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Stadt Peine Darum verkauft die Peiner Kreisverwaltung einen Hund
Stadt Peine Darum verkauft die Peiner Kreisverwaltung einen Hund
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17:58 24.04.2019
Die Hündin "Rose". Quelle: Landkreis Peine
Kreis Peine

Vor nicht mal einem Monat war es „Bertha“, nun ist es „Rose“ – der Landkreis Peine hat erneut ein illegal nach Deutschland gebrachtes Hundebaby sichergestellt und bietet es nun zum Verkauf an. Bekommt die traurige Geschichte dieses Mal ein Happy End?

Die fünf Monate alte „Rose“ ist eine Französische Bulldogge. Nachdem sie durch den Landkreis sichergestellt worden war, verbrachte die Hündin zunächst einige Wochen in Quarantäne – zur Sicherheit. „Nun sucht sie ein liebevolles Zuhause“, sagt Kreissprecher Fabian Laaß. „Rose“ ist laut Aussage des Landkreises gut sozialisiert, gechipt und geimpft. „Interessenten müssen eine Sachkundenachweis nach dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden vorlegen können und eine artgerechte Tierhaltung garantieren“, so Laaß weiter.

Schon vor einigen Wochen gab es beim Kreis einen ähnlichen Fall. Damals war die American-Staffordshire-Terrier-Hündin „Bertha“ ebenfalls im Alter von etwa fünf Monaten durch den Landkreis sichergestellt worden – auch sie hatte man illegal nach Deutschland gebracht. „Bertha“ wurde dann ebenfalls zum Verkauf angeboten, ein geeigneter Halter fand sich jedoch nicht, das Tier lebe nun in einem Braunschweiger Tierheim – dort war sie auch unter Quarantäne, sagte Laaß.

Auch die Hündin "Bertha" suchte einen neuen Besitzer. Weil sich niemand fand, lebt sie nun in einem Braunschweiger Tierheim. Quelle: Archiv

Die von einigen Tierfreunden geäußerte Kritik damals: Der vom Kreis aufgerufene Preis von 700 Euro für das Tier sei viel zu hoch, einige Interessierte hätte das sicherlich abgeschreckt. Auch „Rose“ soll nun für 700 Euro verkauft werden – auch hier ein zu hoher Preis?

„Wir haben uns natürlich informiert – das ist ein marktüblicher Preis. Und natürlich ist es auch nur eine Verhandlungsbasis“, sagt Laaß. So wäre Hündin „Bertha“ auch zu einem niedrigeren Verkaufspreis abgegeben worden, wenn ein geeigneter Interessent geeignete Rahmenbedingungen nachgewiesen hätte, so der Kreissprecher. „Entsprechende Anfragen kamen auch. Da jedoch die übrigen Voraussetzungen nicht stimmten, konnten diese Interessenten nicht berücksichtigt werden“, so Laaß. Mit dem aufgerufenen Verkaufspreis sollten auch mögliche „Spaßbieter“ abgeschreckt werden.

Hohe Kosten für den Kreis

„Es ist gesetzlich geregelt, dass sichergestellte Tiere verkauft oder versteigert werden können, wenn beispielsweise hohe Kosten durch ihre Verwahrung entstanden sind. Da die beiden Hunde mehrere Wochen in Quarantäne gehalten und tierärztlich versorgt werden mussten, sind hohe Kosten für den Landkreis Peine entstanden“, so der Kreissprecher. „Da der zu erwartende Erlös einer Versteigerung nicht kostendeckend gewesen wäre, sollen die Tiere freihändig verkauft werden. Kann ein Tier, wie im Fall von Bertha, nicht in einer angemessenen Zeit veräußert werden, kann es einem Tierheim übereignet werden.“

Wer sich für die Hündin „Rose“ interessiert: Fragen beantwortet das Veterinäramt des Landkreises Peine unter der Telefonnummer 05171/4016007 oder per E-Mail an lebensmittel.tiere@landkreis-peine.de.

Tierheim verwundert über Vorgehen

Innerhalb von nur wenigen Wochen bietet der Landkreis Peine zwei von der Verwaltung sichergestellte Hunde zum Verkauf an – Klaus Krüger, stellvertretender Vorsitzender des Tierheims Peine, wundert sich über dieses Vorgehen. „Normalerweise läuft es so: Bei einem gefundenen Tier wird das Ordnungsamt eingeschaltet – dieses ist dann dafür zuständig, das Tier unterzubringen“, so Krüger.

Auf der Grundlage eines Vertrags zwischen dem Peiner Tierschutzverein und den Kommunen würde das Tier ins Peiner Tierheim gebracht werden. „Wir würden es dann versorgen und weitervermitteln“, erläutert Krüger das weitere Vorgehen.

„Das haben wir so noch nie erlebt“

Warum jetzt aber der Landkreis Peine sich um den Verkauf der beiden Hunde kümmert, erschließe sich ihm nicht. „Das haben wir so noch nie erlebt“, wundert er sich. „Fundtiere kommen nur dann nicht in unser Tierheim, wenn sie beispielsweise unter Tollwutverdacht stehen. Einerseits haben wir nicht die Möglichkeit, eine Quarantäne einzurichten, andererseits fehlen unseren Mitarbeitern entsprechende Impfungen, so dass das Risiko einer Infektion zu hoch wäre“, sagt Krüger.

Quarantäne in Peine nicht möglich

Und genau das seien in den Fällen der Hunde „Bertha“ und „Rose“ auch die Gründe, warum der Landkreis so gehandelt habe, wie er gehandelt hat, sagte Kreissprecher Fabian Laaß auf PAZ-Anfrage. „Beide Hunde mussten wegen der Tollwut-Thematik mehrere Wochen in Quarantäne gehalten werden – und das ist leider in Peine nicht möglich gewesen“, so Laaß.

Würden bei den Hunden bestimmte gesetzliche Bestimmungen fehlen (Chip, ausreichender Impfschutz gegen Tollwut, Heimtierausweis und oder amtstierärztliches Gesundheitszeugnis), müssen die Tiere in der Regel in amtliche Quarantäne genommen werden, die je nach Herkunftsland Wochen oder Monate lang dauern könne. Gerade bei Hunden gebe es dabei einen stetig steigenden Handel mit illegalen Welpen – vor allem über das Internet. Die Tiere würden oft in Osteuropa unter häufig unzureichenden Haltungsbedingungen vermehrt und dann gewinnbringend in Deutschland verkauft. Der Aufenthalt in einer Quarantänestation sei bei solchen Tieren dann obligatorisch, um Menschen und Tiere vor möglichen eingeschleppten Krankheiten zu schützen.

„Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis Peine bei zwei illegalen Hundeimporten fünf Tiere sichergestellt und in Quarantäne genommen. Im laufenden Jahr waren es bei zwei Importen zwei Hunde“, so der Kreissprecher weiter.

Wie viele Hunde davon dann vom Landkreis verkauft wurden – darüber sei in der Vergangenheit keine Statistik geführt worden. „Schätzungen des Veterinäramtes zufolge wurden in den vergangenen sieben Jahren ungefähr zehn Hunde verkauft beziehungsweise gemeinnützigen Zwecken wie etwa einem Tierheim zugeführt“, erklärt der Kreissprecher abschließend.

Von Tobias Mull

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