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Stadt Peine Adventskalender mit ner Einwegmaske als Leckerli
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Peine: Adventskalender mit ner Einwegmaske als Leckerli

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16:00 12.11.2021
Es gibt verschiedene Arten von Adventskalendern. Günther der Treckerfahrer hat dabei ganz besondere Vorstellungen.
Es gibt verschiedene Arten von Adventskalendern. Günther der Treckerfahrer hat dabei ganz besondere Vorstellungen. Quelle: Lucas Bäuml
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Moin. In dieser Woche wurden uns zwei Mega-Ereignisse vorn Latz geknallt, die jedes Jahr immer wieder unerwartet kommen.

Überall in den Läden liegen sie schon wieder rum: Adventskalender. Früher waren die ja bloß für die Blagen, außen Gekrickel mit Tannebaum und Engel, innen drin billige Schokolade. Trotzdem war man als Kind natürlich heiß drauf und hat versucht, die Türchen schon mal vor ab von hinten leer zu fressen.

Irgendwann fings an, und es gab auch den ersten Adventskalender für Erwachsene: die 24er-Kiste Bier. Ich mein, das ist doch kein Zufall, dass da exakt 24 Flaschen drin sind. Wenn Gott gewollt hätte, dass wir Apfelsaft trinken, hätte er doch die 24er-Apfelsaft-Kiste erschaffen. Hat er aber nich, da sind meist bloß sechs Flaschen drin.

Günther, der Treckerfahrer hat sich ein paar lebensnahe Gedanken gemacht. Quelle: Jörg Kyas

Ich fände einen Azwenzkalender gut mit jedem Tag einen neuen Corona-Schnelltest. Oder die Landesregierung haut einen raus mit 24 neuen Verboten, was man nich darf an dem Tag, damit man sich bei den ganzen Regeln mal zurechtfindet. Und als Leckerli is hinter jeder Tür ne neue Einwegmaske dabei. Schön is auch beim politischen Adzwenzkalender, wenn man hinter der Tür nachgucken kann, was gerade gilt und was nich, sagen wir mal 2G oder nix G, alle mit Biontec dürfen nach draußen oder alle mit Astra Zeneca. Wenn sich dann am Schluss rausstellt, dass die Corona-Bekämpfung mit Azwenzkalender besser funktioniert hat als mitte Bundesregierung, sollte man überlegen, ob man nich auch den Rest der Politik übern Azwenzkalender regeln sollte statt über die neue Ampel.

Das zweite unausweichliche Ereignis war Freitag: Die Karnevalssaison beginnt jedes Jahr am 11.11. und für den Rheinländer heißt das, er legt den Hebel um von Großhirn auf Kleinhirn. Ab jetzt wird alles ausgeblendet, was irgendwie sinnvoll is. z. B. im Winter, wenn es kalt und Nieselregen is, draußen rumlaufen und so tun, als ob man Spaß dabei hat. In soner beknackten Situation hilft an sich auch kein Alkohol mehr oder die Aussicht auf Rumknutschen mit Fremden – da bleibt jeder vernünftige Mensch in sein Kabuff und säuft Grog mit doppeltem Schuss Rum.

Nich so die Jecken, die latschen im November schon zum Grölen und Saufen draußen inner Stadt rum. Nu sagst Du, lass die Idioten doch, sind ja Kölner oder noch schlimmer von da unten, die sind doch sowieso unzurechnungsfähig sonst würden se da ja nich wohnen. Stimmt an sich. Aber auch bei uns in Niedersachsen, wo die normalen Menschen leben, wird ab 11.11. das Großhirn auf Stand-By geschaltet und ansonsten ganz vernünftige Menschen verkleiden sich als Vollidiot, hören total beschissene Musik und latschen hinter zugemüllten Anhängern durche Gemeinde – z. B. in Braunschweig.

Überall fängt der winterliche Wahnsinn an, als ob Glühwein und hundert Mal pro Tag „Drivin home for Christmas“ nich schon schlimm genug is als winterlicher Horror. Nein, es muss noch eine weitere Plage her neben Weihnachtsmarkt, Grünkohlwanderung und Adventsbasar – Karnevalsbeginn. Da kann man nur die Landesregierung loben, die mit 2G-Vorschriften den Wahnsinn wenigstes etwas eingegrenzt hat. Munter bleiben!

Von Dietmar Wischmeyer