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Stadt Peine Das Warten auf die vielen Vorzüge der Bahn
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PAZ-Kolumne: Das Warten auf die vielen Vorzüge der Bahn

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07:00 07.01.2022
Züge werden nicht nur regelmäßig gewartet, man muss darin auch regelmäßig warten. Mit der entsprechenden Ansage ist es aber nicht so schlimm.
Züge werden nicht nur regelmäßig gewartet, man muss darin auch regelmäßig warten. Mit der entsprechenden Ansage ist es aber nicht so schlimm. Quelle: dpa/Boris Roessler
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Bei Reisen mit der Bahn sitze ich immer in dem Viertel der Züge, die laut Statistik Verspätung haben. Macht aber nichts. Denn erstens ist Hektik und Aufregung ungesund, und zweitens gibt es Gelegenheit, sich über die Kreativität bei den Ansagen im Zug zu freuen. Die sind inzwischen zu einer eigenen Kunstform geworden.

Das Warten ist nicht mehr schlimm, wenn auch der Zugführer zu den Leidensgenossen gehört und über Lautsprecher verkündet: „Ich würde Ihnen gerne erzählen, warum wir hier stehen. Aber mir erzählt auch keiner was.“ Für folgende Erklärung lohnt sich das Warten ebenso: „Wir stehen vorm roten Signal, weil der Abschnitt vor uns von unserem Vorzug besetzt ist. Davor steht der Vorzug des Vorzuges. Wie Sie sehen ist die Bahn ein System mit vielen Vorzügen. Heute ist es besonders vorzüglich.“

Corona hat noch mal ein Feld für lustige Ansagen eröffnet, zum Beispiel: „Wenn Sie nachweislich Kinnkiemen haben, zeigen diese bitte bei der Fahrkartenkontrolle vor. Dann dürfen Sie Ihre Maske auch weiterhin unterm Kinn tragen.“ Oder: „Die Abfahrt verzögert sich um wenige Minuten, da ein Maskenverweigerer die Polizei als Ausstiegshilfe gebucht hat. Ein Exklusivservice von uns.“

Verunsicherung gab es allerdings bei folgender Ansage: „Wir begrüßen Sie in der Regionalbahn nach... Hab ich vergessen. Ich fahre einfach mal den Schienen nach!“

Von Matthias Preß