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Stadt Peine PAZ-Testfahrer sind sich einig: „E-Fahrzeuge sind eine tolle Sache“
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PAZ-Testfahrer sind sich einig: „E-Fahrzeuge sind eine tolle Sache“

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17:55 14.10.2021
Die Tester mit ihren Fahrzeuge bei der Rückgabe vor dem Autohaus Gebr. Schmidt in Peine.
Die Tester mit ihren Fahrzeuge bei der Rückgabe vor dem Autohaus Gebr. Schmidt in Peine. Quelle: Melanie Stallmann
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Peine

Klimafreundlich unterwegs ohne Fahrgeräusche und mit riesigem Komfort: Die Bilanz der PAZ-Leser-Testfahrer, die bei der E-Mobilitätsinitiative „pe-mobil“ ein Wochenende lang auf zwei und vier Rädern unterwegs waren, fällt fast ausschließlich positiv aus. Für das Gewinnspiel hatte das Peiner Autohaus Gebr. Schmidt vier E-Autos und einen E-Scooter zur Verfügung gestellt sowie der Fahrradexperte Zweirad Hotopp ein typgerecht abgestimmtes Elektrofahrrad. Bei ihren Wochenend-Touren nahmen die Gewinner unterschiedliche Kriterien wie beispielsweise Fahrspaß, Reichweite sowie Straßenlage und Ladeinfrastruktur unter die Lupe. Das Ergebnis: „E-Fahrzeuge sind eine tolle Sache“, waren sich alle Teilnehmer auch mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz bei der Fahrzeug-Rückgabe einig.

Rolf Sandmann aus Groß Lafferde ist nach der ersten Testfahrt mit dem VW e-Up von der Anzugs- und Durchhaltegeschwindigkeit des Motors positiv überrascht: „Fährt man angepasst und nicht Rallye, schafft der Akku 220 Kilometer, so dass sich der Wagen als Zweitfahrzeug und für den Weg zur Arbeit nach Braunschweig gut eignet.“ Die Technik findet der 57-Jährige „selbsterklärend“. Das Laden sei „super einfach“ und für jeden verständlich. „Deutlich besser werden“ müsse aber noch die Infrastruktur mit Ladesäulen. So habe Sandmann im 40-Kilometer-Umkreis von Groß Lafferde nur sieben Säulen entdecken können.

„Ohne Ladebox geht es nicht“

„Von Freitag an waren Tagestermine mit den zwei Kids, zur Arbeit, ins Parkhaus nach Braunschweig und eine Spritztour Sonntagfrüh drin, dann meldete die Ladeanzeige noch 70 Kilometer. Damit ist für uns der Praxistest bestanden“, resümiert Kerstin Kluba (44) aus Bülten. Sie testete den VW ID.3, dessen Standardausstattung sie „luxuriös“ findet. Als „zu lange“ wertet sie die vierstündige Ladedauer für gerade mal 60 Kilometer Reichweite an der häuslichen Steckdose und schlussfolgert: „Ohne Ladebox geht es nicht.“ Ihr eigener Wagen sei noch relativ neu. In etwa drei Jahren könnte es mehr gebrauchte E-Autos geben, vermutet Kluba. Einen davon könne sie sich vorstellen, wenn die Lade-Infrastruktur bis dahin in Peine besser ist.

Keine bessere Alternative für Stadtfahrten

„Mir fiel es schwer, den Skoda Enyaq wieder abzugeben. Es gibt für Stadtfahrten keine bessere Alternative. Das E-Auto fuhr selbst auf der Autobahn so schön ruhig und leise“, ist Mareike Metzler (36) aus Schmedenstedt begeistert. Doch Voraussetzung für die Anschaffung sei die Einrichtung einer heimischen Stromtankstelle, der Wallbox. Metzler wünscht sich den zügigen Ausbau des Ladenetzes mit Schnellladesäulen, um Urlaubsfahrten mit einem „Stromer“ komfortabler zu machen. Noch finde man im Internet zu viele defekte, besetzte oder geplante Säulen. „Erst in ein oder zwei Jahren, wenn die Vernetzung besser ist, würde ich mir ein E-Auto anschaffen“, betont die Testfahrerin.

Ein Wochenende lang konnten die Gewinner die zwei- und vierrädrigen Elektro-Fahrzeuge auf Herz und Nieren testen.

„Der Komfort des e-Golf ist beeindruckend, er wäre als Familienauto geeignet“, sagt Yvonne Handzik (32) aus Blumenhagen. Doch ihr drittes Kind sei unterwegs, deshalb käme so ein Neuwagen eher nicht infrage. Derzeit sei der e-Golf – wenn überhaupt – für sie als Gebraucht- und Zweitwagen vorstellbar. Trotz Vollladung habe die Anzeige maximal auf 198 Kilometer Reichweite gestanden. Das reiche für Alltagsfahrten, doch kaum für die Arbeitsstrecke ihres Mannes. Er habe von der Arbeit aus spontan einen weiteren Termin wahrgenommen. Mit dem e-Golf hätte er das ohne Laden nicht geschafft. „Die Zukunft wird elektrisch – für uns vielleicht erst in drei oder vier Jahren.“

„Es ist wie Radfahren, ich fühle mich sicher auf dem Seat Mó 125. Der Zwölf-PS-Roller beschleunigt enorm, kommt an der Ampel schnell in Gang, hat ein straffes Fahrwerk und bietet viel Stauraum für Einkäufe. Das alles begeistert mich“, sagt Patrick Bartels (51) aus Oberg über seine Testfahrt mit dem E-Scooter. Nicht gefallen habe ihm neben dem Kaufpreis die angegebene Reichweite – 137 Kilometer im niedrigsten Fahrmodus Eco bei 60 Stundenkilometern. Die mehrstündige Ladezeit während eines geplanten Kurzbesuchs habe Bartels zudem Stress bereitet. Gut findet er hingegen, dass der Akku komplett herausnehmbar ist. „Doch man zieht dann 41 Kilo wie einen Trolley hinter sich her.“

Völlig entspannt per E-Bike zum Zielort

Für Erik Braune (50) aus Dungelbeck, der aus Berufsgründen nahezu täglich zwischen seinem Heimatort und Braunschweig pendelt, gilt das E-Bike, das der Peiner Fachhändler Zweirad Hotopp zur Verfügung gestellt hatte, seit dem Testwochenende als optimale Alternative zu Bus und Bahn: „Die Touren haben einen Riesenspaß gemacht, und man kommt völlig entspannt am Zielort an“, schwärmt er. „Mit einem normalen Fahrrad sieht das in der Regel ganz anders aus.“ Dabei nutzt der begeisterte Hobbyläufer davon im Arbeitsalltag gleich zwei: Eines, um von Dungelbeck zum Peiner Hauptbahnhof zu gelangen, von dem er mit dem Zug nach Braunschweig fährt, um dann mit dem zweiten Rad zur Arbeit zu fahren. Die Fahrzeit mit dem E-Bike sei dabei nahezu dieselbe. „Und das hat mich tatsächlich sehr überrascht“, sagt Braune. Umso größer sei daher auch das Interesse an der Anschaffung. Einziges Manko sei dabei allerdings noch der hohe Preis. „Aber genau berechnen werde ich das Thema in jedem Fall“, sagt der Dungelbecker schmunzelnd.

Von Birthe Kußroll-Ihle und Melanie Stallmann