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Stadt Peine Nach Pfefferspray-Attacke: Freispruch für 28-Jährigen
Stadt Peine Nach Pfefferspray-Attacke: Freispruch für 28-Jährigen
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17:31 23.04.2018
Der Angeklagte und seine Verteidigerin besprechen sich im Hildesheimer Landgericht.
Der Angeklagte und seine Verteidigerin besprechen sich im Hildesheimer Landgericht. Quelle: Wiebke Barth
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Peine/Hildesheim

Die Erste Große Strafkammer des Hildesheimer Landgerichts sprach den Angeklagten wegen Schuldunfähigkeit frei und entschied sich gegen eine Unterbringung in einer Klinik. Die Kammer war sich mit Oberstaatsanwältin Julia Bauer und Verteidigerin Ariadne Ziolka-Gade darüber einig, dass keine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit von dem Mann ausgehe. „Wir haben ein gutes Gefühl bei Ihnen“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Peschka. „Ich hoffe, Sie enttäuschen uns nicht.“

Zwar ist der 28-Jährige mehrmals wegen Körperverletzung vorbestraft, ein Zusammenhang mit seiner Erkrankung ist aber nicht sicher. Die Taten können auch als jugendtypisch angesehen werden. Die paranoid-halluzinatorische Psychose trat erst 2015 deutlich zutage.

Der Angeklagte hatte nach eigener Darstellung Stimmen gehört, die er einer „Geistigkeit“ zuschrieb. Er fühlte sich von diesen Geistern gequält. Der Peiner glaubte, die Erscheinungen würden von seinen Verwandten geschickt. Er habe das Pfefferspray eingesetzt, damit das aufhöre. Handgreiflich gegenüber seiner Familie soll er noch nie geworden sein.

„Stimmen“ seien im Krankenhaus verschwunden

Durch die Einnahme von Medikamenten seien die „Stimmen“ im Krankenhaus verschwunden. Die Schwester des Angeklagten hat sich bereiterklärt, die rechtliche Betreuung für ihren Bruder zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass er das Depot-Arzneimittel regelmäßig erhält.

Noch am Nachmittag der Urteilsverkündung wollte sie ihren Bruder aus der Klinik abholen. Der Angeklagte war seit November vorübergehend in der Ameos-Klinik untergebracht. Für diesen Freiheitsentzug steht ihm Entschädigung zu. Vielleicht verzichte er ja auch darauf, immerhin habe die Behandlung in der Klinik ihm gutgetan, meinte der Vorsitzende.

Von Wiebke Barth