Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Krise im Klinikum: Gibt es Geld vom Kreis Peine?
Stadt Peine Krise im Klinikum: Gibt es Geld vom Kreis Peine?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 22.12.2018
Das Peiner Klinikum an der Virchowstraße steckt in der Krise. Eigentümer des Krankenhauses ist die AKH-Gruppe aus Celle.
Das Peiner Klinikum an der Virchowstraße steckt in der Krise. Eigentümer des Krankenhauses ist die AKH-Gruppe aus Celle. Quelle: Tobias Mull
Anzeige
Peine

Ein Minus von 16,5 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2017 hatte die AKH-Gruppe aus Celle, zu der auch das Peiner Klinikum gehört, vor einigen Wochen verkündet. AKH steht für Allgemeines Krankenhaus. Jetzt fand deshalb in Celle eine Sitzung des Aufsichtsrates statt. Dabei wurde anscheinend bekannt, dass die Situation für die beiden Klinik-Standorte äußerst ernst ist.

Es geht um Millionen-Beträge

Nach PAZ-Informationen überlegt deshalb der Landkreis Peine, das Peiner Klinikum finanziell zu unterstützen. Darüber ist im nichtöffentlich tagenden Kreisausschuss sowie im nichtöffentlichen Teil der Kreistags-Sitzung gesprochen worden. Dabei geht es um Millionen-Beträge. Ob eine Entscheidung getroffen wurde – darüber wurde zunächst nichts bekannt.

„Wir sehen die Krise mit Sorge“

Landrat Franz Einhaus (SPD) erklärte auf PAZ-Anfrage: „Wir tragen seit dem Verkauf des Klinikums im Jahr 2003 an die AKH-Gruppe keine direkte Verantwortung mehr und haben nur noch einen Sitz im Aufsichtsrat. Trotzdem ist es uns wichtig, dass das Krankenhaus erhalten bleibt, denn sonst wird die gesamte Infrastruktur des Landkreises geschwächt.“ Natürlich sehe man die Krise des Krankenhauses mit Sorge und wolle – wenn möglich – helfen. „Und ebenso aus der Peiner Politik kommt das Signal, dass alle zum Klinikum stehen. Wir werden es auch zukünftig unterstützen“, betonte der Landrat.

Finanzielle Schieflage seit Oktober bekannt

Die finanzielle Schieflage beim Klinikum war Mitte Oktober bekannt geworden. Der Vorstand der AKH-Gruppe Celle hatte damals für das Geschäftsjahr 2017 einen Verlust von 16,5 Millionen Euro vermeldet. Ein Grund seien demnach auch schlechte Belegungszahlen im Krankenhaus an der Virchowstraße in der Fuhsestadt. Im Nachgang war AKH-Chef Dr. Martin Windmann Ängsten, das Klinikum könnte geschlossen werden, vehement entgegen getreten. „Nach wie vor bekennen wir uns zum Klinikum Peine. Auch ein Verkauf ist derzeit nicht geplant“, erklärte er damals auf PAZ-Anfrage. Einen Jobabbau hingegen schloss er seinerzeit nicht aus.

AKH: „Standort Peine ist wichtig“

Dass sich das Klinikum Peine „aktuell in einer äußerst schwierigen Situation befindet“, bestätigte AKH-Sprecher Ralf Kuchenbuch am Mittwoch auf PAZ-Anfrage. Die Ertragslage sei angespannt, es gebe finanzielle Probleme und daher begrüße das AKH die Unterstützung, die aus dem Landkreis Peine komme – parteiübergreifend. Kuchenbuch weiter: „Vor allem möchte ich Landrat Franz Einhaus loben, der sehr engen Kontakt hält und uns helfen will.“ Der Standort Peine sei der AKH-Gruppe wichtig, und man versuche gemeinsam, diese Krise zu bewältigen.

Von Thomas Kröger