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Stadt Peine Peine: Immer wieder brenzlige Situationen auf der Straße vorm Impfzentrum
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Peine: Brenzlige Situationen auf Woltorfer Straße vor Impfzentrum

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08:00 25.04.2021
Die Polizei beobachtet die Verkehrssituation vor dem Peiner Impfzentrum genau.
Die Polizei beobachtet die Verkehrssituation vor dem Peiner Impfzentrum genau. Quelle: Ralf Büchler
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Auf dem Parkplatz vor dem Netto-Markt an der Woltorfer Straße ist fast jeder Stellplatz besetzt, bei Jawoll nebenan sieht es nicht anders aus, und auch auf der Straße herrscht ungewöhnlich viel Verkehr. Doch die meisten Autofahrer wollen nicht einkaufen, sondern ihr Ziel liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Sie haben einen Termin im Peiner Impfzentrum. Zwar gilt in dem Abschnitt zurzeit eine Tempo-Beschränkung auf 30 Stundenkilometer, doch längst nicht alle halten sich daran. Polizei und Landkreis appellieren an die Umsicht aller Beteiligten.

Situation ist häufig sehr unübersichtlich

„Mit der Zahl der Corona-Impfungen hat natürlich auch die Zahl der Anfahrten zugenommen“, sagt der Erste Kreisrat Henning Heiß. Allein am Samstag waren 1200 Termine vergeben worden, entsprechend intensiv war der Verkehr. Durch die vielen Autos, die auf einen der Parkplätze fahren oder ihn verlassen wollen, ist die Situation immer wieder sehr unübersichtlich. Wegen der Priorisierung sind zurzeit überwiegend Senioren unterwegs, und es sind viele dabei, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen oder auch sonst nicht gut zu Fuß sind. Innerhalb einer halben Stunde ist mehrmals zu beobachten, dass Menschen Mühe haben, sicher über die Straße zu kommen. Die Situation erfordert von allen allerhöchste Aufmerksamkeit.

Passiert ist bisher zum Glück noch nichts

„Wir haben das sehr genau im Blick“, sagt Peines Polizeisprecher Matthias Pintak beim Ortstermin. Regelmäßig seien Beamte vor Ort und schauen sich die Situation an. Passiert sei an der Stelle zum Glück bislang noch nichts, aber die Polizisten hätten schon mehrmals sehr brenzlige Situationen beobachtet. Mit der Geschwindigkeitsbegrenzung hätten die Verantwortlichen bereits darauf reagiert, allerdings werde das Tempolimit leider viel zu oft ignoriert. Das hat eine Kontrolle mit dem mobilen Blitzer des Landkreises Peine bestätigt: Innerhalb von drei Tagen wurden 964 Verstöße dokumentiert. 934 Verwarnungen hat man ausgesprochen, 30 Raser müssen mit hohen Bußgeldern und Fahrverboten rechnen.

Autofahrer müssen sich an Tempo 30 gewöhnen

„Wir gehen in den meisten Fällen nicht davon aus, dass die Autofahrer das Tempolimit auf 30 Kilometer pro Stunde vorsätzlich missachten“, sagt Pintak. Der Mensch sei aber ein „Gewohnheitstier“ und neige dazu, sein Verhalten beizubehalten. „Und auf der Woltorfer Straße konnte man jahrelang Tempo 50 fahren – da dauert es, bis sich die Autofahrer umgestellt haben.“ Man könne nur immer wieder auf die Änderung aufmerksam machen, damit sie sich in den Köpfen festsetze.

Aber könnte nicht eine Bedarfsampel Abhilfe schaffen? „Das haben wir im Krisenstab bereits erwogen, aber verkehrsrechtlich ist das nicht möglich, denn sie würde den Verkehrsfluss zu sehr behindern“, bedauert Kreis-Sprecher Fabian Laaß.

Von Kerstin Wosnitza