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Stadt Peine Ole Siegel Sports: Ladengeschäft schließt – und doch bleibt vieles beim Alten
Stadt Peine Ole Siegel Sports: Ladengeschäft schließt – und doch bleibt vieles beim Alten
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06:29 17.10.2019
Ole Siegel Sports schließt im kommenden Jahr - macht aber mit neuem Konzept weiter. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Ole Siegel Sports in Peine schließt im kommenden Jahr seine Türen – allerdings doch nicht so ganz. Im Gespräch mit der PAZ erklärt Inhaber Ole Siegel die Gründe für seine Entscheidung, das Konzept des klassischen Ladengeschäfts in der ehemaligen Turnhalle des Vater Jahn Peine massiv zu verändern.

Veränderungen gab es in den 30 Jahren des Bestehens immer

„Das Tagesgeschäft, also die Laufkundschaft, machen nur rund 5 Prozent vom Gesamtumsatz aus“, bringt es Siegel auf den Punkt. Man hätte die Entwicklung beobachtet: das Kaufverhalten der Kunden, den Internethandel – und sich für ein neues, innovatives Konzept entschieden. „Im kommenden Jahr gibt es uns 30 Jahre. Unsere Geschäftstätigkeit unterlag immer Veränderungen. Wir haben vieles ausprobiert, sind oft neue Wege gegangen. Es ist an der Zeit, dies wieder zu tun“, erklärt Siegel.

Demnach werde 2020 das stationäre Geschäft eingestellt. „Die Räumlichkeiten werden zu einem Präsentationsraum für Vereine und Firmen umgestaltet. Parallel werden die Türen zwei Mal monatlich für Verkaufstage geöffnet“, erläutert Siegel sein neues Konzept. Bereits jetzt ist er schon sehr erfolgreich mit den sogenannten „Vereinsabenden“. Hierfür werden Handballvereine nach Peine eingeladen, die im Shop fachmännische Beratung erhalten und über neue Trends informiert werden.

Kernkompetenzen in den Fokus rücken

„Der Laden, die Ware und auch das Personal kosten Geld. Ich möchte einfach unsere Kernkompetenz in den Fokus rücken“, so der Geschäftsmann, der sich vor Jahren voll und ganz dem Handball verschrieben hat. Nicht ganz unschuldig an dieser Entscheidung sei der Wandel, dem der Einzelhandel unterliegt – nicht zuletzt auch aufgrund des Internets.

„Kunden haben so viele Möglichkeiten, sich ihre Waren zu organisieren. Nicht nur im Internet. Inzwischen bekommt man bei Globus Sportbandagen und im Discounter Sportkleidung. Da sind dann die Einzelhändler gefragt, sich neue Konzepte zu erarbeiten, um den Kunden zu erreichen“, führt Siegel aus, der auch als stellvertretender Gildemeister die Geschicke der Peiner Händler lenkt.

Eine andere Art des Einzelhandels

Als eine andere Art des Einzelhandels bezeichnet er sein neues Konzept, mit dem er auch in Zukunft als Fachmann für den Handballsport und als Textilveredler konkurrenzfähig sein möchte. Und auch wenn er seinen bereits lange Jahre bestehenden Onlineshop ausbauen will, werde das nicht das einzige Standbein sein.

„Das funktioniert gar nicht, um da konkurrenzfähig zu bleiben, müsste man hohe finanzielle Mittel aufbieten“, sagt er und verweist darauf, dass inzwischen zum Beispiel auch Hersteller ihre eigenen Shops haben. „Also die Firma, von der ich als Händler eigentlich die Ware kaufe, ist plötzlich auch mein Mitbewerber“, macht er deutlich.

Das Internet sei nicht automatisch der Feind des Einzelhändlers, aber alleine nur als stationärer Handel oder auf der anderen Seite rein als Internethändler, könnte ein kleines, inhabergeführtes Unternehmen nicht mehr existieren. „Schlussendlich entscheidet der Markt und der Kunde. Der Handel muss sich anpassen und darf den Anschluss nicht verlieren“, so Siegel.

Postfiliale wird erweitert

Ole Siegel Sports wird also weiterhin präsent sein. Auch mit der Postfiliale, die es seit 2014 gibt, hat er viel vor. „Der Bereich wird ausgebaut, denn sie wird sehr gut von den Kunden angenommen. Daneben wir die 2004 gegründete „b-druckstelle“ vergrößert und mit Personal aufgestockt. Ab sofort gibt es im übrigen einen Ausverkauf, in dem immer wieder tolle Aktionen geboten werden, merkt Siegel abschließend an.

30 Jahre Ole Siegel Sports: Im Keller fing alles an

Ole Siegel Sports feiert im kommenden Jahr 30-jähriges Bestehen. Von Anfang an unterlag das Unternehmen einem steten Wandel. Passte sich an, probierte neues aus. Das waren die wichtigsten Stationen:

1990: Ole Siegel macht sich mit „Das tapfere Schneiderlein unter den Freizeitreisen“ im Keller seiner Eltern in Ankensen mit Zubehör für Badminton-Spieler selbständig.

1992: Siegel eröffnet ein einem Tenniscenter einen Shop für Badminton und organisiert parallel die Vermietung der Badminton-, Sqash- und Tenniscourts.

1993: In Hannover wird ein kleiner Laden für Badminton und Sportswear eröffnet.

1995: In der Hannoverschen Südstadt wird ein weiterer kleiner Laden eröffnet.

1996: Ole Siegel geht nach Peine und zieht im Schwarzen Weg in den heutigen Pit-Stop mit ein.

1998: In Peine wird in der Marktstraße 14 große Neueröffnung gefeiert. Zusätzlich richtet Siegel in Braunschweig im Play Off in der Südstadt einen neuen Shop ein.

1999: Während Ole Siegel zur Bundeswehr muss, laufen seine Geschäfte parallel weiter.

2000: Ole Siegel beginnt den Internethandel für sich zu entdecken. Zunächst wird über die Plattform ebay verkauft. Schnell kommt ein eigener Onlineshop hinzu.

2003: Die Idee des Handballbusses – Verkauf auf Handballevents aus einem umgebauten Ziehharmonikabus heraus – erweist sich als sehr innovativ. Bis auf vier Busse bringt es Siegel im Laufe der Zeit. 2012 wird diese Idee wieder eingestellt.

2003: Die Badminton-Geschäfte werden zurückgefahren. Die Sparte des Handballs ist zukunftsweisend. Der Verkauf von Handballzubehör auf dem Bundesliga-Cup in Braunschweig wird zu einem vollen Erfolg.

2004: Die Diskothek Markthalle, das spätere „Take off“, und die ganz frühere Turnhalle des Vater Jahn Peine wird zu einem Shop-in-Shop-System umgebaut. Zusammen mit dem Fahrradspezialisten „Die Zwei“ zieht Ole Siegel Sports mit einem Fachgeschäft für den Handballsport nach Peine.

2007: Zur Handball Weltmeisterschaft in Deutschland führt Ole Siegel Sports eine eigene Ballmarke ein und bewirtschaftet Stände in den Austragungshallen. Mehr als 30 Helfer sind im Einsatz.

2008: In Hannover, in der alten Feuerwache, eröffnet Siegel ein Outlet-Center und verlagert dorthin seinen Internethandel. Bis zu 400 Sendungen werden zu Spitzenzeiten täglich verarbeitet.

2009: Der Internethandel zieht an die Woltorfer Straße in Peine.

2010: In Hannover, in der Hildesheimer Straße, eröffnet Siegel einen Handballladen mit Mode der Marke Hummel.

2014: Es eröffnet eine Postfiliale mit Postfachanlage in den heutigen Geschäftsräumen. Bis zu 4000 Briefe werden heute täglich bearbeitet.

Von Kathrin Bolte

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