihren akuten Symptomen leiden (zum Beispiel erschöpfender Husten).

• Kinder mit akut entzündeten Augen.

• Kinder mit Ausschlag.

• Wichtig sei, dass letztlich nur der Kinder- oder Hausarzt entscheiden könne, ob es sich nur um einen banalen Virusinfekt (Erkältungen oder Magen-Darm-Erkrankungen) handelt, oder ob es Hinweise für einen speziellen Erreger oder eine ernstere Erkrankung gibt.

Von Redaktion