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Stadt Peine Kühle Temperaturen verzögern die Spargelernte im Peiner Land 
Stadt Peine

Kühle Temperaturen verzögern die Spargelernte im Peiner Land 

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18:37 25.04.2021
Bianca Lauenroth verkauft diesen Spargel im Hofladen.
Bianca Lauenroth verkauft diesen Spargel im Hofladen. Quelle: Archiv
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Peine

Durch den „Aprilsommer“ der vergangenen Jahre waren die Peiner verwöhnt. Schon früh gab es Spargel zu relativ günstigen Preisen. Dieses Jahr müssen Gourmets sich noch gedulden oder eben höhere Preise zahlen. Kühle Temperaturen führen dazu, dass das weiße Gold auf sich warten lässt. 

Hof Hornig in Wendeburg

„Wir rechnen nicht vor Anfang Mai mit dem Erntebeginn. Als kleiner Hof nutzen wir weder Heizung noch Folien, sodass der Boden sich nur langsam erwärmt, wenn die Temperaturen steigen. Den größten Teil unserer Ernte vermarkten wir selbst. Wir merken schon, dass die Gastronomie durch die coronabedingte Schließung weniger Spargel benötigt“, berichtet Christian Hornig vom gleichnamigen Hof in Wendeburg. 

Juliana Almeling aus Schwicheldt

Schon kräftig bei der Ernte ist hingegen Juliana Almeling aus Schwicheldt. Gleichwohl wünscht auch sie sich mehr Wärme und Sonne. Die Nachfrage nach Spargel sei aber bereits da. „Auch wir merken natürlich, dass die Gastronomie weniger Spargel benötigt, haben aber viele private Kunden, die sich im Familienkreis mal etwas gönnen möchten. Größere Feiern mit Spargelessen gibt es aber aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht“, weiß sie zu berichten. 

Froh ist Almeling ebenso wie Hornig, dass Erntehelfer trotz der Corona-Krise einreisen durften. Diese müssen schon vor der Ausreise aus ihren Heimatländern einen negativen PCR-Test nachweisen und sich hier erneut testen lassen und erstmal unter sich bleiben. Da sei in diesem Jahr schon eindeutiger und besser geregelt als noch 2020. „Wir testen dann auch hier zweimal pro Woche und halten alle geltenden Vorschriften selbstverständlich ein“, erklärt Hornig.  „Eine Impfung der ausländischen Helfer ist hier in Deutschland allerdings nicht möglich. Hiesige Landwirte und Mitarbeitende sind aber in der Prioritätsgruppe 3, und wir werden uns auch anmelden, sobald es möglich ist“, ergänzt Almeling. 

Hof Lauenroth in Adenstedt

Auch auf dem Hof Lauenroth in Adenstedt gibt es schon seit einigen Tagen frischen regionalen Spargel. Die Nachfrage im Hofladen ist da. „Wir bauen nicht selbst an, kaufen aber regional, unter anderem vom Hof Lahmann in Oelerse. Dazu bieten wir eigene Kartoffeln an. Durch die kalte Witterung ist alles um knapp zwei Wochen verzögert. Mit den ersten Erdbeeren, die ja zum Spargelessen irgendwie dazugehören, rechnen wir auch erst in einer guten Woche“, meint Lauenroth. Bei ihm kaufen viele Kunden ein, die es sich mangels Restaurantbesuch oder Urlaub zuhause schön machen möchten. Dazu gehört für viele ein leckeres Essen mit frischen regionalen und saisonalen Produkten. Die Nachfrage danach sei durch Corona enorm gestiegen. 

Der Spargelstand in der Stederdorfer Ortsdurchfahrt

Das merken auch Gül und Andreas Höver, deren Spargelstand in der Stederdorfer Ortsdurchfahrt bei vielen Kunden schon Kultstatus genießt. So häuften sich in den vergangenen Tagen die Anfragen, wann denn wieder geöffnet sei. Am Donnerstag war es dann endlich soweit. „Unsere Familie arbeitet in dritter Generation im Lebensmittelbereich, mein Mann ist quasi im Obst- und Gemüsehandel groß geworden. Unseren Spargel beziehen wir von einem Erzeuger aus Uchte im Kreis Nienburg, mit dem uns seit mehr als 30 Jahren eine Freundschaft verbindet. Er ist sehr verlässlich und kann durch die große Anbaufläche immer liefern. Durch den hohen Anteil junger Pflanzen ist der Spargel geschmacklich top“, berichtet Gül Höver, die auf Wunsch und Vorbestellung auch von Hand geschälten Spargel im Angebot hat. 

Auch sie rechnet damit, dass der Gastronomieumsatz wieder weitgehend ausfallen werde. Die Nachfrage bei Privatkunden sei hingegen ungebrochen. „Wir haben in der Saison täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet, und es ist eigentlich immer etwas los. Ich finde es auch schön, dass man viele Stammkunden endlich wieder sieht und sich mit ihnen ein bisschen unterhalten kann“, bekräftigt sie abschließend. Die Preise sind bei allen befragten Anbietern im Moment sehr ähnlich. Für ein Kilo erste Wahl zahlt man zwischen 12,50 und 13,90 Euro. Zweite und dritte Wahl sind etwas günstiger zu haben. Sobald sich das Wetter stabilisiert und größere Mengen zur Verfügung stehen, wird der „Goldpreis“ noch etwas sinken.