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Stadt Peine Luft nach oben: Bescheidene Noten beim Fahrradklimatest
Stadt Peine Luft nach oben: Bescheidene Noten beim Fahrradklimatest
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15:59 10.07.2019
Fahrradklima-Test des ADFC: Auch der Peiner Club hatte die Bürger zum Bewerten aufgerufen. Quelle: dpa
Peine

Der sogenannte Fahrradklima-Test ist nach Angaben des ADFC, der mit 175.000 Mitgliedern weltweit größten Interessenvertretung von Radfahrern, die weltweit größte Umfrage zur Zufriedenheit von Radfahrern. Bei den Teilnehmern der Umfrage handelt es sich bei 15 Prozent um Mitglieder des Vereins. Gefragt wurden die Teilnehmer beispielsweise, ob Radfahren in ihrer Stadt für sie Spaß oder Stress bedeutet. Außerdem, ob die Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radeln auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt. Es gab laut ADFC Rückmeldungen aus 683 Städten und Gemeinden in Deutschland.

„Wir reden hier über die Schulnote ausreichend. Für ein politisch gewolltes Fahrradland Niedersachsen Nr. 1, kann dies keine zufriedenstellende Note sein. Das ist gerade mal bestanden,“ so der neue Landesvorsitzende des ADFC Niedersachsen Dr. Holger Kloth. „Wer Fahrradland Nr. 1 sein will, der muss eindeutig mehr tun. Zwar gab es in der Vergangenheit durchaus vermehrt Anstrengungen, die Situation zu verbessern, doch die Noten sprechen eine eindeutige Sprache“, so Kloth weiter.

Unverkennbar erwarte die Bevölkerung deutlich mehr Maßnahmen und Mut der Handelnden, den Radverkehr entscheidend zu verbessern – zumal das Bewusstsein für mehr Klimaschutz seit dem letzten Sommer in der Bevölkerung spürbar zugenommen habe. „Gute, breite Radwege, durchgängige Netze, Radschnellwege für Pendler und viel mehr komfortable Fahrradparkhäuser sind nur einige Beispiele. Schließlich hilft mehr Radverkehr allen: Menschen, Städten und dem Klima“, fordert Kloth.

Bessere Noten erhalten die Niedersächsischen Städte, wie schon beim letzten Mal, für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,5), zügiges Radfahren und geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung (2,8) sowie für das Rad als Verkehrsmittel aller Bevölkerungsschichten (2,9). Die Noten der Kriterien, die eine hohe Relevanz für den Alltagsverkehr haben, fielen nach wie vor höchstens mit knapp ausreichend aus. Die Noten für Falschparker-Kontrollen, die Führung an Baustellen und die Breite der Radwege sind weiter gesunken und somit die „Negativ-Top-3“. Falschparker und Baustellenumleitung wurden in Niedersachsen mit 4,6 und 4,5 am schlechtesten bewertet, gefolgt von der Breite der Radwege (4,4) dem Stellenwert des Radverkehrs und dem Komfort beim Radfahren (4,2).

Auch der ADFC Peine hatte die Bürger zum bewerten des „Fahrradklimas“ aufgerufen. Wie schon 2016 fanden sich aber auch im letzten Jahr leider nicht genügend Teilnehmer. Wie Peine im Rahmen des Tests und im Vergleich zu anderen Städten abschneidet, darüber kann keine verlässliche Aussage getroffen werden.

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Fest steht: Einer der häufigsten Mängel gilt auch für Peine und zwar die fehlende Möglichkeit, sich öffentliche Fahrräder auszuleihen. Zudem gibt es auch in Peine einige Mängel was die Qualität der Radwege angeht. „Speziell in der Südstadt sind die Radwege an den Nebenstraßen beziehungsweise den Straßen der zweiten Kategorie desolat“, beschreibt der regelmäßige Radfahrer und ehemalige Ratsherr Hartwig Klußmann. „Da überlegt man eventuell schon, ob es sicher ist, sich auf das Rad zu setzen.“

Hartwig Klußmann, Ehemalige Peiner Ratsherr: „Speziell in der Südstadt sind die Radwege an den Nebenstraßen desolat.“ Quelle: dpa

Ein weiteres Minus in Sachen Sicherheitsgefühl seien die oftmals weit von der Straße abgesetzten Radwege. Aus Klußmanns Sicht und Erfahrung entstehen dabei oftmals gefährliche Situationen an Kreuzungen und Einmündungen, wenn es zum Abbiegevorgang der Autofahrer kommt. „Aber daran kann man nicht viel machen, diese Stellen hat glaube ich jede Stadt.“

Zudem lobt Klußmann die Erreichbarkeit der Innenstadt. „Man kommt mit dem Fahrrad eigentlich überall hin“, sagt er. Die Radwege an den Haupteinfallsstraßen seien zudem durchaus in guten Zustand, auch wenn es hier und da noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten gebe. Dafür bemühe sich die Stadt in den letzten Jahren bordsteinfreie Absenkungen zu schaffen, um den Komfort für die Radfahrer weiter zu steigen.

Ein Manko sieht Klußmann in den fehlenden Freizeitmöglichkeiten speziell für Mountainbiker. „Das ist aus meiner Sicht dringend nötig“, sagt er. Das Areal am Herzberg etwa biete sich perfekt für solche Strecken an. Doch auch dort mangelt es an extra Strecken für Mountainbiker. „So kommen sich die Fußgänger und die Radfahrer leider oft ins Gehege“, erzählt er.

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Von Steffen Schmidt

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