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Stadt Peine Peine Marketing: Es könnte die Insolvenz drohen
Stadt Peine Peine Marketing: Es könnte die Insolvenz drohen
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00:18 21.12.2018
Peine Marketing: Das Gebäude an der Breiten Straße. Quelle: Archiv
Peine

Große finanzielle Schwierigkeiten hat Peine Marketing, es könnte 2019 die Insolvenz drohen. Laut gut unterrichteter Kreise benötigt das Tochterunternehmen der Stadt Peine im nächsten Jahr einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro. Ein Gutachter soll jetzt zusammen mit der Gesellschafterin klären, warum die Situation so kritisch ist und wie es zukünftig weitergehen soll.

Die Krise der Stadtmarketing GmbH war jetzt Thema im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss der Stadt. Peine-Marketing-Geschäftsführer Thomas Severin musste sich bereits laut PAZ-Informationen den kritischen Fragen der Ausschuss-Mitglieder stellen.

Es soll feststehen, dass die Stadt Peine im nächsten Jahr neben den jährlichen 433.000 Euro bis zu 100.000 Euro für Peine Marketing zuschießen wird. So will man die drohende Insolvenz der Tochterfirma mit Sitz an der Breiten Straße verhindern. Und man habe beschlossen, einen externen Gutachter einzusetzen, der noch einmal 60.000 Euro kosten soll. Der Rat muss darüber letztendlich entscheiden.

Gutachter soll Struktur durchleuchten

Dieser Gutachter habe dann die Aufgabe, die Struktur der Peine Marketing GmbH zu durchleuchten und die Ursachen für die finanziellen Probleme offen zu legen. Es heißt, dass vor allem der Wegfall von Aufträgen für Veranstaltungen und schlechte Besucherzahlen die Hauptgründe für die Krise seien.

Offenkundig wurde dies zum Beispiel bei der angekündigten Absage des Eulenmarktes. Nur wegen der großen öffentlichen Proteste fand das Peiner Stadtfest mit Hilfe der Festfabrik aus Hannover, der Kreismusikschule und weiterer Sponsoren in neuer Form statt.Und auch das Public Viewing bei der Fußball-WM im Stadtpark war schlecht besucht.

Lief dieses Jahr nicht gut: Das Public Viewing im Stadtpark. Quelle: Tobias Mull

Ein Insider erklärt der PAZ, dass Peine Marketing seit der Gründung vor 15 Jahren weit über eine Million Euro an Sponsorengeld für Veranstaltungen eingenommen habe. Doch die Sponsoren seien immer unzufriedener, denn es würden neue, innovative Ideen fehlen – und die Besucherzahl stetig sinken.

Sponsoren sind unzufrieden

Daher stelle sich jetzt die Frage, ob es nicht sinnvoll sei, Peine Marketing aufzulösen und jeweils externe Firmen für die Organisation der Feste zu beauftragen. Man wolle aber erst einmal die Expertise des Gutachters abwarten.

Bekenntnis zu Peine Marketing

Peines Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) erklärt dazu auf PAZ-Anfrage: „Ich gebe ein klares Bekenntnis zu Peine Marketing ab. Natürlich kostet Marketing immer Geld, da sind Zuschüsse nötig. Deshalb ist es auch wichtig, sowohl die Politik als auch die Sponsoren in den Prozess einzubinden und Strukturen nicht zu zerschlagen. Doch wir müssen jetzt schauen, wie effektiv die Organisationsstruktur von Peine Marketing tatsächlich ist und wie es zukünftig sinnvoll weitergehen kann.“

Eulenmarkt und mehr: Das macht Peine Marketing

Die Peine Marketing GmbH wurde mit Beschluss des Peiner Rates vom 19. Dezember 2002 gegründet und hat am 1. Januar 2003 als 100-prozentige Tochter der Stadt Peine ihre Arbeit aufgenommen. Zu den Aufgaben als Stadtmarketing-Gesellschaft gehöre demnach vor allem die Organisation von verschiedenen Aktionen zur Attraktivitätssteigerung, zur Förderung des Images, zur positiven Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt und zur positiven Außendarstellung der Fuhsestadt, heißt es im Beteiligungsbericht der Stadt Peine.

An großen Veranstaltungen organisiert Peine Marketing konkret unter anderem den Peiner Eulenmarkt, den Weihnachtsmarkt, das Weinfest und den Peiner Autofrühling. Weitere Geschäftsfelder sind etwa das Ladenflächenmanagement, ein Online-Branchenbuch, Veranstaltungskalender für Peine und Umgebung, die Bereitstellung von Faltblättern und Infobroschüren für Bürger und Gäste sowie das Veranstalten von Stadtführungen.

Die Stadt zahlt Peine Marketing jährlich einen unbefristeten und nicht-zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 433 000 Euro. Für die Jahre 2015 bis 2017 wurde der Zuschuss befristet um 40 000 Euro pro Jahr angehoben.

Im laufenden Jahr gab es darüber hinaus einen einmaligen Zuschuss für die Organisation des Peiner Eulenmarktes in Höhe von 23 800 Euro. Vorausgegangen war ein echter Paukenschlag: Im Frühjahr hatte Peine-Marketing-Geschäftsführer Thomas Severin das Aus für das traditionelle Stadtfest verkündet, als Begründung gab er damals gestiegene Kosten für Sicherheitsauflagen, Gema-Gebühren und den Brandschutz sowie rückläufige Besucherzahlen an.

Es folgte ein Aufschrei – nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in den Reihen der Politik, der Kaufmannschaft und der Gastronomie. Alle wollten, dass das Stadtfest erhalten bleibt. Peines Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) lud schließlich viele Akteure zu einem Runden Tisch – am Ende einigte man sich auf die Fortführung de Festes. Mit einem neuen Konzept ging der Eulenmarkt dann im September nach Aussage von Peine Marketing erfolgreich über die Bühne.

 

Von Thomas Kröger und Tobias Mull

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