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Stadt Peine Leitungswasser in Peine und Telgte muss bis kommenden Montag abgekocht werden
Stadt Peine

Leitungswasser in Peine und Telgte muss bis kommenden Montag abgekocht werden

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18:45 05.10.2020
Der Wasserverband spült an den sogenannten Übergabestationen die Leitungen, um mögliche Verunreinigungen zu entfernen. So zum Beispiel auch auf Höhe des VfB-Sportplatzes in Peine. Quelle: Nathalie Diana
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Peine/Telgte

In Peine und Telgte ist das Leitungswasser mit Mikrobakterien verunreinigt. Am Montag trafen sich Vertreter der Stadtwerke, des Wasserverbands, des Gesundheits- und Veterinäramts sowie der Fachlabore zu einer Krisensitzung. Aktueller Stand: Voraussichtlich bis kommenden Montag, 12. Oktober, sollte in den beiden betroffenen Ortschaften Trinkwasser aus der Leitung unbedingt abgekocht werden, teilt der Wasserverband Peine mit.

Festgestellt wurde die Verunreinigung mit Enterokokken (Fäkalbakterien) am Freitagabend in Folge einer Routineuntersuchung des Leitungsnetzes. Ein Analyse-Ergebnis am Montag habe gezeigt, dass in einer Probe keine Enterokokken, dafür aber in einem kleinen Bereich des Wassernetzes coliforme Keime nachgewiesen wurden – auch dabei handelt es sich um eine Verunreinigung. Ein gesundheitliches Risiko könnten die Bakterien und Keime laut Gesundheitsamt in erster Linie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem darstellen.

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„Mehrere Analysen in Folge müssen die Unbedenklichkeit – so der Fachbegriff, wenn alle Grenzwerte der strengen Trinkwasserverordnung eingehalten sind – nachweisen. Erst dann kann das vorsorgliche Abkochgebot aufgehoben werden“, sagt Michael Wittemann, Technischer Leiter des Wasserverbands Peine. Die beiden Wasserwerke Wehnsen und Burgdorfer Holz würden nachweislich alle Grenzwerte einhalten. Von der Verunreinigung betroffen seien ausschließlich die Kernstadt Peine sowie Telgte. Die anderen Ortschaften der Stadt sowie der Gemeinden des Landkreises seien nicht betroffen.

Wasserverband spült weiterhin die Transportleitungen

„Wir danken den Einwohnern für ihr Verständnis und ihre Kooperation“, sagt Wittemann. „Unser Dank gilt auch der guten Zusammenarbeit und dem Einsatz der Gesundheitsbehörde des Landkreises, den Stadtwerken sowie den Fachlaboren. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung so schnell wie möglich wieder nachweislich sicher in gewohnter Weise herzustellen.“ Dafür spüle der Wasserverband die Transportleitungen. Die Spülarbeiten würden in dieser Woche fortgesetzt, das gelte nun auch für das Ortsnetz. „Die beiden Versorger, der Wasserverband und die Stadtwerke, stimmen sich eng ab und unterstützen einander“, so Wittemann. Man arbeite gemeinsam an einer Lösung des Problems und stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt bezüglich der Analyse-Ergebnisse.

Die Netzspülungen habe der Verband vorsorglich bereits am Freitag aufgenommen. Unter anderem seien auch alle fünf Übergabestationen ins Stadtnetz mit sogenannten Dauerläuferspülungen, die rund um die Uhr Durchfluss erzeugen, versehen worden. Zudem habe man ebenfalls vorsorglich den Wasserbehälter Ilsede vom Netz genommen und entleert. „Die Auswertung unserer Beprobung vom Samstag zeigt bereits keinerlei Belastungen mehr an den fünf Übergabepunkten, weder Enterokokken noch coliforme Keime“, so Wittemann. Diese Anlagen des Wasserverbands Peine würden, genau wie die beiden Wasserwerke, weiter täglich beprobt.

„Eine mikrobiologische Verunreinigung ist ein seltener Vorfall“

Laut Trinkwasserverordnung dürfen im Leitungswasser keinerlei Enterokokken und coliformen Keime vorhanden sein. Bei einer Übergabe vom Wasserverband zu den Stadtwerken wurden in Proben jedoch Bakterien nachwiesen. „Das ist am Freitagabend erfolgt, nachdem die Analyse Enterokokken aufgezeigt hatten“, so Wittemann. Das umgehend verhängte Abkochgebot sei für die betroffenen Bürger sicherlich aufwendig, „aber die Sicherheit aller Bevölkerungsgruppen muss Vorrang haben“, bittet Wittemann um Verständnis. „So eine mikrobiologische Verunreinigung ist ein seltener Vorfall, doch leider nicht ganz auszuschließen.“ Zuletzt sei ein solcher Fall im Zuständigkeitsbereich des Wasserverbands Peine 2013 in Feldbergen (Kreis Hildesheim) aufgetreten.

Wasser in städtischen Sportstätten

Die Stadt Peine informiert darüber, dass in den Sanitärräumen der städtischen Sportstätten in Peine und Telgte das Leitungswasser weiterhin bedenkenlos zum Waschen und Duschen genutzt werden könne. Direkt getrunken werden dürfe das Wasser aber nicht, warnt Petra Neumann, Sprecherin der Stadt. Sobald das Leitungswasser wieder unbedenklich verwendet werden kann, soll umgehend darüber informiert werden.

Weitere Laborergebnisse sollen voraussichtlich nächsten Montag vorliegen

Die Ursachenforschung laufe derweil weiter. Dazu würden die Probennahme an den Anlagen des Wasserverbands sowie im Netz der Stadtwerke beitragen. Zudem werde auch der in einer Probe nachgewiesene Befund coliformer Bakterien vom Freitag nun in einem spezialisierten Labor untersucht, so Wittemann. Als Teil der umfangreichen Aufklärung soll unter anderem festgestellt werden, ob die Bakterien menschlicher oder tierischer Herkunft waren. Die Ergebnisse würden voraussichtlich am kommenden Montag vorliegen, was auch das weiter bestehende Abkochgebot erkläre.

Der Wasserverband, die Stadtwerke sowie der Landkreis Peine haben auf ihren Internetseiten häufig gestellte Fragen zum Abkochgebot veröffentlicht.

Von Dennis Nobbe