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Stadt Peine Machbarkeitsstudie: Wird das Kraftwerk Mehrum ein Zentrum für Wasserstoff?
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Machbarkeitsstudie: Wird das Kraftwerk Mehrum ein Zentrum für Wasserstoff?

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19:29 26.04.2021
Das Kohlekraftwerk Mehrum: Welches Potential hat der Standort beim Ausbau der Wasserstoff-Produktion?
Das Kohlekraftwerk Mehrum: Welches Potential hat der Standort beim Ausbau der Wasserstoff-Produktion? Quelle: dpa/Julian Stratenschulte
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Mehrum

Wird das Kraftwerk Mehrum eine entscheidende Rolle bei der Produktion von grünem Wasserstoff spielen? Fest steht: Das Kraftwerk wird im Dezember still gelegt, so hatte es die Bundesnetzagentur entschieden. Doch genau das wird nun zum Problem: „Zeitlich passt die Stilllegung mit dem Wasserstoff-Ausbau überhaupt nicht überein“, sagt Armin Fieber, Geschäftsführer des Kraftwerks Mehrum. Denn ein halbes Jahr nach der Stilllegung werde es noch kein Projekt geben, bei dem wir Mitarbeiter implementieren können“, so der Kraftwerk-Chef. 

Er informierte in einem Online-Meeting über die Ergebnisse der 120-Seiten-Studie, die den Ausbau des grünen Wasserstoffs in Mehrum unter die Lupe nimmt. Mit dabei die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann, Landtagsabgeordneter Christoph Plett (CDU) und Stefan Kaufmann, Innovationsbeauftragter grüner Wasserstoff der Bundesregierung.

Bekommt Mehrum finanzielle Mittel des Bundes?

Die entscheidende Frage: Wie stehen die Chancen auf Fördergelder des Bundes für das Kraftwerk Mehrum? Versprechungen wollte Kaufmann nicht machen. Er sehe in dem Projekt jedoch starke Partner. Schwierig sei nun, gleich nach der Stilllegung des Kraftwerks zu einem Wasserstoff-Projekt zu kommen.“ Zahlreiche Projekte seien in Deutschland eingereicht worden, es gebe durchaus eine Konkurrenzsituation. „Natürlich gibt es größere und kleinere Projekte, das Kraftwerk Mehrum ist in der Mitte angesiedelt“, so Kaufmann. 

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Auch über die ersten Zwischenergebnisse der Studie informierte der Kraftwerk-Chef: „Bei der Nutzung von grünem Wasserstoff sind wir zwar historisch günstig, aber immer noch um dem Faktor 4 bis 5 vom Gaspreis entfernt.“ Zwei Bereiche rückten in der Fokus beim Ausbau der Wasserstoff-Produktion in Mehrum: „Wasserstoff wollen wir für die Mobilität nutzen, also auch für Busse und Lastkraftwagen. Und für die Erzeugung von Wärme mit grünem Wasserstoff“, Fieber.

Die Machbarkeitsstudie soll ermitteln, ob die angestrebte Wasserstoff-Fabrik unter den gegebenen Voraussetzungen wirtschaftlich betrieben werden könnte. „Die Studie hat gezeigt, dass ohne einen großen Speicher das Szenario der Wärmeerzeugung nicht funktionieren würde“, sagte Fieber. Allerdings stehe ein solcher Speicher frühestens im Jahr 2030 zur Verfügung. „Das ist zwar gar nicht soweit weg, muss aber mit einem begrenzten Charme betrachtet werden“, sagt der Geschäftsführer.

Weitere Partner mit ins Boot holen

Im Augenblick gebe eine Tendenz, das Feld der möglichen Nutzer zu erweitern. Dazu würden Gespräche mit weiteren Industrieunternehmen geführt – und auch der Mobilitätssektor solle ausgeweitet werden. „Das Kraftwerk Mehrum gehört zur EPH mit Sitz in Prag“, sagt Fieber, „das Unternehmen habe viele verschiedene Wasserstoff-Projekte, dort werden wir nochmal einen Blick drauf werfen.“ 

von Nina Schacht