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Stadt Peine Mälzerei Heine: Abriss soll bis Anfang August erfolgt sein
Stadt Peine Mälzerei Heine: Abriss soll bis Anfang August erfolgt sein
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23:01 05.06.2018
Stück für Stück arbeitet sich der 110 Tonnen schwere Bagger voran – doch die Arbeit ist mühselig. Der Stahlbeton leistet unerbittlich Widerstand.
Stück für Stück arbeitet sich der 110 Tonnen schwere Bagger voran – doch die Arbeit ist mühselig. Der Stahlbeton leistet unerbittlich Widerstand. Quelle: Michael Lieb
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Aktuell ist die Theodor-Heuss-Straße komplett gesperrt. Der Friedrich Ebert Platz ist deshalb voraussichtlich bis Donnerstag, 7. Juni, 20 Uhr, nur über die Braunschweiger Straße/Neue Straße erreichbar. Die Vollsperrung erstreckt sich von der Einmündung Azaleenweg (hinter Garten-Center Grünwald) bis zum Platz. Dieser war in der Folge am Dienstag ungewöhnlich leer.

Eine Umleitungsstrecke über Wiesenstraße, Feldstraße, Herner Platz, Braunschweiger Straße und Neue Straße bis zum Friedrich-Ebert-Platz ist ausgeschildert. Laut Bauleiter Bruns von der Firma Groen Baumaschinen wird sich das Szenario mit Vollsperrung wohl noch drei Mal wiederholen.

Straße aus Sicherheitsgründen gesperrt

Hintergrund ist, dass momentan die rund 50 Zentimeter dicken Stahlbeton-Außenwände der früheren Silo-Anlage abgetragen werden – und zwar zunächst an der Seite zur Theodor-Heuss-Straße. Aus Sicherheitsgründen ist die ganze Straße gesperrt und zusätzlich wurde ein Kran mit meterlangen Schutzmatten aufgestellt, damit keine Betonstücke auf den Straßenbereich fallen und möglicherweise Anwohner gefährden.

Ende 2017 hatte der Abriss der alten Mälzerei Heine begonnen. Dann stoppten die Arbeiten plötzlich. Jetzt sollen die 50 Meter hohen Silos bis Anfang August verschwinden – und für 120 neue Wohnungen Platz machen.

Ende der Woche geht der Rückbau der Silo-Wände an der Hofseite weiter. Dann könne die Sperrung der Theodor-Heuss-Straße wieder aufgehoben werden, so Bruns. Das Abbruchmaterial soll vor Ort zerkleinert, zum Teil vor Ort weiter verwertet und zum Teil verkauft werden. Doch bis dahin gibt es buchstäblich noch einen ganzen Haufen Arbeit.

Stahlbetonwände für die Ewigkeit

Selbst mit dem 110 Tonnen schweren Longfront-Bagger, der speziell für das Abreißen großer Gebäude konzipiert ist, sei die Arbeit mühselig, sagt Bruns. Die Stahlbetonwände seien praktisch für die Ewigkeit gemacht gewesen und hätten ohne Zutun wohl noch 1000 Jahre gestanden, so der Bauleiter.

Doch nun müssen sie einer neuen Wohnanlage weichen. Geplant sind zwei mehrgeschossige Häuserzeilen entlang der Theodor-Heuss-Straße, fünf Stadtvillen zum ehemaligen Friedhof ausgerichtet – mit insgesamt rund 120 Wohnungen. Dazu kommen eine Tiefgarage und ein großer Spielplatz. Innerhalb der Gebäudestruktur ist zudem ein Mix aus wohnverträglichem Gewerbe wie Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien vorgesehen. Insgesamt sollen rund 30 Millionen Euro investiert werden.

Nach PAZ-Informationen waren die Abrissarbeiten wegen eines Krankheitsfalls zum Erliegen gekommen. Der Spezial-Bagger, von denen es in Deutschland nach Angaben der Abrissfirma nur vier Exemplare gibt, war deshalb zwischenzeitlich auf einer Baustelle in Berlin eingesetzt worden.

Von Michael Lieb