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Stadt Peine Landfrauen Peine kritisieren Schließung der Frauenklinik
Stadt Peine Landfrauen Peine kritisieren Schließung der Frauenklinik
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20:00 25.02.2019
Die Peiner Landfrauen sehen die Schließung der Geburtshilfe und der Frauenheilkunde mit sehr großer Sorge. Quelle: www.fotodesign-bierwagen.de
Peine

Cornelia Könneker, Kreisvorsitzende der Peiner LandFrauen, bedauert: „Wir beobachten die Schließung der Geburtshilfe mit großer Sorge, denn gerade sie ist für Frauen ein fataler Verlust. Die Wege zur Entbindung oder Frauenheilkunde verdoppeln sich und ein attraktives Angebot für die Geburtshilfe für den Landkreis Peine geht verloren. Leider betrifft dies wieder einmal zuerst die Frauen!“

9-Punkte-Forderungspapier für medizinische Versorgung

Wie Könneker mitteilt, hat der Niedersächsische Landesverband der LandFrauen Hannover e.V. zusammen mit der Niedersächsischen Landjugend ein 9-Punkte-Forderungspapier für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung herausgegeben. Die Themen: Arztpraxen und Arbeitsbedingungen, kommunale Infrastruktur-Voraussetzungen, Entlastung durch nichtärztliche Praxisassistenten, Vernetzung, Breitbandversorgung für Telemedizin, Vergütung, Imageverbesserung, Zugang zum Medizinstudium und Anpassung der Bedarfsplanrichtlinie.

Man muss auf medizinische Versorgung vertrauen dürfen

Könneker macht deutlich: „Viele Praxen von Fachärzten für Allgemeinmedizin in Niedersachsen stehen leer, es fehlen Fachärzte, die bereit sind, eine Praxis zu übernehmen. Aktuell findet bundesweit nur jeder zweite Hausarzt einen Nachfolger - Tendenz steigend. Wird diese Entwicklung nicht durch regulierende Maßnahmen gestoppt, werden die Konsequenzen für die Bevölkerung im ländlichen Raum fatal sein. Gerade für ältere Menschen und Familien mit Kindern stellen kurze Wege zur nächsten Hausarztpraxis eine wichtige Bleibeperspektive dar. Notfallversorgung muss zu jeder Zeit gewährleistet sein. Personen, die krankheits- oder altersbedingt auf Hausbesuche angewiesen sind, müssen auf eine medizinische Versorgung vertrauen dürfen.“

Die medizinische Versorgung der Zukunft im ländlichen Raum bräuchte neue Vorzeichen, daher das 9-Punkte-Programm. „Die Ziele müssen ein engmaschiges Versorgungsnetz und eine gute Vernetzung der Standorte sein. Die Akteure im Gesundheitswesen werden das nicht allein schaffen, vor allem ist die Politik gefragt“, sagte Könneker.

Das 9-Punkte Forderungspapier der Landfrauen

1. Arztpraxen und Arbeitsbedingungen

Fachärzte für Allgemeinmedizin brauchen gute Arbeitsbedingungen. Alte Praxen sind in der Regel renovierungsbedürftig. Es ist für junge Ärzte oder Ärzte, die aus anderen Arbeitsbereichen in den ländlichen Raum kommen, deshalb nicht mit einer (hohen) Ablösesumme getan, wenn sie eine Praxis übernehmen, Modernisierungskosten kommen hinzu. Diese hohen Ausgaben, die in der Regel mit hoher Verschuldung verbunden sind, stellen ein unternehmerisches Risiko dar. Dieses lässt Ärzte davor zurückschrecken, eine Praxis im ländlichen Raum zu übernehmen. Die Voraussetzungen dafür, dass die Übernahme leichter wird, muss die Politik schaffen. So sind zum einen Neugründungen und Übernahmen inhabergeführter Praxen zu fördern, zum anderen sind Kommunen als Träger der Praxen im ländlichen Raum wünschenswert, sie brauchen ebenfalls erhebliche finanzielle Zuschüsse von der Landesebene bei Übernahme oder Neugründungen von Praxen mit Kommunen als Träger sollen vorrangig Gemeinschaftspraxen sein. Hier sollen Ärzte im Angestelltenverhältnis arbeiten können. Gemeinschaftspraxen schaffen Möglichkeiten der Arbeitsteilung, gegenseitige Unterstützung, familienfreundliche Arbeitsverhältnisse in Teilzeit sowie weniger Wochenendschichten und weniger Hausbesuche.

2. Kommunale Infrastruktur-Voraussetzungen

Auch die Familien der Fachärzte für Allgemeinmedizin brauchen gute Bedingungen. Dazu gehört die Sicherstellung der qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung, das heißt vor allem, die Garantie auf einen Krippen-, Kindertagesstätten-, Kindergarten- und einen Hortplatz. Je besser die Infrastruktur einer Kommune ist, das heißt, je besser die Infrastruktur und die Versorgung mit den Dingen der täglichen Daseinsvorsorge, desto eher wird sie auch medizinischen Nachwuchs anziehen. Kommunen müssen sich dementsprechend in der Öffentlichkeitsarbeit von ihrer besten Seite präsentieren.

3. Entlastung durch nichtärztliche Praxisassistenten

Viele Arbeiten können speziell ausgebildete nichtärztliche Praxisassistenten, zum Beispiel als Modelle „MoNi“ oder „AGnES/VERAH“ bekannt, übernehmen, vor allem Hausbesuche. Diese Modelle sollten umfassender zum Einsatz kommen.

4. Vernetzung

Der Informationsaustausch zwischen Fach-, Haus- und Klinikärzten sowie Pflegediensten muss verbessert werden, um Behandlungen besser aufeinander abstimmen zu können. Das spart Zeit und setzt Kapazitäten frei. Hierfür müssen digitale Datenbanken geschaffen werden, die den Austausch verschiedener Akteure im Gesundheitswesen über die patientenrelevante Versorgung ermöglichen.

5. Breitbandversorgung für Telemedizin

Die flächendeckende Breitbandversorgung muss überall gewährleistet sein, um die Möglichkeiten der Telemedizin auszuschöpfen. Nötig sind Hochleistungsnetze bis zu 200 Mbit/s auch in ländlichen Regionen. In der medizinischen Ausbildung muss ein Schwerpunkt auf die Telemedizin gelegt werden. Denn mithilfe der Telemedizin kann der Patient so lange wie möglich zu Hause sein.

6. Vergütung

Der finanzielle Rahmen muss für die Ärzte über die Praxisübernahme hinaus stimmen. Es muss neue Finanzierungsmodelle für Ärzte in dünn besiedelten Regionen geben. Die Vergütung für Fachärzte der Allgemeinmedizin in unterversorgten Gebieten muss deutlich erhöht werden. Gendergerechte Bezahlung muss selbstverständlich sein.

7. Imageverbesserung

Der Beruf des Facharztes für Allgemeinmedizin muss im Studium und in der Assistenzarztausbildung attraktiver gemacht werden, um das bestehende Generationenproblem zu überwinden und mehr Medizinstudenten in diese Fachrichtung zu bringen. Dazu gehören auch attraktive Möglichkeiten der Weiterbildung.

8. Zugang zum Medizinstudium

Im Medizinstudium muss eine angemessene Anzahl an Studienplätzen für Studierende, die auf dem Land praktizieren möchten, vorbehalten sein. Die Ausbildung zum „Landarzt“ darf jedoch kein Studium „zweiter Klasse“ sein, die Studieninhalte müssen grundsätzlich dieselben sein wie im regulären Studiengang Medizin. Die Verpflichtung, auf dem Land zu praktizieren, kann nach einem angemessenen Zeitraum aufgehoben werden. Außerdem muss das Medizinstudium Pflichtpraktika auf dem Land umfassen.

9. Bedarfsplanrichtlinie anpassen

Der Begriff der „Unterversorgung“ in der Bedarfsplanrichtlinie muss enger gefasst werden, um Notständen – auch sich anbahnenden zukünftigen Notständen – schneller entgegenwirken zu können. Bereits eine Region, deren Versorgungsgrad mit Ärzten unter 90 Prozent (tatsächliche Arztanzahl gegenüber Ziel der Kassenärztlichen Vereinigung) gilt als unterversorgt, nicht wie aktuell erst ab 75 Prozent.

Von Kathrin Bolte

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