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Stadt Peine Digitaler Rülpser, digitale Kunst und weiterer Wahnsinn
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PAZ-Glosse: Digitaler Rülpser, digitale Kunst und weiterer Wahnsinn

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07:00 15.11.2021
Eine Galerie-Mitarbeiterin aus Hamburg hält ein sogenanntes NFT-Kunstwerk „Abyss“ von der Künstlerin Roxanne Sauriol hoch.
Eine Galerie-Mitarbeiterin aus Hamburg hält ein sogenanntes NFT-Kunstwerk „Abyss“ von der Künstlerin Roxanne Sauriol hoch. Quelle: Marcus Brandt
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Unfassbar! Das Onlineportal „Token InfoPort“ hat die weltweit erste Liste mit den verrücktesten und teuersten NFTs zusammengestellt. Solche „Non Fungible Tokens“ ( „nicht ersetzbare digital geschützte Objekte“) sind zurzeit im Trend – und generieren Millionenumsätze. Schon einmal vom digitalen Klopapier gehört? Nein? Kostenpunkt: 4100 Dollar. Dabei ist es nicht mal echt, sondern bloß ein Foto, das als sogenanntes NFT verkauft worden ist.

Die NFT-Liste ist skurril: Nebst digitalen Hanfpflanzen und Kunstwerken gibt es Audiodateien von NFT-Fürzen zu kaufen (80 Dollar das Stück). Wer will, ersteht eine 52-minütige Furz-Symphonie. Auch sie ist – wie alle NFTs - unveränderbar gesichert. Und für das Foto eines ungenießbaren Sandwiches bei einem Festival auf den Bahamas bezahlte ein Käufer unglaubliche 80 000 Dollar. Ich glaube, ich hänge meinen Job an den Nagel und konzentriere mich auf NFTs, die die Welt nicht braucht und trotzdem viel Geld bringen. Wer zahlt zum Beispiel für einen digitalen Rülpser von mir? Oder eine schimmelige Banane? Angebote nehme ich gern entgegen.

Von Thomas Kröger