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Stadt Peine AKH-Vorstand antwortet auf offenen Brief der Klinik-Belegschaft
Stadt Peine AKH-Vorstand antwortet auf offenen Brief der Klinik-Belegschaft
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17:42 20.08.2019
Wie geht es weiter mit dem Peiner Krankenhaus? Quelle: Archiv
Peine

Die Pflegekräfte der Intensivstation im Klinikum Peine haben sich kürzlich in einem offenen Brief an den SPD-Landtagsabgeordneten Matthias Möhle gewendet (PAZ berichtete) – jetzt hat der Klinikbetreiber AKH darauf reagiert. Und in dem der PAZ vorliegenden Schreiben werden deutliche Worte gefunden.

Unter anderem wird erklärt, dass ein Krankenhaus nur dann dauerhaft am Markt bestehen können, wenn es die Regeln für diesen Markt beachtet. „Für das Klinikum Peine bedeutet dies, dass es mit den Erlösen aus den erzielten Fallpauschalen seinen Kosten decken können muss. Davon ist das Klinikum im Moment noch weit weg.“

Die Folgen: Rationalisierung

Die Folgen: Rationalisierung – „bis der marktübliche und refinanzierbare Personalbestand erreicht ist“, heißt es im dem AKH-Schreiben. Also Stellenstreichungen oder das Drehen an anderen Stellschrauben wie Arbeitszeit oder Bezahlung.

Gewissheit werde erst das Sanierungsgutachten bringen, das Ende September zunächst dem Aufsichtsrat und dann den Mitarbeitern vorgestellt werden soll. „Im Gegensatz zu all den Luftnummern, die von anderen Seiten in die Welt gesetzt werden, bestätigt das Gutachten einen klar beschriebenen Weg, wie das Krankenhaus in fünf Jahren wieder auf eigenen Beinen stehen kann“, heißt es in dem Schreiben.

„Klinikum bleibt bestehen“

Auch auf das von Möhle favorisierte Zusammengehen des Peiner Klinikums an der Virchowstraße mit dem Klinikum Braunschweig kommt der AKH-Vorstand, Dr. Martin Windmann und Franz Caesar, als Unterzeichnende zu sprechen. „Ohne ein Wort zu ihren Vorstellungen über die ungewisse Zukunft als Anhängsel eines Großklinikums zu verlieren, forcieren Politik und Betriebsrat die Anbindung an Braunschweig.“

Windmann und Caesar unterstreichen in diesem Zusammenhang, dass das Peiner Krankenhaus weiter bestehen bleibt – „nach momentanem Stand innerhalb der AKH-Gruppe gemäß dem Sanierungskonzept“.

Abwerbung von Helios

Auch auf die Versuche von Helios, Personal aus dem Peiner Klinikum abzuwerben, kommen der Vorstand zu sprechen – der Konkurrent hatte unter anderem einen Lkw mit Personalwerbung vor dem Krankenhaus in der Fuhsestadt geparkt. Man könne auf das Vorgehen von Helios keinen Einfluss nehmen und habe lange überlegt, wie man auf die Aktionen reagieren sollte. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir vorläufig weder vergleichbare Aktionen tätigen, noch das wir ähnlich wie Helios Prämien für Wechsel ausloben. Letzteres belohnt die Wechsler und bestraft diejenigen, die ihren Häusern die Treue bewahren.“

Eine Einschätzung vom Betriebsrat, wie das Schreiben in der Belegschaft aufgenommen wurde, gab es zunächst nicht. Es wird aber bestimmt Thema bei der Mitarbeiterversammlung am Donnerstag sein. An der wird übrigens vom Vorstand der AKH-Gruppe niemand teilnehmen, da der Termin zu kurzfristig vom Betriebsrat ausgewählt wurde, heißt es in dem Schreiben.

Das Peiner Klinikum in der Krise

Die AKH-Gruppe und damit auch das Peiner Klinikum sind im Jahr 2018 in finanzielle Schieflage geraten. Hier gibt es eine Übersicht über das bisherige Geschehen:

17. Juli 2019: Peiner Krankenhaus-Krise – Massive Kritik an Klinik-Studie der Bertelsmann Stiftung

30. Juni 2019: Klinik-Krise: Celler Ärzte stellen Strafanzeige

12. Juni 2019: Überraschende Wende: Rettet jetzt Celle das Peiner Klinikum?

12. Juni 2019: Peiner Klinik-Krise: Entscheidung vertagt

10. Juni 2019: Peiner Rat will Kreis bei Rettung des Klinikums unterstützen

8. Juni 2019: PAZ-Kommentar zur Klinik-Krise: Rauft euch zusammen!

7. Juni 2019: Millionen für Klinik-Rettung: Kreistag sagt „Ja“, stellt aber klare Forderungen

6. Juni 2019: Klinik-Rettung: Tag der Entscheidung in Peine

6. Juni 2019: Klinik-Rettung: Kreis und Stadt üben Schulterschluss

5. Juni 2019: Saemann: Fünf Millionen Euro zur Standortsicherung - Kreis will mehr

5. Juni 2019: Klinik-Rettung in Peine: Landkreis sucht den Kompromiss

2. Juni 2019: Millionen-Defizit noch höher: Landkreis soll das Peiner Klinikum retten

31. Mai 2019: Klinik-Krise in Peine: Droht weiterer Stellenabbau?

10. Mai 2019: Frauenklinik-Aus: Peiner Hebammen kritisieren Informationsfluss

30. April 2019: Frauenklinik dicht: Was heißt das für Schwangere in Peine?

13. April 2019: Verdi: Peine soll Stimmrecht im AKH-Aufsichtsrat bekommen

8. April 2019: Frauenklinik in Peine schließt bereits am Freitag

7. April 2019: Klinik-Krise in Peine: 50 Stellen auf der Kippe

5. April 2019: Kriselndes Klinikum: „Gründe für finanzielle Probleme bleiben unklar“

26. März 2019: Aufregung im Klinikum: AKH versendet Fragebogen zu Sozialauswahl

23. März 2019: Klinikum Peine muss drei Millionen Euro einsparen

13. März 2019: Zu wenig Geburten in Peine sind für Schließung mitverantwortlich

11. März 2019: „Aktive Mittagspause“ im Peiner Klinikum: „Wir sind euer Krankenhaus“

21. Februar 2019: Das sagen CDU und SPD zu drohenden Kündigungen im Klinikum Peine

21. Februar 2019: SPD und CDU bedauern die Schließung der Frauenklinik

20. Februar 2019: Klinikum Peine schließt die Fachabteilung für Frauenheilkunde

31. Januar 2019: Klinikum: „Tiefe Einschnitte, aber nicht beim Pflegepersonal“

21. Oktober 2018: Nach Millionenverlust: Bekenntnis zum Klinik-Standort Peine

17. Oktober 2018: Millionenverlust für das Peiner Klinikum

Von Tobias Mull

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