Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Neue Düngeverordnung: Peiner Landwirte in Sorge
Stadt Peine Neue Düngeverordnung: Peiner Landwirte in Sorge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 25.04.2019
Wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes soll die Düngeverordnung erneut verschärft werden. Quelle: dpa
Kreis Peine

Alarm schlägt der Peiner Kreislandwirt Wilfried Henties: „Die Landwirte stehen vor einer Herausforderung, die ihre Existenz gefährden kann.“ Auslöser für den Hilferuf ist die geplante Verschärfung der Düngeverordnung (DVO).

Vor zwei Jahren war diese bereits verschärft worden, um die Vorgaben der EU-Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie einzuhalten. Nun sollen bis zum Mai 2020 noch einmal schärfere Gesetze in Kraft treten, um das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Einhaltung der Nitratnorm zu erfüllen (PAZ berichtete).

Genauer Düngebedarf muss ermittelt werden

So wird es zum Beispiel erforderlich, den genauen Düngebedarf pro Acker vor jeder Düngung zu ermitteln und zu dokumentieren. Die Landwirte müssen sich zur Einhaltung und Umsetzung der Düngebedarfsermittlung verpflichten. Erfolgt die Düngung nicht bedarfsgerecht, kommen auf die Landwirte erhebliche Bußgelder zu. Die Art der Ausbringung wird ebenfalls reglementiert. Weiterhin wurde Deutschland in rote (erhöhte Werte) und grüne (akzeptable Werte) Gebiete eingeteilt, was die Nitratbelastung des Grundwassers anbelangt. Etwa 80 Prozent des Landkreises Peine werden dem roten Bereich zugeordnet.

Dazu meint Henties: „Die Werte, die uns zugeschrieben werden und zur Einteilung führen, sind nur zum Teil richtig. Betriebe im Wasserschutzgebiet Wehnsen wirtschaften seit Jahrzehnten Grundwasser schonend in Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Peine. Die erzielten Nitratwerte erreichen ohne Mühe die geforderte Qualität.“ Er und viele Kollegen bezweifeln daher die Richtigkeit der in den amtlichen Messbrunnen ermittelten Werte.

„Ich bin erschrocken und bestürzt“

Es gebe auch Kulturen wie beispielsweise Kartoffeln oder Qualitätsweizen, die zur Erfüllung der Qualitätsansprüche auf einen erheblichen Stickstoffgehalt im Boden angewiesen sind.  Fachliche Belange würden aber bei der  Erarbeitung der Düngeverordnung außer Acht gelassen, es gehe nur noch um Politik, klagt Henties an und sieht die Landwirtschaft als Spielball. „Ich bin erschrocken und bestürzt, wie wenig fachlicher Rat eingesetzt und die Bodenkunde außer Acht gelassen wird“, sagt Henties. So würden physikalische und chemische Bodenreaktionen keine Rolle bei der Erarbeitung der Vorgaben spielen.

Verlängerungsphase gefordert

„Wir Landwirte fordern eine Verlängerungsphase der geltenden Düngeverordnung, um die Veränderung im Boden sachlich richtig zu erfassen“, so der Kreislandwirt. Erst nach etwa fünf Jahren könne man diese fachlich sauber beurteilen. Diese Zeit solle nun unbedingt abgewartet werden.

Das EuGH-Urteil müsse zwar umgesetzt werden, dennoch bedeute die aktuellen Fassung der DVO einen tiefen Einschnitt in Eigentum und Bodenrecht. Es gebe zwar noch  Wege der Möglichkeit zur Nachbesserung der DVO, aber das Urteil stehe im Weg.

Wilfried Henties warnt: „Müssen wir die Verordnung in ihrer jetzigen Form umsetzen, werden die Nahrungsmittelpreise um das Zwei- bis Dreifache steigen.“ Zudem werde die heutige Produktionsweise angeklagt, die vor einigen Jahren noch gefordert und entsprechend umgesetzt wurde. Es müsse wieder Verlässlichkeit in der Politik und Planungssicherheit für die Landwirte geben, um die Nahrungsmittelproduktion in Deutschland zu halten.

Denn gerade in Niedersachsen sei man bei der Dünge-Thematik auf einem guten Weg, so der Kreislandwirt. Zwar hatte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Mittwoch bei der Präsentation des aktuellen Nährstoffberichts erklärt, dass erneut mehr Stickstoff in die Umwelt gelangt sei, als für die Düngung der Pflanzen nötig gewesen wäre – „im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dieser Stickstoffüberschuss aber deutlich gesunken“, unterstreicht Henties.

Spätestens in drei Jahren solle es dann überhaupt keinen Überschuss mehr geben. Helfen soll dabei auch die neue Datenbank Enni (Elektronische Nährstoffmeldungen Niedersachsen), mit der etwa ermittelt werden soll, wie viel Dünger wo nötig ist. Henties sieht das Projekt durchaus positiv. „So kann auch der jeweilige Landwirt dokumentieren, dass er sich an die Vorgaben gehalten hat“, so der Kreislandwirt abschließend.

Von Antje Ehlers

Pipes, Drums, Schottenröcke und jede Menge gute Laune – das verspricht das 21. Highland Gathering am 4. und 5. Mai im Peiner Stadtpark. Die Organisatoren, der Scottish Culture Club Peine und das Peine Marketing, stellten das Programm vor, dass viele Höhepunkte beinhaltet.

25.04.2019

Neues Jahr, neue Glückschance: Der Ladies Circle Peine hat seinen 10. Sommerkalender fertig, der ab diesem Wochenende für den guten Zweck verkauft wird.

25.04.2019

Im Rahmen der langjährigen Partnerschaft zwischen dem Landkreis Peine und der finnischen Stadt Heinola bekam das Ratsgymnasium am Donnerstag Besuch aus dem hohen Norden.

25.04.2019