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Stadt Peine Missstände in Peiner Pflegeheimen: So will man gegensteuern
Stadt Peine Missstände in Peiner Pflegeheimen: So will man gegensteuern
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20:33 24.04.2019
Symbolfoto aus einem Pflegeheim: Einige Einrichtungen im Peiner Land weisen gravierende Mängel auf. Quelle: dpa
Kreis Peine

Ein Bericht über gravierende Mängel in zahlreichen Pflegeheimen im Peiner Land wie etwa unfreundliches Personal, zu wenige Beschäftigungsangebote und sogar Körperverletzungen hat in der vergangenen Sitzung die Mitglieder des kreiseigenen Ausschusses für Gleichstellung, Arbeit und Soziales aufgeschreckt. Die Verwaltung will nun handeln und in der kommenden Sitzung des Ausschusses am 29. April ein Konzept vorstellen.

In einem ersten Schritt soll bei der Heimaufsichtsbehörde des Landkreises eine neue Teilzeitstelle für eine Pflegesachverständige bzw. einen Pflegesachverständigen entstehen. Dadurch sollen eventuelle Missstände in den Heimen schneller erkannt und letztlich auch abgestellt werden.

Vielzahl von Mängeln

Denn wie es in den Ausschussunterlagen heißt, sei es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die gesetzliche Vorgabe von einer Regelprüfung pro Jahr und Einrichtung zu erfüllen – vor allem wohl wegen Personalmangels. So hätten anlassbezogene Prüfungen Vorrang gegenüber einer Regelprüfung – und in der Vergangenheit habe es eben eine Vielzahl von Mängeln und Beschwerden gegeben. Für eine vollständige Prüfung werde zudem eigentlich eine Pflegefachkraft benötigt, derzeit übernehme diesen Part ein Pflegesachverständiger auf Honorarbasis.

Die Heimaufsichtsbehörde ist dabei zuständig für derzeit 37 Pflegeeinrichtungen (25 Pflegeheime, acht Tagespflegen und vier Wohngemeinschaften) im Peiner Land. Der Zielerreichungsgrad bei den Regelprüfungen lag im vergangenen Jahr nur bei 57 Prozent – fast die Hälfte der Einrichtungen wurde also nicht überprüft. Mit der neuen Stelle einer bzw. eines Pflegesachverständigen will man nun gegensteuern.

Sachverständiger steht bereit

Der besondere Clou: Laut Aussage der Verwaltung sei der bisher auf Honorarbasis eingesetzte Pflegesachverständige bereit, einen entsprechenden Arbeitsvertrag abzuschließen – er könnte seine Tätigkeit also ohne langwierige Einarbeitungsphase aufnehmen. Die Kosten belaufen sich demnach auf etwa 50 000 Euro pro Jahr, wovon noch die bisher gezahlten Honorare in Höhe von durchschnittlich knapp 10 000 Euro pro Jahr abzuziehen wären.

Über die neue Stelle eines Pflegesachverständigen spricht der Ausschuss für Gleichstellung, Arbeit und Soziales des Landkreises Peine während seiner Sitzung am Montag, 29. April, ab 16.30 Uhr in der Mensa des Gymnasiums am Silberkamp in Peine.

Von Tobias Mull

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