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Stadt Peine Peine: 28-Jähriger verletzt sich selbst und greift Polizisten an
Stadt Peine Peine: 28-Jähriger verletzt sich selbst und greift Polizisten an
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15:54 13.09.2019
Wegen fahrlässigen Vollrauschs in Tateinheit mit Körperverletzung gegen Vollstreckungsbeamte musste sich ein 28-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten. Quelle: Archiv
Peine

4000 Euro Geldstrafe: So lautete das Urteil gegen einen 28-jährigen Angeklagten aus Peine vor dem Amtsgericht Peine. Der Richter verkündete das Urteil wegen fahrlässigen Vollrauschs in Tateinheit mit Körperverletzung gegen Vollstreckungsbeamte.

„Ich wollte mich wohl umbringen“

Was war passiert? Am 24. Dezember 2018 konsumierte der ledige Angeklagte sehr viel Alkohol und nahm verschiedene Betäubungsmittel wie Cannabis zu sich. Die spätere Blutalkoholmessung beim Angeklagten ergab 2,59 Promille. Am Heiligabend fügte sich der 28-jährige erhebliche Verletzungen mit einem Messer im Halsbereich zu. „Ich wollte mich wohl umbringen“, äußerte der Angeklagte vor Gericht.

Von den herbeigerufenen Rettungssanitätern und dem Notarzt wollte sich der Mann nicht helfen lassen, darum wurde die Polizei zur Unterstützung gerufen. Dem Notarzt gelang es, dass der Angeklagte das Tat-Messer beiseite legte, so dass die eingetroffenen vier Polizisten den 28-jährigen trotz seiner heftigen Gegenwehr fixieren konnten. Dabei trat der Angeklagte einen Beamten gegen den Kopf. Der Mann wurde in den Rettungswagen gebracht und ruhiggestellt, um seine Verletzungen im Klinikum weiter zu versorgen.

Erinnerungslücke beim Angeklagten

„Ich kann mich an nichts mehr erinnern, was an dem Abend passiert ist“, äußerte der Angeklagte vor Gericht und führte weiter aus: „Seit dem Vorkommnis trinke ich keinen Alkohol mehr. Auch Drogen konsumiere ich nicht mehr.“

Drei von den am Einsatz beteiligten Polizisten sagten als Zeugen aus. Der Angeklagte entschuldigte sich bei den Beamten für sein Verhalten am Heiligabend. Die Polizisten nahmen die Entschuldigung an.

Staatsanwältin fordert Bewährungsstrafe

Die Staatsanwältin äußerte erhebliche Zweifel, dass es dem 28-Jährigen ohne fremde Hilfe gelungen sei, völlig auf Alkohol und Drogen zu verzichten. In ihrem Plädoyer forderte sie eine Haftstrafe von vier Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird sowie 1000 Euro Geldstrafe für den tätlichen Angriff im Vollrausch auf Polizeibeamte.

Der Richter verkündete das Urteil wegen fahrlässigen Vollrauschs in Tateinheit mit Körperverletzung gegen Vollstreckungsbeamte und verhängte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen je 40 Euro, eine Gesamtstrafe von 4000 Euro. Die Möglichkeit einer Ratenzahlung soll eingeräumt werden. Zusätzlich hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Drei Einträge im Bundeszentralregister

Im Bundeszentralregister stehen bereits drei Einträge wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährliche Körperverletzung und Diebstahl mit Körperverletzung. Der Richter gab dem 28-jährigen mit auf den Weg: „Sie haben bis jetzt genügend negative Einträge geliefert. Es wird Zeit für Sie, Ihre Füße still zu halten und nicht mehr auffällig zu werden. Das nächste Mal erhalten Sie eine Haftstrafe.“

Der Angeklagte, der ohne Verteidiger vor Gericht stand, verzichtete auf seine Möglichkeit einer Revision. Die Staatsanwältin schloss sich dem Verzicht an, somit wurde das Urteil rechtskräftig.

Von der Redaktion

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