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Stadt Peine Nitratwerte bei Brunnenwasser: Kreislandwirt kritisiert „einfache Antworten“
Stadt Peine Nitratwerte bei Brunnenwasser: Kreislandwirt kritisiert „einfache Antworten“
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07:56 11.07.2019
Die Untersuchung von Brunnenwasser hat zum Teil deutlich erhöhte Werte ergeben. Quelle: Archiv
Peine

Die diesjährige Brunnenwasser-Untersuchung durch den VSR Gewässerschutz hat ergeben, dass im Kreis Peine erhebliche Nitratbelastungen vorliegen (PAZ berichtete) – der höchste Wert wurde in einer Probe aus Münstedt gemessen (136 Milligramm Nitrat je Liter Wasser). Diplom-Physiker Harald Gülzow vom Verein VSR-Gewässerschutz macht für die Belastung im Grundwasser vor allem die intensive Landwirtschaft und die Massentierhaltung verantwortlich.

„VSR ist nicht zertifiziert“

Dazu sagt Kreislandwirt Wilfried Henties: „Die Aktivitäten des selbst ernannten Umweltbüros VSR Gewässerschutz bedürfen aus meiner Sicht eines genaueren Faktenchecks. Das Thema ,Nitrat’ ist sehr komplex, und der Verein trägt mit seinen sehr einfachen Antworten zur Verunsicherung der Menschen bei.“ Er gibt zu bedenken, dass Institute, die sich professionell mit dem Thema Trinkwasser befassen würden, zertifiziert sein müssten – wie zum Beispiel Wasserversorger, offizielle Untersuchungslabore oder die Landwirtschaftskammer. Der VRS sei dies nicht.

Höhere Werte bei Brunnen

Henties macht deutlich: „Proben aus Oberflächengewässern oder Brunnen, noch dazu aus alten Siedlungsgebieten, haben immer einen höheren Nitratwert. In jedem Haus oder Hof fand Tierhaltung statt, hinzu kamen menschliche Exkremente vor dem Bau der Kanalisationen. Trinkwasser wird aus größeren Tiefen gefördert, die Brunnen sind dreistöckige Bauwerke, und das Wasser braucht Jahrzehnte, bis es die tiefste Schicht erreicht hat. Auf dem Weg dorthin kommt es zu Selbstreinigungsprozessen – VSR verschweigt dies.“

Landwirte und Wasserverband arbeiten zusammen

Der Kreislandwirt merkt auch an, dass Grenzwerte (hier 50 Milligramm Nitrat/Liter) willkürlich festgelegte Werte seien und dem Gedanken der Vorsorge dienen. Da allerdings der Boden einen natürlichen Stickstoffvorrat besitze, der kontinuierlich abgegeben werde, sei es kaum möglich, die Grenzwerte noch weiter zu senken. Darauf, dass seit Jahrzehnten die Landwirte und der Wasserverband in einer Kooperation zur Sauberhaltung des Wassers erfolgreich zusammenarbeiten, verweist Wilfried Henties ebenfalls.

„VSR erkennt Verhältnisse vor Ort nicht“

Dem Vorwurf Gülzows, dass allein intensive Landwirtschaft und Massentierhaltung Schuld an den Belastungen seien, tritt der Kreislandwirt vehement entgegen. „Wahr ist, dass die Nutztierhaltung bis auf Pferde und Hunde aus den meisten Peiner Dörfern verschwunden ist. Nur noch wenige Betriebe halten Rinder, Hühner und Schweine mit ausreichender Fläche für Gülle und Mist.“ Die wenigen Biogasanlagen würden in Gemeinschaften betrieben, so stünden mehrere hundert Hektar für die Ausbringung von mit Nitrat belastetem Gärrest zur Verfügung. „Der VSR ignoriert dies und ist nicht in der Lage, die vorhandenen Verhältnisse vor Ort zu erkennen.“

Verschärfung der Düngeverordnung

Der Landwirtschaft stehe im Übrigen eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung bevor. Nach dieser werde es zukünftig erlaubt, nur noch 80 Prozent des Stickstoffbedarfs der Pflanzen abzudecken. Das habe laut Henties zur Folge, „dass die Qualitätsansprüche an Kartoffeln, Weizen und Zwiebeln nicht mehr erfüllt werden können.“

Ökologische Landwirtschaft als Alternative?

Auch auf das Thema ökologische Landwirtschaft geht der Kreislandwirt ein. Diese sei aufgrund der Kosten nur für wenige Betriebe eine Alternative. Zudem werde eine Veränderung der Nitratwerte durch eine solche Bewirtschaftung der Flächen unterstellt, diese werde jedoch im Ackerbau nicht stattfinden, ist sich Henties sicher.

Von Antje Ehlers

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