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Stadt Peine Mehrfamilienhaus statt Eigenheim: So sieht der soziale Wohnungsbau in Peine aus
Stadt Peine Mehrfamilienhaus statt Eigenheim: So sieht der soziale Wohnungsbau in Peine aus
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20:25 22.08.2019
Der Peiner Heimstätte gehören rund 1450 Wohnungen in Peine. Auch diese hier an der Eichendorffstraße in Peine. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Es müssen nicht immer die eigenen vier Wände sein, denn auch in einem Mehrfamilienhaus lässt es sich gut leben. Sofern die Mieten bezahlbar sind. Dass im Bereich „sozialer Wohnungsbau“ Angebote in Peine fehlen, ist kein Geheimnis. Aus dem Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Peine geht eindeutig hervor, dass Wohnungen zum Beispiel für Singles oder Alleinerziehende, aber auch für Großfamilien Mangelware sind.

Stand der Dinge: Soziale Wohnraumförderung in Peine

Dies bestätigt das Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Peine. Daraus geht hervor, dass das Angebot an verfügbarem Wohnraum bei Wohnungen bis 40 Quadratmetern und sehr großen Wohnungen ab 120 Quadratmetern unzureichend ist. Hier heißt es, dass der Peiner Wohnungsmarkt Schwächen aufweist, was besonders die einkommensschwachen Haushalte und die Angebote an Single-Wohnungen, Wohnungen für Alleinerziehende und Wohngemeinschaftan sowie barrierearme, preisgünstige und zentrumsnahe Wohnungen beträfe.

Um dem entgegenzutreten, gibt es das sogenannte „Integrierte Stadtentwicklungskonzept Peine 2025“ (ISEK), das Ziele und Handlungsempfehlungen für Peines Zukunft formuliert hat. Ein Empfehlung lautet, die Anzahl der staatlich geförderten Wohnungen bis 2022 mindestens auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Aktuell befinden sich 50 Wohnungen ohne Einschränkungen, 89 Altenwohnungen und 10 Wohnungen für Schwerbehinderte in der Förderung, teilte die Stadt auf PAZ-Anfrage mit.

Die Heimstätte: bezahlbarer Wohnraum in Peine

Den Wohnraummangel einzudämmen ist eine der Aufgaben, die zum Beispiel die Peiner Heimstätte wahrnimmt. Seit mehr als 90 Jahren sorgt sie dafür, dass Wohnungssuchende in Peine ein Dach über dem Kopf finden. „Rund 1450 Wohnung in Peine gehören zu unserem Bestand“, erklärt Geschäftsführer Karl-Heinz Linnert. Viele der Mehrfamilienhäuser wurden in den vergangenen Jahren saniert und verschönert, um das Leben in Peine lebenswerter zu machen. Eines der letzten größeren Bauprojekte der Heimstätte befindet sich am Rosenhagen. Hier sind in einem Neubau auf vier Etagen acht Zwei-Zimmer-Wohnungen nach dem Konzept des bezahlbaren und barrierearmen Wohnen in Innenstadtlage entstanden. Möglich wurde das 1,6 Millionen teure Bauvorhaben mit Unterstützung der Städtebauförderung.

Mithilfe der Städtebauförderung entstand dieses Wohngebäude mit acht Zwei-Zimmer-Wohnungen mitten in Peine am Rosenhagen. Quelle: Kathrin Bolte

Die Wohnbau Salzgitter: Günstige Mieten machen Peine interessant

Die Wohnbau Salzgitter hat in der Peiner Südstadt einen Bestand von 750 Wohnungen und in Ilsede und Umgebung einen Bestand von 140 Wohnungen. „Zu unserer Kundenklientel gehören alle Schichten der Bevölkerung, unabhängig vom Einkommen“, erklärt Michael Bruno von der Wohnbau Salzgitter. Die Mieten würden sich dabei am Peiner Mietspiegel orientieren.

Peine sei zunehmend interessanter geworden

Bruno erklärt ergänzend, dass der Wohnungsmarkt in Peine in den vergangenen Jahren durch eine attraktive Verkehrsanbindung an die Städte Hannover und Braunschweig zunehmend für die Menschen interessanter geworden wäre. „Vergleichsweise günstige Mieten machen den Standort ebenfalls auch für Geringverdiener interessant.“

Barrierefreiheit und seniorengerechtes Wohnen Thema für die Zukunft

Jedoch auch in Peine müsse man sich mit dem demografischen Wandel auseinandersetzen, so der Fachmann. „Barrierefreie Wohnungen und der seniorengerechte Umbau von Bestandswohnungen aus den 1950er- und 60er-Jahren ist eine der Aufgabenstellungen für unser Unternehmen in der Zukunft.“

Peiner Caritas beobachtet große Wohnungsnot vor Ort

Das Thema „Sozialer Wohnungsbau“ nimmt in Peine einen hohen Stellenwert ein. Dies beobachtet auch Gerhard Nolte, Geschäftsführer des Caritasverbandes für für den Landkreis Peine. „Gefühlt die Hälfte aller Ratsuchenden in der offenen Sprechstunde zum Beispiel sind auf der Suche nach geeignetem, bezahlbaren Wohnraum“, stellt er fest. In der täglichen Sozialberatung werde das Thema ebenfalls täglich angesprochen.

Gerhard Nolte, Geschäftsführer der Caritas im Landkreis Peine. Quelle: Archiv

Mehrere Jahre Wartezeit

Bezahlbarer Wohnraum ist absolute Mangelware. Auch die Wohnungsbaugesellschaften vor Ort, die sehr bemüht sind, können hier oft keine Abhilfe schaffen. „Zum Teil ist eine Wartezeit von mehreren Jahren hier die Realität“, erleben die Mitarbeiter der Caritas in ihrer Praxis.Gerhard Nolte führt die Ursachen für die Wohnungsnot unter anderem auf die Zuwanderung und die damit verbundene Nachfrage, den wachsenden Bedarf an kleineren Wohnungen und den massiven Rückgang beim sozialen Wohnungsbau zurück.

Nicht nur Randgruppen sind betroffen

„Der Caritasverband hat diese Misere unter das Jahresthema „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ gestellt und trägt dieses Problem damit in die Öffentlichkeit und in die Politik“, so Nolte. Er weiß: „In Deutschland fehlen eine Million Wohnungen. Nicht nur Randgruppen sind betroffen, das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wohnungen werden luxussaniert, Mieten steigen stark, Menschen müssen ihr langjähriges Zuhause verlassen und finden keine neue Wohnung, die sie sich leisten können. Sie verlieren ihr soziales Umfeld und ihr Zuhause. Am Ende sitzen sie vielleicht auf der Straße.“

Diakonie ist ebenfalls Ansprechpartner

Neben der Caritas ist bei extremer Not auch die Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten, Ambulante Hilfe Peine, in der Werderstraße 45 Ansprechpartner. Sie ist erreichbaar unter (05171) 76 98 00. Die Caritas ist erreichbar Am Amthof 3, in Peine und telefonisch unter (05171) 70 03 33.

Wohngeld für einkommensschwache Bürger

Wohngeld können Bürger aufgrund ihres geringen Einkommens als Zuschuss zur Miete oder zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums (Lastenzuschuss) erhalten. Die Wohngeldhöhe hängt von der Miete, beziehungsweise von der Belastung bei Eigentum ab. Auch die Einkommenshöhe sowie der Anzahl der Haushaltsmitglieder spielt in die Berechnung hinein. In der Stadt Peine Wohnende können einen Antrag auf Wohngeld im Bürgerbüro stellen. Für Kreiseinwohner ist die Wohngeldstelle des Landkreises Peine zuständig. Laut Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen betrug die Anzahl der Wohngeld-Haushalte in der Stadt Peine in 2018 insgesamt 434. Die nächste vom Bundestag bereits beschlossene Wohngeldreform erfolgt 2020 – dann ist vermutlich mit einer erhöhten Anzahl der Wohngeld-Empfänger zu rechnen, da unter anderem die Einkommensgrenzen angepasst werden, heißt es von der Stadt weiter.

Fördermöglichkeiten für Investoren

Wer in Peine Wohnungen schaffen möchte, kann von einer Förderung der N-Bank profitieren. Einen Förderantrag können natürliche und juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts sowie Personengesellschaften, Genossenschaften und Baugemeinschaften stellen. Die Förderung erfolgt über zinslose Darlehen über 30 beziehungsweise 35 Jahre und über an Bedingungen geknüpfte Tilgungsnachlässe. Im Gegenzug wird eine maximal zulässige Miete festgeschrieben.

Daneben gibt es noch weitere Förderprogramme der N-Bank mit dem Förderschwerpunkt Wohnraum, wie beispielsweise Mietwohnraum für gemeinschaftliche Wohnformen, Eigentum für Haushalte mit Kind oder Menschen mit Behinderung.

Infos zu den Förderprogrammen und -voraussetzungen können auf der Webseite www.nbank.denachgelesen werden.

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Von Kathrin Bolte

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