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Peine: Lebenshilfe kritisiert neues Kita-Gesetz

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22:10 11.03.2021
Die Mitarbeiter der Kita Schatzinsel in Edemissen machen mit Briefen, Postkarten und Plakaten auf ihre Kritik am neuen Kita-Gesetz aufmerksam.
Die Mitarbeiter der Kita Schatzinsel in Edemissen machen mit Briefen, Postkarten und Plakaten auf ihre Kritik am neuen Kita-Gesetz aufmerksam. Quelle: Kita Schatzinsel
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Kreis Peine/Burgdorf

Scharfe Kritik am neuen niedersächsischen Kindertagesstättengesetz: Die Lebenshilfe Peine-Burgdorf bemängelt, dass der geplante Erlass keine Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels und kein Recht auf einen integrativen Kita-Platz vorsieht. Bereits zum 1. August 2021 soll das neue Gesetz in Kraft treten. Die Lebenshilfe plant bereits jetzt Protestaktionen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Zu wenig Fachkräfte für eine angemessene Betreuung der Kinder

Aktuell seien im Regelfall für 25 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren nur zwei Fachkräfte für die ganztägige Betreuung vorgesehen. „Die Kinder haben völlig unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Zwei Fachkräfte können nicht allen Kindern jeden Tag gleichermaßen gerecht werden“, betont Christiane Hempelmann, Leiterin des Bereiches Vorschulische Förderung bei der Lebenshilfe. Das sei unter Umständen nachteilig für die Entwicklung der Kinder und entspreche nicht dem Selbstverständnis der Mitarbeiter.

Keine inklusive Ausrichtung der Angebote vorgesehen

Eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels, also die Anzahl der Fachkräfte, die für die Betreuung der Kinder zur Verfügung stehen, bedeute auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte. Das wiederum könne den Arbeitsplatz wieder attraktiver machen und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Im Gesetzesentwurf fehle auch das Recht auf einen integrativen Kita-Platz.

Eine inklusive Ausrichtung der Angebote der frühkindlichen Bildung sei nicht vorgesehen. „Das widerspricht grundsätzlich unserem Inklusionsgedanken. Das Recht auf einen Kita-Platz sollte doch für alle gelten, auch für Kinder mit Unterstützungsbedarf,“ so Uwe Hiltner, Geschäftsführer der Lebenshilfe Peine-Burgdorf, der diese Problematik als herben Rückschlag empfindet.

Protestaktionen für eine positive Änderung des Gesetzes

Gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen setzt die Lebenshilfe-Peine Burgdorf sich für die folgenden Verbesserungen ein: Die stufenweise Einführung der dritten Kraft in den Kindergartengruppen, eine Erhöhung der Freistellungszeiten für Kita-Leitungen, eine Erhöhung der Verfügungszeiten für pädagogische Fachkräfte, die inklusive Ausrichtung der frühkindlichen Bildung, keine Absenkung der fachlichen Standards beim pädagogischen Personal und die Refinanzierung und gesetzliche Festschreibung von Fachberatung.

Damit das neue Kita-Gesetz nicht ohne die Berücksichtigung der Forderungen aus der Fachpraxis zur Qualitätsverbesserung im Landtag verabschiedet wird, plant der Paritätische Wohlfahrtverband Niedersachsen mit seinen Mitgliedorganisationen in den kommenden Wochen verschiedene Aktionen.

Peiner Kitas an Aktionen beteiligt

Auch die Kindertagesstätten der Lebenshilfe Peine-Burgdorf beteiligen sich aktiv an dem Protest. Unter anderem wollen Eltern und Mitarbeitende Postkarten ans Kultusministerium schicken, Informationsblätter und Plakate aushängen und Briefe an örtliche Politiker schicken, um auf die Forderungen aufmerksam zu machen. Die Lebenshilfe Peine-Burgdorf betreibt aktuell vier Kitas im Landkreis Peine.

Von der Redaktion