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Stadt Peine Neue Abwasser-Solidargemeinschaft: Zehn Kommunen sind dabei
Stadt Peine Neue Abwasser-Solidargemeinschaft: Zehn Kommunen sind dabei
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14:59 21.06.2019
Zehn Kommunen engagieren sich künftig gemeinsam für eine gut aufgestellte Daseinsvorsorge im ländlichen Raum: Die Bürgermeister und Verbandsvorsteher Hans-Hermann Baas (4.v.r.) haben in Peine den Vertrag für die neue Abwasser-Solidargemeinschaft unterzeichnet.
Zehn Kommunen engagieren sich künftig gemeinsam für eine gut aufgestellte Daseinsvorsorge im ländlichen Raum: Die Bürgermeister und Verbandsvorsteher Hans-Hermann Baas (4.v.r.) haben in Peine den Vertrag für die neue Abwasser-Solidargemeinschaft unterzeichnet. Quelle: Abwasserverband Peine
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Kreis Peine

In einem größeren Zusammenschluss kann man die Herausforderungen der Zukunft in Bezug auf die Abwasserbeseitigung besser lösen – davon ist man in den zehn Kommunen überzeugt, die sich jetzt zur Abwasser-Solidargemeinschaft zusammengetan haben.

„Gemeinsam zu investieren, als große Solidargemeinschaft zu agieren, das hat sich bei uns im Trinkwasser­bereich bereits seit Jahrzehnten bewährt“, sagt Hans-Hermann Baas, Verbandsvorsteher des Wasser­verbandes Peine. „Jetzt ist der richtige Moment, dieses erfolgreiche solidarische Tarifmodell auch im Abwasserbereich einzuführen. Gemeinsam ergreifen wir mit zehn Mitgliedskommunen die Chancen, die eine starke Solidargemeinschaft bietet. Das zeichnet unser Modell einer Abwasser-Solidargemeinschaft aus.“

Gute Infrastruktur ist wichtig

Hintergrund: Eine gut ausgebaute Infrastruktur inklusive einer sicheren Abwasserbeseitigung sei enorm wichtig. Ohne entsprechend ausgebaute Kanalsysteme oder moderni­sierte Kläranlagen könnten Kommunen sich langfristig nicht positiv entwickeln. Steigende Auflagen und politische Vorgaben, wie jüngst bei der Klärschlammentsorgung, führten zu deutlich steigenden Kosten.

Für die Mitgliedschaft in der neuen Abwasser-Solidargemeinschaft haben sich zehn Kommunen entschieden: Algermissen, Dransfeld, Edemissen, Elze, Freden, Hohenhameln, Lutter am Barenberge, Söhlde, Staufenberg, Uetze.

Integrationsphase über fünf Jahre

Zunächst werde es eine fünfjährige sogenannte Integrationsphase geben. „Innerhalb dieser Zeit werden die Preise harmonisiert, so dass ab 2023 in allen zehn Mitgliedskommunen der gleiche Preis gelten wird“, beschreibt Geschäftsführer Olaf Schröder die Konzeption.

Die Kommunen bekämen eine intensive Mitbestimmungsmöglichkeit im Vorstand und in der Verbandsversammlung der neuen Solidargemeinschaft. Die Vermögenswerte der Partner, etwa das Anlagevermögen oder das Eigenkapital, würden weiter separat geführt, so dass deren Entwicklungen in den jeweiligen Mitgliedskommunen genau nachvollziehbar bleibt. „Wir haben damit die bewährten Kontroll- und Steuerungsmechanismen unseres Verbands auch in diesem Modell erhalten, zugleich aber das Tarifsystem zukunftsorientiert weiterentwickelt“, fasst Schröder die Ideen zusammen.

Abwassersysteme auf vergleichbarem Niveau

Die abwassertechnischen Systeme in den zehn Kommunen, die sich für dieses freiwillige Modell entschieden haben, seien mittlerweile auf einem vergleichbaren Niveau. „Investitionsbedarf besteht mittel- und langfristig bei allen. Ob man diese Infrastrukturausgaben dann auf 10 000 Einwohner oder auf eine Investitions­gemeinschaft von über 96 800 Einwohnern verteilt, ist ein Unterschied, den man im Portemonnaie spüren wird. Mit einer großen Gemeinschaft kann gerecht dort investiert werden, wo es geboten ist, unabhängig von eventuell angespannten Gemeindehaushalten. Mit diesem Modell erhalten wir gleichrangige Entwicklungs­chancen in unserer ländlich geprägten Region“, sagt Schröder.

Arbeitskreis entwickelte Modell

2017 habe der Verband die Idee eines solidarischen Tarifmodells für Abwasserpreise aufgegriffen und in einem Arbeitskreis des Vorstands die Szenarien intensiv geprüft. „Herausforderungen wie der demografische Wandel, der die Kommunen bei uns sehr unterschiedlich treffen wird, aber auch steigende Umweltauflagen und politische Vorgaben wie jüngst zur Klärschlammentsorgung können in einer großen Gemeinschaft besser und für den einzelnen Bürger kostengünstiger gelöst werden. Für dieses Modell steht unser Verband als gelebter interkommunaler Verbund. Dieses solidarische Tarifmodell wird auch im Abwasserbereich künftig sehr gute Dienste leisten“, sind sich Baas und Schröder sicher.

Von Kerstin Wosnitza